Tausende demonstrieren gegen Fluglärm
04.02.2012 | 13:48 Uhr 2012-02-04T13:48:00+0100
Essen. Die Fluglärmgegner machen mobil. Initiativen finden immer mehr Zulauf, es geht um Gesundheitsbelastung und um Wertminderung von Häusern in neuen Einflugschneisen. Für Samstag hat die Bundesvereinigung der Fluglärmgegner einen Aktionstag ausgerufen, mit Aktionen in Frankfurt , Berlin und München. Im März ist Düsseldorf dran.
Am Frankfurter Flughafen hat es am Samstag die bisher größte Demonstration gegen Fluglärm nach der Eröffnung der neuen Landebahn gegeben. Die Polizei schätzte am Mittag die Zahl der Teilnehmer auf 6.000, die Veranstalter gingen von 10.000 Menschen aus. Zu der Kundgebung in und vor dem Terminal 1 hatten Bürgerinitiativen, Parteien und Verbände aufgerufen. Die Veranstaltung war Teil eines bundesweiten Aktionstages gegen Fluglärm.
Nach Angaben des Flughafens Frankfurt kam es trotz der vielen Menschen nicht zu Störungen des Flugbetriebs. "Wir haben die Lage im Griff", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Der Flughafenbetreiber muss die Kundgebung in seinem Gebäude dulden. Das Bundesverfassungsgericht hatte vor einem Jahr bestätigt, dass das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit auch für den Flughafen gilt.
Demos auch in München und Berlin
Auch in München, wo der Flughafen eine dritte Startbahn erhalten soll, machen Fluglärmgegner mobil. Und in Berlin. Sie kommen aus dem Südosten der Hauptstadt. Bald wird der neue Airport Berlin-Brandenburg eröffnet. Über Friedrichshagen am Müggelsee könnten künftig am Tag 200 Jets in 1000 Meter Höhe vorbeiziehen.
Es reicht, findet die Bundesvereinigung gegen Fluglärm. Sie startet ihren „nationalen Aktionstag“. Einen zweiten gibt es Mitte März. Dann werden sie auch in Düsseldorf demonstrieren. Die Initiativen stellen die Gretchenfrage: Warum das Wachstum des Luftverkehrs zu Lasten der Gesundheit der Anlieger gehen muss. Oder zu Lasten von deren Alterssicherungen. Denn die Jets ruinieren die Immobilienpreise. Am Müggelsee drohen 20 Prozent Wertverlust.
Neue, belastende Anflugrouten
Die Regierungschefs Klaus Wowereit (SPD) und Volker Bouffier (CDU) stecken in der Falle. Sie haben falsche Versprechungen gemacht, was die Lärmintensität nach dem Ausbau der Flughäfen Schönefeld und Rhein-Main betrifft. Im Fall der Hauptstadt sind noch kurz vor Ende der Bauarbeiten neue, belastende Anflugrouten festgelegt worden. In Frankfurt ging die lärmintensive Landebahn Nord in Betrieb, ohne dass die feste Zusage für ein totales Nachtflugverbot eingelöst wurde.
Landespolitiker, die das Drama um den Bahnhof Stuttgart 21 und den Sturz ihres baden-württembergischen Kollegen Stefan Mappus (CDU) miterleben mussten, fürchten: Fluglärmgegner könnten künftig den Kern massiver Protestbewegungen im bürgerlichen Lager bilden.
Starker Zulauf
Tatsächlich haben die 500 Einzelinitiativen starken Zulauf. Christoph Lange vom Verein „Bürger gegen Fluglärm“ , der sich um Düsseldorfer Belange kümmert, rechnet vor, dass die Mitgliederzahl seiner Vereinigung von 2005 bis heute von 600 auf 4600 angestiegen ist. Ursula Wirtz, die den Widerstand rund um Dortmunds Airport managt, spricht von einer Verdoppelung seit 2006 auf jetzt 1500.
Erregungs-Potenzial gibt es genug. Die Luftverkehrsorganisation IATA glaubt, dass sich der weltweite Flugverkehr in den nächsten fünfzig Jahren versechsfacht. Deutschlands Luftfrachtaufkommen wird 2025 doppelt so hoch sein wie heute. Derzeit gibt es 6500 Flüge täglich über der Republik.
Grundrecht auf Unversehrtheit verletzt
„Der Fluglärm wird zunehmen“, sagt Jochen Flasbarth, Chef im Umweltbundesamt, und Airport-Kritiker Lange ist sicher: „Die Menschen werden sich mehr bewusst, dass ihr Schlaf rücksichtslos gestört wird. Das kann man messen. Hier wird das Grundrecht auf Unversehrtheit verletzt. Da hört der Spaß auf“.
Es ist der klassische Konflikt zwischen Umwelt und Arbeitsplätzen. Flughäfen sind Job-Maschinen. 70 000 Menschen arbeiten am größten Airport der Republik in Frankfurt, 100 000 sollen es werden. Der Düsseldorfer Flughafen ist immerhin für 17 000 direkter Arbeitgeber und indirekter für 50 000. Die Luftverkehrskreuze wollen in den nächsten Jahren 20 Milliarden Euro investieren. „Wir haben die Umwelt im Blick“, sagt die Arbeitsgemeinschaft der Verkehrsflughäfen – seit 1970 habe sich der subjektiv empfundene Lärm um 70 Prozent verringert.
Höheres Infarktrisiko
Anders sieht das der Epidemologe Eberhard Greiser. Am Kölner Flughafen machte er die bisher größte Studie zur Gesundheitsbelastung, wertete dafür 800 000 Kassendaten aus. Ergebnis: Nächtlicher Fluglärm erhöhe das Risiko von Bluthochdruck , Infarkten, Schlaganfällen, Depressionen. Die Risiken, so Greiser, stiegen mit der Lärmbelastung.
Greisers Studie ist längst die Bibel der Lärmgegner.
In München entscheiden die Bürger
In den nächsten Monaten fallen wichtige Flughafen-Entscheidungen. Das Bundesverwaltungsgericht urteilt im März über ein Nachtflugverbot in Frankfurt zwischen 23 und 5 Uhr. Lufthansa warnt, dies könne massive Auswirkungen auf ihre Basis haben. Über den Bau der dritten Bahn für den Flughafen Erding werden die Münchner am 17. Juni in einem Bürgerentscheid abstimmen.
Düsseldorfer Lärmgegner haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen nächtliche Flüge geklagt und vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gegen die Einschränkung der Fluglärmzonen . (mit Material von dapd)

22:18
Völlig subjektiv ist nur Ihre Art, selbst urteilen zu wollen, welche Belastungen für Andere "schwerwiegender" sind.
21:42
Richtig so, es sollte beschlossen werden, dass vor der Landung die Motoren ausgeschaltet werden müssen. Dafür müssen nur die Rollbahnen lediglich ein wenig verlängert werden und die Flugzeuge müssen bessere Bremsen bekommen.
Beim Start könnte man ja hinter die Triebwerke Schalldämpfer hängen.
21:08
Zu Düsseldorf muss ich sagen das es dort nichts nützt zu demonstrieren.Ich habe dort gearbeitet und weiss das bald ein neues Terminal gebaut wird damit der A380 Landen kann.Die Bodenplatten werden deswegen seid 1 Jahr ausgetauscht.Das Terminal wird an der Alten Frachtstrasse entstehen.Desweiteren ist die Start und Landebahn schon längst verlängert es liegt nur Rollrassen drauf der Boden ist Fertig und die Markierungen sind es auch schon.Der Rasen lässt sich am Ende einfach Hochheben!!!!!!!!!!!
19:54
Der uns allen bekannte Kommentator "wohlzufrieden", der sich wie wir alle wissen liebend gerne in den Kommentaren zu "Fluglärm"-Artikel herumtrollt und gerne gegen alles stänkert, was nur annähernd nach Kritik am Fluglärm anschaut, muss ein wenig aufpassen,was er so schreibt.
Hier schreibt er, das er "prima" in der Einflugschneise eines Grossflughafens wohnt. Vor einigen Wochen noch hat er getönt, das er jahrelang in Kettwig in der Emil-Kemper-Strasse gewohnt hat und dort vom Fluglärm ja auch nichts mitbekommen hätte....
Dummerweise bekommt man in der Emil-Kemper-Strasse nicht allzuviel vom Fluglärm mit, da die Flieger i.d.R. zu 90 % über Kettwig landen und die Hauptanflugroute geht leider nicht über die Emil-Kemper-Strasse hinweg......
Ausnahmen bestätigen die Regel, zu 10 % finden Starts Richtung Nordost statt und hier kann es mal zu Beeinträchtigungen kommen.
Hmmm, was stimmt denn nun?!
Aber da kommen wir wieder zur normalen Frage zurück: Warum stänkert man in Foren herum, wenn man nicht dafür bezahlt wird.....
16:59
Ich brauche mir über Lärmpegel keine Gedanken zu machen da ich, auch wenn es den Flughafen-Gegnern nicht passt, in der Einflugschneise eines Großflughafens prima lebe. Und das gilt für die Masse der Flughafen-Anlieger. Der Rest kann sich natürlich schon über den Flügelschlag von Tauben aufregen, die sich der böse Herr Nachbar hält.Und an alle Flughafen-Gegner die bald in Urlaub gehen: Guten Flug!!
16:26
Es ist natürlich richtig dass das Lärmempfinden subjektiv ist. So stören sich Rentner ja auch an Bolzplätze, Kindergärten und Fußballtrainingsanlagen. Dass ein paar Flieger so viele Leute auf die Strassen bringen kann, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ebenso, dass die Politik sich hauptsächlich um Flieger und fast gar nicht um die anderen Vekehrsmittel kümmert.
In Ratingen kurz vor der Landebahn möchte ich auch nicht wohnen, aber in Dortmund und Essen ist die Situation aus meiner Sicht und völlig subjektiv OK. Ebenso empfinde ich die Belastungen der Anwohner von Hauptverkehrsstrassen und Bahnlinien als deutlich schwerwiegender. Das zeigen übrigens dann auch Messungen. Aber für Leute, die sich einmal auf die Flieger eingeschossen haben, führt dieser Schall natürlich zu Problemen.
15:38
Jeder, der sich ein wenig ernsthaft mit Akustik beschäftigt, weiß, dass Ihre lustigen "Messungen" bzw. die dort angegebenen gefilterten/angepassten Werte nichts mit der *realen* Lärmempfindlichkeit des menschlichen Hörsinns und deren Auswirkung auf die Gesundheit zu tun haben. Kleiner Einstieg für Sie:
http://www.sengpielaudio.com/TabelleDerSchallpegel.htm
14:59
Ich kenne die Situation in Dortmund (Richtung Hörde) und Düsseldorf (Richtung Essen). Der angeblich störende Lärm ist im Vergleich zu anderen Verkehrsarten und auch im Vergleich zu den Belastungen von Anwohnern durch andere Verkehrsmittel in Essen und im Dortmunder Stadtgebiet gering.
Dies wird auch bspw. durch den messbaren Schall belegt.
Wer sucht, der findet natürlich.
Selbst unsere Ökos fliegen doch mal eben zum Fußball nach Barcelona.
14:45
...sollten sich "wohlzufrieden" und "xxyz" erstmal ein paar müllfreie Gedanken darüber machen, was denn die Begriffe Lautstärke, Lärm und db(?) so im Einzelnen bedeuten und wieso man nicht alles nachplappern sollte, was man dazu z.B. in der "Bäckerblume" aufschnappt.
13:48
"Leider fällt mir z.Zt. kein Mittel gegen verbale Müllverbreitung wie sie von" wohlzufrieden "verbreite wird ein." Ich möchte diesen Satz zur allgemeinen Erheiterung unkommentiert lassen, aber dennoch bemerken: Wer die Meinung anderer als "Müllverbreitung" bezeichnet, ist selber Müllproduzent.
Stimmt nicht... Es gibt sehrwohl Meinungen die schlichtweg " Müllverbreitung" sind, ohne das derjenige der diese so bezeichnet ein "Müllproduzent ist! Beispiel: Eine Meinung ist, dass Staubsaugen unsinn ist.. und jemand schreibt das hier nieder. Das ist eine Form vom Müllverbreitung, weil feststeht, dass staubsaugen der Gesundheit erstmal nicht abträglich ist. Es gibt auch ganz krasse Beispiele (z.B in der deutschen Geschichte) die von einigen, angezweifelt werden und ganz klar Müllverbreitung sind!
Zum Thema Meinung hilft es aber vorerst, das Wort selbst mal in einem Duden nachzuschlagen, bevor man schreibt: "Wer die Meinung anderer als "Müllverbreitung" bezeichnet, ist selbst Müllproduzent. " Das ist weichspülerei, deren ursache nur Meinungsunfähigkeit sein kann.