Tunesien-Urlauber können nach Anschlag kostenlos stornieren

Nach dem Terroranschlag auf ein Hotel in Tunesien bieten viele Reiseveranstalter eine kostenlose Stornierung an.
Nach dem Terroranschlag auf ein Hotel in Tunesien bieten viele Reiseveranstalter eine kostenlose Stornierung an.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Viele Reiseveranstalter reagieren auf den Terrorangriff in Tunesien. Umbuchungen und Reise-Rücktritte sind möglich. Urlauber werden ausgeflogen.

Hannover.. Nach dem Terrorangriff auf ein tunesisches Hotel mit mindestens 37 Toten bietet der Reiseveranstalter Tui kostenlose Stornierungen an. Alle Gäste, die bereits gebucht haben, könnten bis einschließlich 15. September gebührenfrei umbuchen oder stornieren, teilte der Reiseveranstalter mit. Für Urlauber, die sich derzeit vor Ort befinden, organisiert Tui die Abreise. Die belgische Fluggesellschaft und Tui-Tochter Jetairfly fliegt nach dem Anschlag keine Reisenden mehr nach Tunesien.

Terror Bei dem Hotel handelt es sich um das „Imperial Marhaba“ der spanischen Riu-Kette in Sousse, das zum Tui-Konzern gehört. Das Unternehmen prüft derzeit, ob Tui-Urlauber unter den Opfern sind. „Wir müssen aber davon ausgehen“, erklärte Tui am Abend. Aktuell befinden sich rund 260 Urlauber des Veranstalters in der Region. Insgesamt sind etwa 3800 Tui-Gäste in Tunesien. Der Veranstalter hat für Kunden eine kostenlose Hotline unter 0511/ 567 8000 eingerichtet. Speziell geschulte Mitarbeiter bereiteten sich auf ihren Einsatz vor, um Gäste vor Ort zu unterstützen.

"Kein Reisender soll mit Angst reisen"

Die deutschen Veranstalter der Thomas Cook AG, darunter Neckermann, bieten ihren Kunden für alle Tunesien-Reisen (Enfidha, Djerba, Tunis) mit Abflug bis 24. Juli die Möglichkeit zur kostenlosen Stornierung oder Umbuchung.

Ein Sprecher von Alltours sagte, das Unternehmen wolle sich zunächst genauer über die Lage vor Ort informieren. „Wir werden aber nach dem Grundsatz handeln: Kein Reisender soll mit Angst reisen.“

Das Auswärtige Amt rät in seinem aktualisierten Reisehinweis für Tunesien zu besonders umsichtigem Verhalten. Eine Reisewarnung sprach die Behörde nicht aus. Allerdings weist die Behörde darauf hin, dass Ausflüge in mehrere Landesteile Tunesiens riskant seien. Insbesondere von Touren – auch organisierten Fahrten – in die tunesische Wüste sei abzuraten. Generell wird empfohlen, im ganzen Land besondere Vorsicht walten zu lassen und Fahrten über Land nach Einbruch der Dunkelheit zu vermeiden.

Zuletzt reisten weniger Deutsche nach Tunesien

Das Auswärtige Amt hat eine Hotline unter der Telefonnummer 030/5000-3000 geschaltet.

Anschlag Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat derzeit noch keine weitere Informationen zur Lage vor Ort.

Im Jahr 2014 reisten 425. 648 Deutsche nach Tunesien - etwas weniger als im Jahr 2010 vor dem Arabischen Frühling. Im Revolutionsjahr 2011 waren die Gästezahlen auf 270. 632 gefallen. Für das laufende Jahr verzeichnet Tunesien zwischen 1. Januar und 20. Juni einen Rückgang der deutschen Gäste um 20,9 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Erst im März waren bei einem Terrorangriff auf das Bardo-Museum in der Hauptstadt Tunis mehr als 20 Menschen getötet worden. (dpa)