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Terrorgefahr wächst auch in NRW

22.01.2015 | 00:12 Uhr

Düsseldorf. Innenminister Ralf Jäger (SPD) warnt vor einer neuen Qualität der Bedrohung durch den islamitischen Terrorismus in Nordrhein-Westfalen.

Inzwischen wachse die Gefahr durch eine hohe Zahl möglicher Einzeltäter und Kleinstgruppen in Deutschland, die ohne Anbindung an eine islamistische Terrorvereinigung handelten, sagte Jäger im Parlamentarischen Kontrollgremium des Düsseldorfer Landtags. „Die Gefahrdungslage hat sich insgesamt verdichtet.“ Während früheren Anschlägen meist eine lange Planung und Organisation der Täter vorausgegangen sei, würden heute ohne große Vorbereitung mit Schnellfeuerwaffen Anschläge mit dem Ziel durchgeführt, sehr hohe Opferzahlen und hohe Aufmerksamkeit zu erzielen, sagte Jäger.

Nach Angaben des Innenministers gibt es in NRW in der islamitischen Szene über 300 mögliche Gefährder. Nach Kenntnis der Behörden seien 160 Islamisten Richtung Syrien und Irak gereist. Unter den 41 Rückkehrern aus Syrien seien zehn besonders „verroht“, sagte Jäger. Da Rückkehrer oft militärisch geschult seien, bereite die aktuelle Gefährdungslage durch den islamistischen Terrorismus ernste Sorgen.

Die aktuelle Einschätzung stützt ein neuer Video-Aufruf der Terrorgruppe Al-Kaida im Internet. Darin wird zu „Einsamer-Wolf“-Angriffen im Westen aufgerufen. Bei den Angriffen sollen Einzeltäter ohne Unterstützung des Terrornetzwerks Anschläge durchführen, damit Polizei und Geheimdienste die Taten kaum noch verhindern können. Das führende Al-Kaida-Mitglied Nasr al-Ansi appellierte an im Westen lebende Muslime, einen „persönlichen Dschihad in den westlichen Ländern durchzuführen, die den Islam bekämpfen“. Al-Kaida hatte sich vorher zu dem Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ bekannt.

Angesichts der neuen Lage überprüft das Innenministerium die eigene Verfolgungs- und Verhinderungsstrategie in NRW. „Die extremistische Szene agiert zunehmend professioneller“, warnte Jäger. Deshalb soll die Szene intensiver beobachtet werden. Außerdem will der Verfassungsschutz die Informationen im Internet für junge Muslime verstärken, um eine Radikalisierung zu verhindern. Die Behörde bemüht sich darüber hinaus, die Ausreise gewaltbereiter Salafisten nach Syrien und Irak zu verhindern. Nach Angaben des Verfassungsschutzes ist die Zahl der Salafisten in NRW auf 1900 gestiegen.

Wilfried Goebels

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2015-01-22 00:12
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