Trotz Gluthitze volles Haus bei Merkel und Wulff

Stuttgart..  Spitzenpolitiker als Publikumsmagneten und Feiern bei Gluthitze: Zur Halbzeit des Deutschen Evangelischen Kirchentags haben Zehntausende Besucher über Flüchtlingspolitik, Entwicklungshilfe und Grenzen des Internets diskutiert. Auf dem Open-Air-Gelände in Stuttgart suchten Besucher bei über 30 Grad vor allem eines: Schatten und Wasserspender. Rettungskräfte waren im Hitze-Einsatz. Am Freitag zogen vor allem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Thomas de Maizère Tausende Zuhörer an. Auch Ex-Bundespräsident Christian Wulff war dabei.

In der Debatte um den Umgang mit Flüchtlingen wandte sich Innenminister de Maizière gegen eine „übermäßige Inanspruchnahme des Kirchenasyls“. Dies dürfe nur eine „ultima ratio der Barmherzigkeit“ sein, sagte der CDU-Politiker bei einem Forum. Kirchengemeinden dürften sich nicht über den Rechtsstaat stellen. De Maizière erhielt für seine Position wenig Zustimmung.

Merkel äußerte sich angesichts des NSA/BND-Skandals und stellte die Kooperation mit US-Geheimdiensten nicht infrage. Es gebe für sie keine Zweifel, dass Deutschland mit ausländischen Nachrichtendiensten zusammenarbeiten müsse - auch mit US-Diensten, sagte sie. „Wir alle sind großen Bedrohungen ausgesetzt.“ Wulff hielt vor Hunderten Besuchern eine Bibelarbeit. „Ich fühle mich hier sehr wohl, weil ich auf dem Kirchentag Mensch sein darf, ich hatte nicht immer das Gefühl, dass ich Mensch sein darf“, sagte der Ex-Präsident. Sein christliches Fundament habe ihm – bei allen Höhen und Tiefen – Halt gegeben.