Tsipras hält an Volksabstimmung über die Reformvorschläge fest

Athen..  Vier Tage vor der Volksabstimmung über die Spar- und Reformvorschläge der Geldgeber hat Ministerpräsident Alexis Tsipras bekräftigt: Der Urnengang findet statt. Tsipras dementierte Berichte, die Regierung werde das Referendum in letzter Minute absetzen.

In einer TV-Ansprache warb der Premier gestern erneut für ein Nein und erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen die Partner und Geldgeber des Landes: Als Reaktion auf die Ankündigung der Volksabstimmung hätten die Gläubiger die Schließung der Banken erzwungen. „Nachdem sie uns nicht erpressen konnten, versuchen sie nun, jeden einzelnen Bürger zu erpressen“, sagte Tsipras. In seinem Kabinett gibt es aber zunehmende Meinungsverschiedenheiten, welchen Kurs Athen gegenüber den Gläubigern steuern soll.

In einem Brief, den Tsipras am Dienstagabend an den EU-Kommissionspräsidenten, den Präsidenten der Europäischen Zentralbank und die Chefin des Internationalen Währungsfonds richtete, bietet die griechische Seite zwar eine Reihe von Reformschritten und Einsparungen an, um den Weg für die Auszahlung neuer Hilfskredite zu ebnen. Nach Einschätzung von EU-Experten in Brüssel bleiben die Vorschläge von Tsipras aber erneut hinter den Erwartungen der Geldgeber zurück.