Süße Zeiten

Zu gewissen Zeiten des Jahres gerät die Redaktion zu einer Art Verwertungsanstalt von Süßigkeiten. Als Resterampe dient ein Schrank, auf den alles drauf gepackt wird, was daheim weg muss, aber nicht fortgeworfen werden soll – wohl wissend, dass an einem lieben, langen Arbeitstag Unterzuckerung stets ein Thema ist und alsbald alles verputzt ist. Das ist sehr schön nach den Karnevalstagen zu beobachten, im Anschluss an Weihnachten oder jetzt ganz aktuell als kalorienträchtiges Nachspiel zum Osterfest. Ganz persönlich geriet ich am Ostermontagnachmittag in Versuchung und griff in das Glas mit kunterbunten Baiser-Eiern, von denen ich zuletzt eines vor gefühlt 34 Jahren gegessen und über die Zeit vergessen hatte, dass es Dinge gibt, die süßer als süß schmecken. Sollte die Gesundheit mitspielen, wird das nächste Baiser-Ei deshalb voraussichtlich in frühestens drei Jahrzehnten verhaftet und sei der Schmacht und auch das Angebot auf dem Schrank noch so groß. Gestern gab es übrigens Kirschstreusel. Gute Sache das, darf gerne wiederkommen...