Das aktuelle Wetter NRW 21°C
Politik

Taliban köpfen 17 Teilnehmer einer Tanzveranstaltung

27.08.2012 | 17:24 Uhr
Foto: /AP/Rahmat Gul

Bei einer Tanzveranstaltung haben die Taliban im Süden Afghanistans 17 Menschen enthauptet und damit einmal mehr einen grausamen Beweis ihrer Macht in den von ihnen kontrollierten Gebieten geliefert. Das Innenministerium erklärte am Montag, zu dem Angriff sei es am Sonntag in der Provinz Helmand gekommen. Es seien auch Schüsse gefallen.

Kabul (dapd). Bei einer Tanzveranstaltung haben die Taliban im Süden Afghanistans 17 Menschen enthauptet und damit einmal mehr einen grausamen Beweis ihrer Macht in den von ihnen kontrollierten Gebieten geliefert. Das Innenministerium erklärte am Montag, zu dem Angriff sei es am Sonntag in der Provinz Helmand gekommen. Es seien auch Schüsse gefallen.

Die Menschen hatten sich zu einer Feier im Bezirk Musa Kala versammelt, wie die Provinzregierung erklärte. Musik spielte und es wurde getanzt. Zunächst hatte es geheißen, die Aufständischen wollten die Feier stoppen. Allen 17 Opfern wurde nach Angaben der Provinzregierung in Helmand der Kopf abgetrennt. Es war nicht klar, ob sie zuvor erschossen wurden.

Später berichtete ein Vertreter der Provinzregierung, dass die Getöteten in eine Auseinandersetzung zwischen zwei Taliban-Kommandeure geraten seien, bei der es um zwei Frauen gegangen sei, die sich ebenfalls unter den Opfern befänden. Es sei unklar, ob die Musik und der Tanz die Gewalt ausgelöst hätten und ob es sich bei den Toten ausschließlich um Zivilisten oder auch um Kämpfer handele.

Das Gebiet steht vollständig unter Kontrolle der Taliban. Jahrelang hatten US-Marineinfanteristen in dem Bezirk die Aufständischen bekämpft. Somit ist der Anschlag auch vor dem Hintergrund des NATO-Abzugs und der Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Streitkräfte zu sehen.

Im Osten des Landes eröffnete am Montagmorgen ein afghanischer Soldat das Feuer auf eine Gruppe von NATO-Soldaten und tötete zwei von ihnen. Die Tat ereignete sich in der Provinz Laghman, wie ein deutscher Sprecher der Allianz, Oberstleutnant Hagen Messer, erklärte. Das Bündnis teilte mit, die internationalen Soldaten hätten das Feuer erwidert und den Angreifer getötet.

Die Soldaten waren in einem Konvoi gemeinsam mit afghanischen Kameraden im Bezirk Alingar unterwegs, wie die Polizei in Laghman erklärte. Ein Fahrzeug sei auf einen Sprengsatz aufgefahren. Danach sei es zu einem Streit gekommen und einer der Afghanen habe auf seine ausländischen Verbündeten geschossen. Die NATO-Soldaten forderten Luftunterstützung an und Hubschrauber feuerten auf die afghanischen Soldaten.

In jüngster Zeit kommt es immer wieder zu Anschlägen afghanischer Sicherheitskräfte auf die internationalen Truppen. Allein in diesem Monat kosteten diese Taten zwölf Menschen das Leben, zehn von ihnen waren Amerikaner.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Aus dem Ressort
Fast die Hälfte aller Syrer sind auf der Flucht
Syrien
Das Leid und die Verzweiflung der Flüchtlinge in Syrien werden immer größer. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm. UN-Blauhelmsoldaten sind auf den Golanhöhen eingekesselt - sie wollen sich verteidigen.
Marode Brücken und Straßen - NRW-Städte fordern Soforthilfen
NRW-Straßen
Schlaglöcher, Teilsperrungen von maroden Brücken: Das ärgert alle. Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um Abhilfe zu schaffen. Die kommunalen Kassen sind leer, deshalb wurde zuletzt nur "Flickschusterei" für Notfälle betrieben. Alleine Köln bräuchte rund eine Milliarde Euro.
Loch an Loch - So mies sind die Straßen an Rhein und Ruhr
Schlaglöcher
Löcher, Buckel, Risse – immer mehr Straßen an Rhein und Ruhr verkommen. Im Sauerland pflanzten Politiker vor vier Jahren einen Baum in ein Schlagloch. Die Aktion war witzig, genützt hat sie nicht. Die Löcher sind immer noch da. Für die städtischen Straßen fehlen im Jahr fast drei Milliarden Euro.
EU-Außenminister beraten über Ukraine und Irak
EU
Die Außenminister der 28 EU-Staaten beraten in Mailand über die sich verschärfende Krise in der Ukraine. Von dem informellen Treffen werden keine Entscheidungen erwartet, sagten Diplomaten.
2600 Tote im Ukraine-Krieg - Merkel setzt auf Diplomatie
Ukraine-Krieg
Die Warnungen aus dem West haben Russlands Präsident Wladimir Putin nicht aufgehalten: 1000 russische Soldaten befinden sich nach westlichen Angaben auf ukrainischem Terrain. Merkel und Obama sind sich einig: Das darf nicht folgenlos bleiben. An ein militärisches Eingreifen ist aber nicht zu denken.