Syriens Despot Assad gibt sich in der ARD gesprächsbereit

Syriens Präsident Bashar al-Assad hat der ARD ein Interview gegeben. Er sagt, er hoffe auf Frieden in seinem Land.
Syriens Präsident Bashar al-Assad hat der ARD ein Interview gegeben. Er sagt, er hoffe auf Frieden in seinem Land.
Foto: REUTERS
Was wir bereits wissen
Syriens Machthaber Assad hat der ARD ein Interview gegeben – in Damaskus. Assad verspricht darin, die Waffenruhe einhalten zu wollen.

Damaskus..  Syriens Präsident Baschar al-Assad will die seit Samstag geltende Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland zu einem Erfolg führen. „Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert“, sagte Assad in einem am Dienstag vorab veröffentlichen TV-Interview mit der ARD-Sendung „Weltspiegel-Extra“.

Assad bot den syrischen Rebellen eine Amnestie und gegebenenfalls eine „Rückkehr in ihr normales ziviles Leben“ an. Bedingung sei, dass sie die Waffen abgeben, so der Präsident.

ARD-Chefredakteur verteidigt Interview mit dem Despoten

Das Interview wurde von dem ARD-Korrespondenten Thomas Aders in Damaskus geführt. Der Chefredakteur von ARD Aktuell, Kai Gniffke, begründete im Blog der „Tagesschau“ die Entscheidung für ein Interview mit dem Despoten, der für den Tod Zehntausender Zivilisten verantwortlich gemacht wird. Mit Assad zu sprechen bedeute nicht, sich mit ihm gemein zu machen, seine Politik gut zu heißen oder zu tolerieren, schrieb Gniffke: „Vielmehr geht es darum, etwas von ihm wissen zu wollen, zu erfragen, wie er die Dinge sieht und zu zeigen, wie er tickt.“

Das sei eine Kernaufgabe von Journalismus, betonte der Chefredakteur in dem Eintrag unter der Überschrift „Darf man mit Assad reden?“ Man hoffe mit dem Interview dazu beizutragen, dass sich die Zuschauer und Nutzer ein eigenes Urteil über den Syrien-Konflikt bilden können.

Assad bezeichnete in dem Gespräch die Lage der Bevölkerung in seinem Land als „humanitäres Desaster“. Er bestritt jedoch, dass seine Truppen Rebellen-Gebiete von jeglicher Versorgung abschnitten. Die syrische Armee und Städte unter ihrer Kontrolle würden aus diesen Regionen heraus bekämpft und bombardiert. „Wie sollten wir diese Gebiete von der Nahrungsmittelzufuhr abschließen, wenn wir sie doch nicht an der Beschaffung von Waffen hindern können?“, sagte Assad.

Assad: Syrien nicht mehr „vollständig souverän“

An Deutschland gewandt betonte er, es sei „gut, wenn Flüchtlinge aufgenommen werden, die ihr Land in Not verlassen“ hätten. Zugleich stellt er die Frage, ob es nicht klüger und auch „weniger kostspielig“ sei, Syrern zu helfen, in ihrem eigenen Land leben zu können. Dafür müsste sich der Westen entschließen, gegen den Terror zu kämpfen und nicht gegen sein Land, sagte Assad.

Er räumte ein, dass Syrien nicht mehr „vollständig souverän“ sei und militärische Hilfe aus Russland, dem Iran und aus dem Libanon erhalte. Dies geschehe, um das Übergreifen des islamistischen Terrors zu begrenzen. Letztendlich „sind sie nicht zu unserer Verteidigung gekommen, sondern zu ihrer eigenen Verteidigung“, sagte Assad.

• Das vollständige Interview ist ab diesen Dienstag 20.15 Uhr in englischer und deutscher Fassung bei tagesschau.de und tagesschau24 zu sehen. (dpa/jei)