Taktikanleitung für die Wahlkabine
27.09.2009 | 11:46 Uhr 2009-09-27T11:46:00+0200
Berlin. Zwei Stimmen hat jeder Wahlberechtigte bei der Bundestagswahl. Zwei Stimmen, die man beide einer Partei geben kann, aber auch verteilen kann. DerWesten zeigt, welche Stimmenvarianten welchem Parteienbündnis nützen. Eine Anleitung zum taktischen Wählen.
Zweitstimme. Das hört sich an wie Zweitwagen. Oder zweite Wahl. Irgendwie weniger wichtig. Jedenfalls nicht so entscheidend wie Erststimme. Welch ein Irrtum! Die Zweitstimme entscheidet über die Sitzverteilung der Parteien im Parlament. Glaubt man denen, denen vor Wahlen immer weniger geglaubt wird, den Meinungsforschern, dann wusste über die Hälfte der Bundesbürger schon vor 20 Jahren nicht wirklich, was es mit dem Prinzip Erst-/Zweitstimme und seinen Wechselwirkungen auf sich hat. Damals waren die politischen Lager noch überschaubar. Und das Phänomen des taktischen Wechselwählers, der mit einem bewussten Splitten von Erst- und Zweitstimme auf verschiedene Parteien, bestimmte Koalitionsbündnisse zu befördern sucht, weitgehend unbekannt.
Taktisches Wählen wird immer schwieriger
Bei der Bundestagswahl kann jeder Wähler auf dem Stimmzettel zwei Kreuzchen machen. Das erste Kreuzchen geben die Wähler einem Politiker aus ihrem Ort oder ihrer Umgebung, den sie besonders gut finden. Der Politiker ist Direktkandidat seiner Partei. Wenn er genug Wählerstimmen bekommt, darf er im Bundestag arbeiten.
Mit dem zweiten Kreuzchen bestimmen die Wähler, welche Partei sie am besten finden. Je mehr Kreuzchen die Wähler einer Partei geben, desto mehr Politiker darf die Partei insgesamt in den Bundestag schicken. Ein Teil der Politiker wird also mit der Erststimme gewählt, der andere mit der Zweitstimme.
Es kann passieren, dass mehr Direktkandidaten einen Sitz im Parlament gewinnen als der Partei laut Zweitstimme zustehen. Wenn eine Partei nach der Zweitstimme zum Beispiel 20 Politiker ins Parlament schicken darf, sie aber 22 Direktmandate holt, dann sind das zwei mehr als sie haben darf. Die Direktkandidaten, die zu viel sind, bekommen trotzdem einen Platz im Bundestag. Sie erhalten ein sogenanntes Überhangmandat. (ddp)
Vor dem Wahlsonntag ist genau Letzteres Sorge und Hoffnung zugleich bei fast allen sechs Parteien (CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne, Linkspartei), die aussichtsreich in den 17. Deutschen Bundestag streben. Weil taktisches Wählen umso schwieriger wird, je mehr Parteien ins Parlament einziehen und sich dabei alle Bündnis-Konstellationen offen halten, haben die Parteien zuletzt per Beschluss die möglichen Resultate deutlich reduziert.
Das kam so: Die FDP schließt ein Trio mit Grünen und SPD („Ampel”) ebenso aus wie die Grünen ein Trio mit CDU/CSU und FDP („Jamaika”). Die SPD würde zwar mit den Grünen allein, aber nicht mit Grünen und Linkspartei zusammengehen. Für Rot-Grün wie für Schwarz-Grün zeichnen sich aber aus heutiger Umfragesicht keine Mehrheiten ab. Heißt: Einen Tag vor der Wahl gibt es - vorausgesetzt, die Parteien bleiben bei ihren Positionen - nur zwei Konstellationen mit hoher Wahrscheinlichkeit: Schwarz-Gelb mit Merkel und Westerwelle oder eine zweite Auflage der amtierenden großen Koalitionsregierung aus CDU/CSU und SPD.
Tipps für Anhänger des schwarz-gelben Lagers
Für Anhänger des schwarz-gelben Lagers könnte ein Stimmensplitting dabei so aussehen: Weil FDP-Kandidaten mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Direktmandate gewinnen, wird diesen Wählern empfohlen, mit der Erststimme den jeweiligen CDU-Kandidaten zu wählen und mit der Zweitstimme die Liberalen in den Bundestag zu hieven. Folgewirkung: Wer seine Stimmen so aufteilt, erhöht die Chance auf Extra-Sitze im Parlament, so genannte Überhangmandate. Sie entstehen, wenn eine Partei (im angenommenen Fall wäre das die CDU) mehr Direktmandate holt, als ihr Sitze nach den Zweitstimmen zustehen.
Überhangmandate hat es bei vorangegangenen Wahlen immer wieder gegeben; allerdings nie in einem solchen Ausmaß, dass sie die Wahl entscheiden können. Diesmal, so haben verschiedene Institute errechnet, könnte das der Fall sein. Selbst wenn CDU/CSU und FDP nur auf 46 bis 47 Prozent der Zweitstimmen kämen, könnten rund 15 zurzeit für wahrscheinlich gehaltene Überhangmandate für die Union Merkel und Westerwelle die Regierungsmehrheit gegenüber einem Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei sichern.
Tipps für Anhänger einen rot-grünen Bündnisses
Während Juristen über die Legitimität einer auf Überhang-Mandaten gebauten Mehrheit streiten, was müßig ist, weil das Verfassungsgericht dies eindeutig bejaht hat und erst 2011 ein reformiertes Wahlrecht verlangt, gehen die Diskussionen im linken Parteienspektrum in eine andere Richtung. Konkret: Wenn ein Gutteil der Anhänger von Linkspartei und Grünen ihre Erst-Stimme dem (bis auf ganz wenige Ausnahmen) jeweils aussichtsreicheren SPD-Direktkandidaten geben würden, so die Wahlforschung, würde sich die Zahl der Überhangmandate für die Union drastisch reduzieren - und somit auch die Erfolgschance für eine schwarz-gelbe Regierungsmehrheit.
Wer bei dieser Art von taktischem Wählen nicht auf Anhieb durchblickt, erhält im Internet unter www.wahlrecht.de detaillierte Hinweise, wie Stimmensplitting sich im jeweiligen Wahlkreis voraussichtlich auswirken wird. Bei der Wahl 2005 nutzten rund 11,5 Millionen Wähler die Möglichkeit, Erst- und Zweitstimme auf verschiedene Parteien zu verteilen. NRZ

15:25
1Ihr aber, ihr Reichen, weint nur und klagt über das Elend, das euch treffen wird.
2Euer Reichtum verfault, und eure Kleider werden von Motten zerfressen.
3Euer Gold und Silber verrostet; ihr Rost wird als Zeuge gegen euch auftreten und euer Fleisch verzehren wie Feuer. Noch in den letzten Tagen sammelt ihr Schätze.
4Aber der Lohn der Arbeiter, die eure Felder abgemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, schreit zum Himmel; die Klagerufe derer, die eure Ernte eingebracht haben, dringen zu den Ohren des Herrn der himmlischen Heere.
5Ihr habt auf Erden ein üppiges und ausschweifendes Leben geführt, und noch am Schlachttag habt ihr euer Herz gemästet.
6Ihr habt den Gerechten verurteilt und umgebracht, er aber leistete euch keinen Widerstand.
Euer Reichtum verfault !
Nicht aus dem Programm der LINKE(N) oder der SPD – NEIN , sondern aus :
Jak 5, 1-6 HEUTE 2. Lesung aus dem Jakobusbrief :
„Der Gerechte leistete keinen Widerstand – !“
Nur ,was würde ER Heute mit der ERSTEN und der ZWEITEN Stimme wählen -, um Widerstand zu leisten ?!?
Mit zuversichtlichen Grüssen
Ein kerl, obgleich ein schlechter…!
15:25
wenn ich Wahlvieh schreibe, so meine ich damit den begriff der von den Medien erfunden wurde. Ansonsten wähle ich heute die LINKE und hoffe auf mindestens 15%. einen schönen Sonntag allen zusammen.
13:31
2 Stimmen für Die Linke das is meine Taktik...
13:01
@19 Alle Wähler in der BRD sind mündig, und die WAZ weiss das. Politisch steht die WAZ eher links als rechts, das weiss wer auch andere Medien liest. Wer die DDR wiederhaben will mit menschenverachtender Entmündigung und Unterdrückung, der sollte die SED-Nachfolgepartei DIE LINKEN wählen. Wen oder was was meinten Sie mit Wahlvieh? :-)
11:42
die WAZ Mediengruppe schreibt schon ohne Scham vor wie das Wahlvieh sich verhalten soll. Zum letzten mal hatten wir das 1989 noch in der DDR, aber die WAZ hat wohl noch nicht geschnallt das die WählerInnen mündig sind.
09:23
Ich bin so unentschlossen !
Der Artikel : Eine Anleitung, ein verfassungswidriges Wahlsystem auszunutzen ! BRAVO !
Welchen Vorwurf darf ich da je wieder jemandem machen !?
Wegen eines vermeintlich kleineren Übels ?!
Ihre, Meine ?! : FÖRDERuNg der Selbstsucht !
Genau das will ich nicht.
Das FORDERE ich von mir.
Ich hoffe, ich gewinne, wenn ich verliere.
Ähnlich etwa wie die, die mehr Arbeit haben (wollen), wenn deren Kündigungsfrist verkürzt,
und deren Einkommen höher sei, wenn die Löhne geringer sind,
werde ich verzichten.
Aber nicht genau so.
Heute denke ich nur an mich
damit es anderen besser geht.
Meine Stimme hat heute kein negatives Gewicht.
09:15
Wer eine/n Kandidaten/in der CDU wählt , läuft Gefahr auf Überhang ....deshalb : gelb und schwarz ganz weglassen. .......dann wird es auch was mit unseren Nachbarn !
09:01
1. Stimme XXX
2. Stimme für die Piraten.
08:35
An diesem Artikel stört mich der fehlende Hinweis darauf,dass man die Erststimme ganz weglassen kann.Diese Tatsache wird fast nirgends propagiert.
Warum wohl?
07:00
Also, ich gehe jetzt erst Mal arbeiuten (stimmt tatsächlich). Und heute Nachmittag auf dem Rückweg halte ich vielleicht am Wahllokal an..
Mag sein das meine Wahl dann spontan von meiner Stimmung geprägt sein wird.
Auch ich bin versucht, das kleinere Übel zu wählen. In meinen Falle wäre das dann die Sozialdemokratische Partei.
Aber ich habe ja noch ein paar Stunden zeit.