Terror-Angst: Kundgebungen abgesagt

Dresden..  Terrorgefahr in Dresden: In einem beispiellosen Schritt hat die Polizei der sächsischen Landeshauptstadt für Montag die Pegida-Demonstration und alle anderen Kundgebungen verboten. Es gebe nicht mehr nur eine abstrakte, sondern eine konkrete Gefahr, erklärte Polizeipräsident Kroll gestern. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur richtet sich eine Anschlagsdrohung gegen Pegida-Mitgründer Bachmann.

Schon vor der Anordnung der Polizei hatten die selbst ernannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) ihre für Montagabend geplante Kundgebung vor der Semperoper abgesagt. Auch dies wurde mit Hinweisen des Staatsschutzes auf Attentatspläne gegen ein Mitglied des Organisationsteams begründet.

In der Polizei-Verfügung ist von Informationen die Rede, wonach Attentäter aufgerufen wurden, sich unter die Pegida-Demonstranten zu mischen. Ziel sei es, „zeitnah einen Mord an einer Einzelperson des Organisationsteams der Pegida-Demonstrationen zu begehen“. Dieser Aufruf ähnele einem über einen Twitter-Account gesendeten Tweet, in dem auf Arabisch die Pegida-Demonstration als „Feindin des Islam“ bezeichnet werde, heißt es in dem Schreiben.

Die Dresdner Sicherheitsbehörden leiten daraus eine konkrete Gefahr ab. „Konkret heißt auch: Es geht um ein Mitglied des Orga­teams von Pegida und die Versammlungen für den 19. Januar 2015“, so Polizeipräsident Kroll. Es soll auch Hinweise ausländischer Geheimdienste auf eine Gefährdung des Dresdener Marsches geben, hieß es dazu.

Pegida -Demonstrationen in anderen Städten, darunter Duisburg und München sollen aber stattfinden, hieß es Sonntagabend. Eine Anti-Hogesa-Veranstaltung in Essen blieb gestern friedlich.