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Trend zum „Führer mit starker Hand“

13.10.2010 | 17:35 Uhr
Trend zum „Führer mit starker Hand“

Berlin.Die Wirtschaftskrise hat auch viele Menschen in der Mitte der Gesellschaft nach rechts rücken lassen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die auch Vergleiche zu 2006 und 2008 zieht.

13,2 Prozent der Deutschen wünschen sich einen Führer, der das Land mit starker Hand zum Wohle aller regiert, weitere 15,9 Prozent finden die Idee zumindest in Teilen gut. Und mehr als jeder zweite Deutsche kann gut verstehen, dass „manchen Leuten Araber unangenehm sind“.

Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland 2010 zeigt einen deutlichen Rechtsruck in der Mitte der Gesellschaft. Titel und Fazit der Studie lauten „Die Mitte in der Krise“. Dafür wurden – bei einer repräsentativen Auswahl – 2411 Menschen zwischen 14 und 90 Jahren befragt, 1900 davon im Westen, der Rest in östlichen Bundesländern. Wie bei den Vergleichs-Studien von 2002 bis 2008 gibt es zwar bei ausländerfeindlichen Aussagen ein deutliches Ost-West-Gefälle. Im Osten würden demnach fast 75 Prozent (bundesweit 58,4 Prozent) Einschränkungen in der Religionsausübung für Muslime befürworten. Auch die gefühlte Überfremdung (43,3 Prozent im Osten, 33,6 Prozent im Westen) ist dort besonders groß.

Ältere sind anfälliger

Doch die Trendwende bei der Zustimmung für eine Diktatur ist bundesweit vollzogen. Zugleich ist nur knapp jeder Zweite zufrieden mit der in Deutschland praktizierten Demokratie. 94 Prozent glauben, selbst ohnehin keinen Einfluss auf die Politik ausüben zu können. Jeder Vierte in West wie Ost wünscht sich eine „starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert“. Und jeder dritte findet, dass Deutschland seine Interessen gegenüber dem Ausland „hart und energisch“ durchsetzen müsse. Jeder Zehnte findet, dass die Deutschen „anderen Völkern von Natur aus überlegen“ seien. Ebenso viele denken, dass es „wertvolles und unwertes Leben“ gebe.

Auch der Antisemitismus scheint laut Studie nicht überwunden: Jeder zehnte Befragte glaubt, „dass Juden etwas Eigentümliches an sich haben und nicht so recht zu uns passen“. Was die Wissenschaftler aber besonders beunruhigte, ist die Tatsache, dass sich bei genauem Hinsehen die extremen Positionen bei Vertretern fast aller Schichten und Altersgruppen finden. Zwar sind sie generell öfter bei Männern als bei Frauen, bei Menschen über 60 Jahren so­wie bei weniger Gebildeten und bei Arbeitslosen zu finden. Aber generell ist Zustimmung zu rechtsextremen, ausländerfeindlichen und antidemokratischen Ideen in allen gesellschaftlichen Gruppen zu finden.

Selbstaufwertung

Die Autoren der Studie, die Psychologen Elmar Brähler und Oliver Decker von der Universität Leipzig, kommen zu dem Schluss, dass die Wirtschaftskrise die Ausbreitung rechtsextremer Positionen befördert habe. Chauvinismus und Ausländerfeindlichkeit seien „im Kern als Mechanismen der Selbstaufwertung und Fremdabwertung“ zu verstehen.

Sibylle Raudies

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Kommentare
03.11.2010
16:12
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von L.Esen | #26

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26.10.2010
09:10
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von ErwinMahnke | #25

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14.10.2010
11:46
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von Hasser | #24

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14.10.2010
04:27
Trend zum „Führer mit starker Hand“
von Pat | #23

Ich habe mal etwas in der Studie geschmökert. Vorausgesetzt, sie genügt wissenschaftlichen Maßstäben(wovon auszugehen ist),bin ich ehrlich gesagt tief erschrocken über die Deutschen.

Zudem wundere ich mich darüber, dass diese studie nicht klammheimlich in irgendwelchen Schubladen verschwand, da die Studienergebnisse nun wirklich ein sehr negatives Bild von Deutschland zeichnen, auch wenn es Realität ist.

Ich kann mir also aus einer beliebigen Menge drei Deutsche herausgreifen, und kann mir garantiert sicher sein, einer davon ist ein *********.

Danke, Deutschland. *********!

13.10.2010
23:14
Trend zum „Führer mit starker Hand“
von HM61965 | #22

13% wollen den Führer ?
Komisch nur, dass die NPD es immer nur auf 2% bringt. Entweder sind deren Kandidaten so langweilig, dass die Wähler lieber zuhause bleiben. Oder die übrigen 11% Führer-Fans haben Angst, dass ihre Wahlkabinen womöglich bespitzelt und das Abstimmungsverhalten dem Arbeitgeber gemeldet werden könnte. .
Was den charismatischen Führer betrifft, so könnte RTL evtl. mit einer Casting-Show weiterhelfen: DSDF - Deutschland sucht den Führer. Hohe Einschaltquoten wären sicher garantiert ! Und dem Sieger würden die Wähler zu Füßen liegen. - Pech nur, wenn der Sieger Mehmed oder Semir heißt !

13.10.2010
23:12
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von HM61965 | #21

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13.10.2010
22:27
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von gedanke | #20

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13.10.2010
21:49
Trend zum „Führer mit starker Hand“
von wehretdenAnfängen | #19

Danke für die zahlreichen Literaturtips!
Allein das Grundgesetz reichte völlig aus.
Wer nicht gegen Gesetze verstößt, darf in diesem Land jeden Aberglauben ausüben. So tolerant sind aufgeklärte Demokratien.
Mit welcher Berechtigung irgendein Aberglaube einem anderen vorzuziehen sei, mögen die Abergläubischen unter sich ausmachen. Den Staat und jeden aufgeklärten, verstandesbegabten Menschen muss das nicht weiter interessieren. PUNKT

13.10.2010
21:47
Trend zum „Führer mit starker Hand“
von lliaga | #18

@ werner | Ab sofort firmiere ich unter lliaga, meinem auch sonst gebräuchlichen Namen in Foren. -
Zu Ihrem Kommentar: Danke! -
Was mich zunehmend ärgert, ist, daß Inhalte und Sachverhalte nicht wahrgenommen und gewürdigt werden. Wie kann man zum Beispiel die Aussagen von Horst Seehofer dumm und dumpf nennen und nicht gleichzeitig wissen, daß Gefahr droht! Diese ist doch offensichtlich! Nicht vom rechten Rand, sondern natürlich von hier lebenden Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und Auffassungen, also unserer (inzwischen) aufgeklärten und laizistischen Kultur diametral entgegengesetzt.
In den USA oder Kanada würde das, was ich sage, überhaupt keine Probleme machen: Dort ist man stolz darauf, ein guter Amerikaner oder Kanadier zu sein, egal welcher Herkunft!
Diese Einstellung den (überwiegend) jüngeren Migranten zu geben, dazu bedarf es der Zuwendung u n d Härte und Disziplin und einer staatspolitischen Bildung, also einer klaren Richtungsgebung, also Erziehung! Nietzsche klagte mehrfach über den Mangel an Erziehern in Deutschland. Das war im 19. Jahrhundert. Es scheint sich an der Malaise nicht viel geändert zu haben.
Der richtige Ansatz also wäre nach meiner Auffassung der, daß man unsere türkischen, arabischen (oder welcher Nationalität immer) Freunde fördert, aber auch konsequent fordert! Und konsequent heißt nun einmal konsequent!
Zielvorgabe: Ein guter Deutscher werden! -
Multi-Kulti kann man auf die Dauer vergessen, das sehe ich auch so.

13.10.2010
21:11
Trend zum „Führer mit starker Hand“
von werner | #17

@ herr lindtner

nehmen sie den jusufi nicht ernst:-) solche leute schreien auch noch nazis raus wenn die welt längst in flammen steht. der linke multikulti wahn ist am untergehen und das ist gut so.

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