Das aktuelle Wetter NRW 14°C
US-Verteidigungsminister

Tote bei Anschlägen während Hagel-Besuchs in Afghanistan

09.03.2013 | 15:00 Uhr
Tote bei Anschlägen während Hagel-Besuchs in Afghanistan
Chuck Hagel ist am Samstag auf seiner ersten Auslandsreise als US-Verteidigungsminister nach Afghanistan geflogen. Kurz nach seiner Ankunft gab es in Kabul einen Selbstmordanschlag.Foto: Getty

Kabul.  Es sei eine Botschaft an Chuck Hagel, sagen die Taliban. Kaum ist der US-Verteidigungsminister in Afghanistan eingetroffen, sprengt sich ein Selbstmordattentäter in Kabul in die Luft. Und er ist nicht der einzige. Insgesamt starben bei Anschlägen am Samstag mindestens 18 Menschen.

Nur wenige Stunden nach der Ankunft von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel in Afghanistan hat sich in Kabul ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Nach Angaben der Kriminalpolizei riss der Selbstmordattentäter neun Menschen mit in den Tod.

Mindestens 13 weitere Menschen wurden verletzt, als der Mann am Samstagmorgen am Eingang des afghanischen Verteidigungsministerium eine Bombe zündete. Hagel, der am Freitagabend in Kabul eingetroffen war, hielt sich zum Zeitpunkt des Anschlags an einem anderen Ort auf, wie ein Sprecher des US-Militärs mitteilte.

Taliban bekennen sich zu Anschlag

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Es sei ein vorbereitetes Attentat gewesen, Hagel sei nicht das Ziel gewesen, sagte ein Taliban-Sprecher am Samstag. Der Anschlag sei aber eine Botschaft an Hagel. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um Mitarbeiter des afghanischen Verteidigungsministeriums, die kurz vor Arbeitsbeginn am Eingang des Hauses in einer Warteschlange standen. Der Attentäter war mit einem Fahrrad unterwegs.

"Ein Selbstmordattentäter auf einem Fahrrad zündete seine mit Sprengstoff gefüllte Weste um 09.00 Uhr am Eingang des Verteidigungsministeriums", erklärte der Chef der Kriminalpolizei in Kabul, General Mohammad Sahir. Vom Verteidigungsministerium in Kabul war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Erster Auslandsbesuch von US-Verteidigungsminister Hagel

Hagel war am Freitag zu seinem ersten Auslandsbesuch nach Afghanistan gereist. Dort war ein Treffen mit Präsident Hamid Karsai geplant. Vor US- und Nato-Soldaten in Kabul sagte Hagel am Freitag mit Blick auf das Ende des internationalen Kampfeinsatzes 2014: "Auch wenn wir mehr und mehr eine Unterstützerrolle einnehmen, bleibt dies eine gefährliche und schwierige Mission."

Ursprünglich wollte Hagel der afghanischen Regierung am Samstag die vollständige Kontrolle über das umstrittene US-Gefängnis Bagram übergeben. Die Zeremonie wurde aber kurzfristig ohne Angabe von Gründen abgesagt. Nach Angaben der Regierung in Kabul halten die Amerikaner dort noch immer etwa 400 Gefangene fest, obwohl die offizielle Übergabe des Gefängnisses bereits im September erfolgte. Das Gefängnis sorgt seit Jahren für Streit.

Bei einem zweiten Selbstmordanschlag in der ostafghanischen Provinz Chost wurden am Samstag ein Polizist und acht Kinder getötet. Nach Angaben der Polizei hatte der Attentäter versucht, einen Checkpoint zu betreten. Als der Polizist ihn aufhalten wollte, zündete der Mann seine Sprengstoffweste. Der Polizist und acht Kinder, die in der Nähe spielten, kamen ums Leben, zwei weitere Menschen wurden verletzt. (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Sauerländer soll Hooligan-Demo in Berlin angemeldet haben
HoGeSa
Die Polizei befürchtet, dass sich die Bilder von der Hooligan-Randale am letzten Sonntag wiederholen: Für den 15. November ist in Berlin eine Demonstration "Gegen Salafisten, Islamisierung und Flüchtlingspolitik" angemeldet. Der Anmelder soll zum Hooligan-Umfeld gehören - und aus NRW kommen.
15.000 Ausländer sollen laut UN für den IS kämpfen
Terrormiliz
Die militärischen Erfolge des Islamischen Staates (IS) im Irak und in Syrien bescheren der Miliz nach Angaben der Vereinten Nationen einen nie dagewesenen Zulauf von Kämpfern aus dem Ausland. 15.000 Männer und Frauen sollen in den beiden Länder für die Terroristen kämpfen.
Präsident von Burkina Faso tritt nach Massenprotesten zurück
Demonstrationen
Nach tagelangen Massenprotesten im westafrikanischen Burkina Faso hat Präsident Blaise Compaoré sein Amt niedergelegt. Zunächst hatte er am Donnerstag lediglich angekündigt, auf eine weitere Amtszeit zu verzichten. Danach hatten sich am Freitag erneut Zehntausende aufgebrachte Menschen versammelt.
Drei Muslime aus dem Münsterland schließen sich dem IS an
Terrorgefahr
Wenigstens drei Muslime aus dem Münsterland sollen sich der Terrororganisation IS angeschlossen haben. Die jungen Männer wohnten in Ibbenbüren und waren anscheinend gut integriert. Der Kontakt zu den Männern ist abgebrochen. Muslimische Verbände und Vereine in Ibbenbüren zeigten sich schockiert.
Rüttgers als Zeuge: "Ministerpräsident baut keine Archive"
Landesarchiv
Ex-Ministerpräsident Rüttgers ist der letzte Zeuge im Untersuchungsausschuss des Landtags zum Millionenskandal „Landesarchiv“. Die Schuld an der Kostenexplosion weist er von sich: „Ein Ministerpräsident baut keine Archive“. Die Abgeordneten lässt er spüren, dass er in einer anderen Liga spielt.
Umfrage
Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?

Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?