Top-Fifa-Funktionäre festgenommen

Zürich/Washington..  Nach dem FIFA-Skandal mit mehreren Festnahmen hat die UEFA eine Verschiebung des Kongresses des Fußball-Weltverbandes gefordert. In einem Statement wurde auch ein Boykott der Präsidentschaftswahl am Freitag nicht ausgeschlossen.

In der Stellungnahme des europäischen Fußballverbandes heißt es: „Die Vorgänge zeigen, einmal mehr, dass Korruption in der FIFA-Kultur tief verwurzelt ist. Es ist notwendig, dass ein „Neustart“ der kompletten FIFA erfolgt und eine echte Reform durchgeführt wird. Beim anstehenden FIFA-Kongress besteht die Gefahr einer Farce. Deshalb werden sich die europäischen Verbände genau überlegen müssen, ob sie überhaupt am Kongress teilnehmen sollen.“

Der Weltverband sperrte unterdessen elf Funktionäre vorläufig für sämtliche Fußball-Aktivitäten, darunter die FIFA-Vizepräsidenten Jeffrey Webb und Eugenio Figueredo.

Die brasilianische Staatschefin Dilma Rousseff hat den Behörden ihre Unterstützung bei den Korruptionsermittlungen gegen führende FIFA-Funktionäre zugesagt. Sie befürworte auch eine Untersuchung des Vergabeverfahrens für die Fußball-WM 2014 in Brasilien. „Ich finde alle Weltmeisterschaften, alle Aktivitäten müssen untersucht werden“, sagte Rousseff.

Schweizer Sicherheitsbehörden hattem an zwei Orten in Zürich Ermittlungen wegen möglicher Vergehen innerhalb des Fifa-Apparats vorangetrieben. Unter anderem wurden die Fifa-Vizechefs Jeffrey Webb von den Kaymaninseln und Eugenio Figueredo aus Uruguay festgenommen. Ihnen werden organisiertes Verbrechen und Korruption vorgeworfen. Insgesamt ermittelt das US-Justizministerium, das die Schweizer Behörden um Amtshilfe ersucht hatte, gegen 14 Personen. Sie sollen seit Anfang der 90er-Jahre Schmiergelder von mehr als 150 Millionen Dollar von Vermarktern für die Vergabe von Fußballturnieren erhalten haben. 110 Millionen Dollar sollen allein für Vermarktungsrechte für die Copa America 2016 in den USA geflossen sein.

Unabhängig von den US-Ermittlungen stellten Schweizer Behörden in der Zentrale elektronische Daten und Dokumente sicher. Die zuständige Bundesstaatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren im Zusammenhang mit den WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022. Präsident Joseph Blatter wies bislang Forderungen nach einer Absage des Jahrestreffens der 209 Fifa-Mitglieder am Freitag als auch nach seinem Rücktritt zurück.