„Terror“ wird zum TV-Quotenhit

Essen..  Für die ARD war der Film eines der „TV-Highlights des Jahres“. Programmdirektor Volker Herres sprach gar von einem „Fernsehevent“: 6,88 Millionen Zuschauer verfolgten das Gerichtsdrama „Terror – Ihr Urteil“. Das bescherte der zuvor stark beworbenen Fernsehproduktion einen Marktanteil von 20,2 Prozent – bemerkenswert viel für einen Montagabend im Ersten.

609 000 Menschen stimmten kurz nach dem Ende des Films ab, welches Urteil das Gericht über den Kampfpiloten der Bundeswehr fällen sollte, der eine Passagiermaschine mit 164 Menschen an Bord abgeschossen hatte, um damit zu verhindern, dass der entführte Jet in ein voll besetztes Fußballstadion mit 70 000 Zuschauern stürzt. Eine überwältigende Mehrheit, nämlich 86,9 Prozent stimmten dabei für Freispruch. Lediglich 13,1 Prozent befanden den Piloten für schuldig.

Während der Abstimmung kam es allerdings zu technischen Problemen. Die speziell für das Online-Votum freigeschaltete Internetseite war nur schwer erreichbar, die angegebenen Telefonnummern oft besetzt. Christine Strobl, Geschäftsführerin von ARD-Degeto und Koproduzentin des Films, sagte: „Wir haben mit externen Dienstleistern, die die modernste Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben, zusammen gearbeitet.“ Offenbar stoße aber selbst modernste Technik bei einer so großen Beteiligung an ihre Grenzen. „Das ändert aber nichts an der Validität des Ergebnisses“, so Strobl.

In der „Hart aber fair“-Sondersendung direkt nach der Ausstrahlung des Films lieferten sich der frühere Bundesinnenminister Ger­hart Baum (FDP) und der ehemalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) eine heftige Kontroverse. Für Baum war der Pilot juristisch ein Mörder. Dage­gen betonte Jung, die einzig entscheidende Frage sei, ob das Leben der 70 000 Menschen im Stadion noch zu retten sei. Hier gebe es einen Fall von übergesetzlichem Notstand.

Der TV-Film mit Martina Gedeck als Staatsanwältin und Burghart Klaußner als Vorsitzendem Richter entstand auf Basis des gleichnamigen Theaterstücks von Ferdinand von Schirach, das bereits mehr als 400 Mal aufgeführt wurde. Auch im Theater stimmte ein Großteil des Publikums für unschuldig, das Abstimmungsverhältnis lag dort bei etwa 60 zu 40 Prozent für Freispruch.