Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Politik

Tepco räumt schwere Sicherheitsmängel in Fukushima ein

12.10.2012 | 16:20 Uhr
Foto: /Tokyo Electric Power Co./Anonymo

Erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima hat der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco eingeräumt, dass die schwere Krise hätte vermieden werden können. Der Konzern habe bereits vor dem Unglück gewusst, dass Verbesserungen der Sicherheitsvorkehrungen notwendig gewesen seien, teilte eine interne Arbeitsgruppe zur Reform des Unternehmens am Freitag in Tokio mit.

Tokio (dapd). Erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima hat der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco eingeräumt, dass die schwere Krise hätte vermieden werden können. Der Konzern habe bereits vor dem Unglück gewusst, dass Verbesserungen der Sicherheitsvorkehrungen notwendig gewesen seien, teilte eine interne Arbeitsgruppe zur Reform des Unternehmens am Freitag in Tokio mit. Das Problem war demnach, dass im Vorfeld keine Vorbereitungen getroffen worden waren.

Tepco habe befürchtet, dass eine Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen gegen schwere Unfälle eine Anti-Atom-Stimmung in der Bevölkerung bewirkt hätte, berichtete die Sonderkommission unter der Leitung von Konzern-Chef Naomi Hirose. Der Kraftwerksbetreiber hätte demnach die Folgen des verheerenden Tsunamis mildern können, indem er internationalen Standards und Empfehlungen mehr Beachtung geschenkt und Mitarbeiter in Krisenmanagement geschult hätte.

Tepco-Vertreter hatten seit dem Unglück im März 2011 bislang beteuert, dass der Konzern auf Krisensituationen vorbereitet gewesen sei. In Fukushima war es nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe zu mehreren Kernschmelzen und Explosionen gekommen.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

 
Aus dem Ressort
SPD sucht Rezepte für Umgang mit Rechten in den Räten
Rechte
Ignorieren, Isolieren oder Bekämpfen? SPD-Kommunalpolitiker beraten in Dortmund über Umgang mit rechtsextremen Parteien. Doch es gibt keine einfachen Rezepte.
Haderthauer-Rücktritt - Seehofer muss Nachfolge klären
Regierung
Nach dem Rücktritt seiner Staatskanzleichefin Christine Haderthauer muss Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) möglichst rasch einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin präsentieren.
Amnesty wirft IS systematische "ethnische Säuberung" vor
Konflikte
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) will nach Erkenntnissen von Amnesty International ethnische Minderheiten im Nordirak systematisch auslöschen.
Mutmaßliche Mitglieder türkischer Terrorgruppe vor Gericht
Prozesse
Vier mutmaßliche Mitglieder einer türkischen Terrorgruppe müssen sich von heute an vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verantworten.
Datenschutz-Beauftragte fordert mehr Befugnisse
Datenschutz
Der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff (CDU) gehen die Gesetzespläne zur Stärkung der Unabhängigkeit ihres Amtes noch nicht weit genug.