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Syrien

Syrische Aktivisten berichten von schweren Kämpfen in Daara

20.08.2012 | 14:24 Uhr
Lakhdar Brahimi sagte, er sei als neuer UN-Sondergesandter auf die Einigkeit des UN-Sicherheitsrats angewiesen, wenn er die blutigen Konflikte in Syrien lösen soll.Foto: dapd

Amman/Beirut.  Die Gefechte in Syrien weiten sich aus - inzwischen auch auf die Nachbarländer Jordanien und Libanon. Die jüngsten Gewalttaten fallen auf die Abschluss-Festlichkeiten des Fastenmonats Ramadan. Ein Ende der blutigen Konflikte ist laut dem neuen UN-Sondergesandten Lakhdar Brahimi nicht absehbar.

Auch am zweiten Tag eines der höchsten muslimischen Feste haben sich syrische Regierungstruppen und Rebellen in der Stadt Daraa im Süden des Landes heftige Gefechte geliefert. Dabei kamen nach Angaben von Aktivisten am Montag mindestens sechs Menschen ums Leben. Unter den Opfern der Kämpfe seien zwei Kinder und zwei Frauen gewesen. Das berichteten die Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Örtlichen Koordinationskomitees.

Gefechte tobten demnach auch in vielen anderen Landesteilen, darunter in Vororten der Hauptstadt Damaskus und in der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo. Auch dort habe es Tote und Verletzte gegeben, hieß es. Die jüngsten Gewalttaten fallen auf den zweiten Tag der Festlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan.

Syrische Opposition legt Pläne für Zeit nach Assad vor

Unterdessen wurde bekannt, dass die syrische Opposition mit Unterstützung Deutschlands und der USA sechs Monate lang die Zeit nach einem möglichen Sturz von Präsident Baschar al-Assad vorbereitet hat. "Wenn Assad stürzt, stehen wir nicht mit leeren Händen da", sagte der Exilsyrer Ferhad Ahma über das Projekt "The Day After".

Der Berliner Grünen-Politiker, der seit 1996 in Deutschland lebt und seit 2010 wegen seines Engagements in der Opposition auf der syrischen Fahndungsliste steht, beteiligte sich an den Verhandlungen bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Sie wurde aus Sicherheitsgründen lange geheim gehalten. Dabei wurden in sechs Bereichen die Grundlagen für die Zeit nach Assad erarbeitet, darunter die Reform des syrischen Sicherheitsapparats, der Prozess der nationalen Aussöhnung und die Entwicklung einer neuen Verfassung.

Sondergesandter Brahimi: Keine konkrete Lösung für Syrien in Sicht

Der neu ernannte UN-Sondergesandte für Syrien, Lakhdar Brahimi, äußerte sich dennoch skeptisch. Er habe noch keine konkreten Vorstellungen, wie der seit 18 Monaten andauernde blutige Konflikt zu lösen sei, erklärte Brahimi. Der gespaltene UN-Sicherheitsrat sei dabei das größte Problem. China und Russland nutzen ihr Vetorecht, um ein robustes Durchgreifen gegen das Assad-Regime zu blockieren.

Video
New York/Damaskus, 17.08.12: Der frühere algerische Außenminister Lakhdar Brahimi ist laut UN-Kreisen bereit, die Nachfolge von Syrien-Sondervermittler Kofi Annan anzutreten. Brahimi wolle, so ein Insider, eine andere Strategie verfolgen als Annan.

Er könne nicht viel anders machen als sein Vorgänger Kofi Annan, sagte Brahimi. Es komme hingegen darauf an, wie die Mitglieder des Sicherheitsrates handelten. "Sie müssten mit einer Stimme sprechen und das, was ich in ihrem Namen tun soll, klar unterstützen. Das ist es, was ich brauche", betonte der ehemalige algerische Außenminister und langjährige UN-Diplomat.

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