Taliban-Kämpfer greifen Parlament in Kabul an

Die Darulaman-Straße, die zum Parlament führt, wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt.
Die Darulaman-Straße, die zum Parlament führt, wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt.
Foto:  Jawad Jalali
Was wir bereits wissen
Die Taliban haben das Parlament in Kabul angegriffen. Einige Kämpfer versuchten auch, ins Gebäude vorzudringen. Es gab zudem einen Selbstmordanschlag.

Kabul.. Die radikalislamischen Taliban haben das afghanische Parlament in Kabul angegriffen. Zunächst habe sich am Montag ein Selbstmordattentäter in einem Auto am Westtor des Parlaments in die Luft gesprengt, sagte Kabuls Polizeichef Abdul Rahman Rahimi. "Andere Angreifer haben versucht, ins Parlament einzudringen."

Angreifer haben versucht, ins Parlament einzudringen

Sie seien von Polizisten in Kämpfe verwickelt worden und in ein nahe gelegenes Gebäude geflohen. Von dort aus lieferten sie sich Gefechte mit den Sicherheitskräfte. Soldaten und Polizisten seien zur Verstärkung entsandt worden. Über Opfer war zunächst nichts bekannt.

Terrorismus Die Taliban übernahmen die Verantwortung. "Das Parlamentsgebäude ist unter schwerem Angriff der Mudschaheddin und ist umstellt worden", teilte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid über Twitter mit. Im Parlament wollte sich am Montag der designierte neue Verteidigungsminister, Masum Staniksai, den Abgeordneten vorstellen.

In einem Fernsehbericht aus der Parlamentssitzung war eine laute Detonation zu hören. Anschließend schreien Menschen, Staub wirbelt auf. In der Nähe des Parlaments ertönten Explosionen und Schüsse. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Abgeordnete aus dem Gebäude flohen. Rauch stieg auf. Die Darulaman-Straße, die zum Parlament führt, wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt.

Taliban rücken auf Ex-Bundeswehr-Standort Kundus vor

Am früheren Bundeswehr-Standort Kundus setzten die Taliban ihren Vormarsch unterdessen fort. In der Provinz erborten die Aufständischen am Montag weitgehend den Bezirk Dascht-e-Archie, wie Distriktgouverneur Nasruddin Sayedi sagte. (dpa)