Terrortraining im Jemen

Kairo/Saana..  Einer der Attentäter von Paris lernte das Töten im ­Jemen. 2011 hielt sich Said Kou­achi offenbar für mehrere Monate bei Al-Kaida auf der Südspitze der Arabischen Halbinsel auf. Deren Kämpfer gelten als die gefährlichste Filiale des von Osama bin Laden gegründeten Terrornetzwerks.

Durch sie ist das bitterarme Land nun schon über ein Jahrzehnt lang Schauplatz schwerer Anschläge und spektakulärer internationaler Terrorpläne. Hier lebte auch Scheich Anwar al-Awlaki, der bis zu seinem ­Drohnen-Tod mehrfach zum Mord an Mohammed-Karikaturisten aufrief, ebenso wie das Online-Magazine „Inspire“ der jemenitischen Extremisten. „Gesucht, tot oder ­lebendig, für Verbrechen gegen den Islam“, hieß es 2013 in dem Mordaufruf gegen Stéphane Charbonnier, den am Mittwoch ermordeten Chefredakteur von „Charlie Hebdo“.

Blutiger Auftakt für Al Kaida im Jemen war 2000 eine Motorboot-Attacke auf den US-Zerstörer USS Cole, der im Hafen von Aden aufgetankt wurde. 200 Kilogramm Sprengstoff rissen ein gewaltiges Loch in den Schiffsrumpf. 17 Seeleute starben.

Die Zahl der US-Drohnenangriffe im Jemen liegt seit drei Jahren gleichauf mit den Einsätzen in Pakistan. Dennoch steigt die Zahl der Attentate. Im Dezember versuchte ein US-Einsatzkommando erfolglos, einen US-Fotografen und seinen südafrikanischen Schicksalsgenossen aus den Fängen von Al Kaida zu befreien. Beide wurden von ihren Geiselnehmern erschossen.