Trend bei Wahl in Hessen zeigt satte Gewinne für die AfD

Das Auszählen ist wegen des komplizierten Verfahrens langwierig in Hessen. Erste Trends zeigen aber Stimmengewinne für die AfD.
Das Auszählen ist wegen des komplizierten Verfahrens langwierig in Hessen. Erste Trends zeigen aber Stimmengewinne für die AfD.
Foto: dpa
Erste Ergebnisse der Kommunalwahl in Hessen zeigen zweistellige Resultate für die AfD. Und in Frankfurt ist Schwarz-Grün wohl am Ende.

Frankfurt/Main.. Bei den Kommunalwahlen in Hessen zeichnet sich ein Trend ab: Während CDU und SPD in etwa gleich aufliegen, verbuchen die Grünen und die AfD zweistellige Ergebnisse. Die CDU kommt einem Trendergebnis zufolge auf 28,2 Prozent, die SPD auf 28,0 Prozent, die AfD auf 13,2 Prozent und die Grünen erreichen 11,6 Prozent. Die FDP schafft 6,3, die Freien Wähler 5,3 Prozent und die Linke kommt auf 4,7 Prozent.

Das Statistikamt verwies in einer Mitteilung von Montagfrüh auf das sogenannte Trendergebnis, die Auszählung der unveränderten, nur mit einem Listenkreuz versehenen Stimmzettel. 60 Prozent der 2,27 Millionen Wähler stimmten auf diese Weise ab. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird nicht vor Donnerstag erwartet.

In Frankfurter Rathaus steht Wechsel an

In Frankfurt zeichnet sich nach zehn Jahren das Ende der schwarz-grünen Koalition im Rathaus ab. Nach Auszählung gut der Hälfte der Stimmen bei der Kommunalwahl am Sonntag lagen in Hessens Metropole CDU und SPD mit rund 24 Prozent etwa gleichauf. Sehr starke Verluste müssen die Grünen hinnehmen, die bei rund 14 Prozent lagen (2011: 25,8 Prozent). Die AfD brachte es aus dem Stand auf knapp zwölf Prozent. Stark zulegen kann in Frankfurt auch die Linke, die auf acht Prozent kommt.

„Die jetzige Konstellation hat keine Mehrheit mehr“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Frankfurt meldete zugleich eine historisch niedrige Wahlbeteiligung. Nur 37,3 Prozent gaben ihre Stimmen ab. Das waren rund fünf Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren.

AfD stärker als CDU und SPD

Im nordhessischen Bad Karlshafen hat die AfD am Sonntag nach einem ersten Zwischenergebnis einen noch größeren Erfolg erzielt als in Frankfurt. Die Partei kam aus dem Stand auf 22,3 Prozent und lag damit vor SPD (22,1 Prozent) und CDU (17,2 Prozent). Die Freien Wähler kommen in der Kurstadt mit 4000 Einwohnern auf 38,3 Prozent und bleiben etwa auf dem Niveau der Kommunalwahl von 2011.

In Wiesbaden steuerte die AfD am Sonntagabend darauf zu, drittstärkste Kraft in der Stadtverordnetenversammlung zu werden. Bei der Auszählung zum Trendergebnis kam die Partei auf 16,2 Prozent. In Kassel kam die AfD nach dem Trendergebnis auf 12,2 Prozent. Die rot-grüne Mehrheit in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung steht vor dem Aus. In Darmstadt war die AfD nur viertstärkste Kraft. In Gießen lag die AfD am Sonntagabend bei 16,1 Prozent hinter der SPD (28,4 Prozent) und der CDU (19,9), aber noch vor den Grünen (14,2).

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat die deutlichen Stimmengewinne der AfD als sehr bedauerlich bezeichnet. Die Auseinandersetzung mit der Alternative für Deutschland (AfD) werde nun auch in den nächsten Jahren weitergehen, sagte Schäfer-Gümbel am Sonntagabend in Gießen. Die Endergebnisse der Kommunalwahl sollen wegen des komplizierten Wahlrechts in Hessen erst in einigen Tagen vorliegen. (dpa)

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