Trotz Protesten hunderte Windräder in NRW-Wäldern geplant

NRW-Umweltminister Johannes Remmel sitzt an einem überarbeiteten Windkrafterlass.
NRW-Umweltminister Johannes Remmel sitzt an einem überarbeiteten Windkrafterlass.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
NRW treibt den Bau neuer Windräder in Wäldern voran. NRW-Umweltminister Johannes Remmel bestätigte, dass es vereinzelte Proteste gibt: Die Landesarbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt fürchtet, dass mit der Nutzung der Wälder für Windräder eine „Tür geöffnet wird“.

Düsseldorf.. Trotz zahlreicher Bürgerproteste treibt NRW den Bau neuer Windräder in Wäldern voran. Derzeit laufen 208 Genehmigungsverfahren – weitere 150 geplante Genehmigungsverfahren sind der Landesregierung bekannt. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) sitzt derzeit an einem überarbeiteten Windkrafterlass. Künftig können bis zu 200 Meter hohe Windräder in der früheren "Tabuzone" Wald errichtet werden.

In der Antwort auf eine FDP-Anfrage im Landtag bestätigte Remmel, dass es vereinzelte Proteste gibt. Die Landesarbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU) fürchtet, dass mit der Nutzung der Wälder für Windräder eine „Tür geöffnet wird“. Weil viele Städte kaum Flächen für Konzentrationszonen für Windräder haben, soll der Ausbau im Wald forciert werden. Auch in Aachen hatten sich Bürger gegen Konzentrationszonen in Wäldern gewandt.

Erneuerbare Energie 20 Anlagen in Südwestfalen geplant

Zwar wurden seit 2010 bisher nur 16 Windenergieanlagen in NRW-Wäldern errichtet. Laut einem Bericht des Landesbetriebs Wald und Holz NRW sind aber bereits 103 Anlagen in Waldflächen fest projektiert. Davon sollen 63 Projekte im Bereich der Eifelforstämter in den Gemeinden Dahlem, Hellenthal, Hürtgenwald, Simmerath und den Städten Aachen und Stolberg umgesetzt werden. In Südwestfalen sind 20 Anlagen in Neuenrade, Lüdenscheid, Iserlohn, Nachrodt-Wiblingwerde und Bad Laasphe geplant. Im Ruhrgebiet und Niederrhein sind sechs Anlagen auf Berghalden in Marl, Moers, Dinslaken und Grevenbroich projektiert. Weitere 14 Anlagen stehen in Ostwestfalen-Lippe und im Münsterland in konkreter Planung.

Bis 2020 will NRW den Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung von heute vier auf 15 Prozent erhöhen, Dann sollen bis zu 9300 Megawatt Strom aus Windkraft erzeugt werden. Laubwälder, Natur- und Vogelschutzgebiete sollen allerdings weiter Tabuzonen bleiben. Pro Anlage ist eine Fläche von 8,5 Hektar Wald erforderlich. Minister Remmel glaubt, dass bis zu drei Prozent der 916 000 Hektar Waldflächen in NRW für Windräder genutzt werden können.

Der Minister hatte weitere „Bürgerwindparks“ angeregt, um die Erlöse im Ort zu halten. Ein modernes Drei-Megawatt-Windrad mit 200 Metern Höhe kostet rund vier Millionen Euro.