Tsipras will Schulden verlagern

Brüssel/Athen..  Unmittelbar vor dem EU-Gipfel sind letzte Rettungs-Bemühungen für das pleitebedrohte Griechenland in eine schwere Krise geraten. Die Euro-Finanzminister brachen ihre Beratungen am Mittwochabend nach 90 Minuten ergebnislos ab. Heute soll es einen neuen Anlauf geben.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und Spitzenvertreter der Gläubiger wollten in der Nacht weiter versuchen, den Rahmen für ein Spar- und Reformpaket abzustecken. Bei der abgebrochenen Sitzung fehlte den Finanzministern eine Entscheidungsgrundlage für die dringend benötigten Milliardenhilfen an Griechenland.

„Wir haben die Minister nur über den bisherigen Fortschritt unterrichtet. Leider haben wir noch keine Einigung erzielt, aber wir sind entschlossen, weiterzumachen“, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Die Gespräche von Tsipras mit den Gläubigern sollten am späten Mittwochabend wieder aufgenommen werden, sagten Diplomaten. Bei diesen Gesprächen forderte die griechische Regierung laut Diplomaten eine Verlagerung der Schulden auf den Europäischen Stabilitäts Fonds – was die Geldgeber ablehnen. Es gebe noch eine Menge ungelöster Probleme. Am 30. Juni läuft dasHilfsprogramm der Europäer für Athen aus.