Südeuropäer sind empört über Merkels Äußerungen
19.05.2011 | 19:18 Uhr 2011-05-19T19:18:00+0200Madrid/Paris. Vermeintlich faule Südeuropäer ereifern sich über die Klischees, die Kanzlerin Merkel bei ihrem Auftritt in Meschede verbreitete. Und haben die Zahlen auf ihrer Seite: Spanier arbeiten mehr als Deutsche.
Die Gewerkschaften schäumen, die Regierungen schweigen betreten, das Volk ist empört: Die Kritik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Bewohner der Schuldenländer Spanien und Portugal aufforderte, mehr zu arbeiten und weniger Urlaub zu machen, erzürnt Südeuropa.
„Frau Merkels Bemerkungen sind eine Provokation, beleidigend, unbegründet und demagogisch gegenüber Ländern, die mit einer sehr schweren Wirtschaftskrise zu kämpfen haben“, sagte die portugiesische Europa-Abgeordnete Elisa Ferreira. „Skandalös und realitätsfern“ nannte der spanische Abgeordnete Alejandro Cercas die Äußerungen – „anstatt uns zu helfen, wirft sie uns Knüppel zwischen die Beine“. Sein griechischer Kollege Michalis Tremopoulos sieht die europäische Zusammenarbeit bedroht. „Was wir brauchen, ist ein Europa, das Solidarität und Verantwortung ins Gleichgewicht bringt“, sagte er – stellte aber fest, dass Merkel dieser Vision den Rücken gekehrt habe.
Tiefe Ignoranz
Merkels Pauschalschelte „zeigt eine tiefe Ignoranz“ der Kanzlerin, schimpft der Boss der portugiesischen Gewerkschaft UGT, Joao Proenca, und spricht damit seinen Kollegen beim großen Nachbarn Spanien aus der Seele.
„Frau Merkel hat bewiesen“, fährt Gewerkschaftschef Proenca fort, „dass sie nicht sehr besorgt um die europäische Einheit ist“. Vor allem, weil sie mit falschen Informationen Zwietracht streue, befinden die Arbeitnehmervertreter. Tatsache ist, studiert man die Statistiken von Eurostat und OECD, dass weder Spanier noch Portugiesen weniger schuften als die Deutschen, sondern ganz im Gegenteil. Zudem machen die Menschen auf der iberischen Halbinsel weniger Ferien als die Deutschen, verdienen laut der spanischen Gewerkschaft CCOO „40 Prozent weniger“ und „arbeiten mehr Stunden“ als ihre deutschen Kollegen.
Deutsche Lehrmeister
Die Regierungen in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon und in der spanischen Metropole Madrid hielten sich am Donnerstag mit offiziellen Äußerungen zu Merkels Attacke zurück. Portugals sozialistischer Übergangs-Regierungschef Jose Socrates begnügte sich mit dem knappen Satz: „Ich bin nicht einverstanden.“
Spaniens Ministerpräsident Jose Luis Zapatero zog es vor, besser nichts zu sagen. Zapatero hat sich in der Vergangenheit schon öfter über Merkels lehrmeisterliche Töne geärgert, die in Madrid zuweilen als deutsche Überheblichkeit ankommen.
Ein Standard-Kommentar, den man dieser Tage auf den Straßen Spaniens oft hört, lautet: „Ich möchte gerne Deutscher sein.“ Vor allem, weil in „Alemania“ der Lebensstandard, der sich unter anderem in Löhnen, Pensionen und sozialer Sicherheit ausdrückt, sehr viel höher sei.
Mehr arbeiten, die Hälfte verdienen
Ein paar Beispiele: Der gesetzliche Regelurlaubsanspruch in Spanien beträgt nur 22 Arbeitstage, in Deutschland 24. Die Spanier arbeiten laut der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) 1653 Stunden im Jahr, die Deutschen nur 1389. Der mittlere Jahres-Bruttolohn liegt südlich der Pyrenäen bei 23 200 Euro, im Merkel-Land bei 42 400 Euro.
Viele Spanier würden übrigens gerne mehr arbeiten, können aber mangels Jobs nicht: Die Arbeitslosigkeit im Königreich liegt bei horrenden 21 Prozent, in Deutschland nur bei etwas über sieben Prozent. Deutsche gehen im Schnitt übrigens mit 61,5 Lebensjahren in den Ruhestand, die Spanier mit 62,8 und müssen sich zudem mit deutlich niedrigeren Renten begnügen.
Dass Spanien trotz mehr Arbeitsstunden und weniger Urlaubstagen in Sachen Wirtschaft nicht mit Europas Wirtschafts-Lokomotive Deutschland mithalten kann, hat vor allem einen Grund, den der spanische Gewerkschaftsführer Ignacio Fernandez Toxo so definiert: „Wir haben ein Problem der Produktivität.“
Französische Ruhe
Merkels Forderung nach Angleichung des Renteneintrittsalters dürfte denn auch eher die Franzosen treffen. Sie gehen im Schnitt sogar mit unter 60 Jahren in Rente, also erheblich früher als Spanier, Portugiesen oder auch Griechen. Da es in Merkels Rede in Meschede aber um die Zukunft des Euro und daher um die Probleme der größten Schuldenmacher ging, mussten sich die Franzosen diesmal nicht angesprochen fühlen – und taten es auch nicht. „Ein paar Merkel-freundliche Kommentare auf der Internetseite des Figaro“, meldete unser Korrespondent aus Paris. „Ansonsten nichts.“

17:43
Frau Merkel: Wer soll eigentlich bei der deutschen Überverwaltung die teuren politischen und Beamtenpensionen bezahlen? Da sollten Sie mal drüber reden. Die Menschen haben weder in Griechenland, noch in Deutschland oder Portugal und Irland über ihre Verhältnisse gelebt. Über die Verhältnisse lebt wohl die Politik mit ihrer Selbstbedienung. Und die Politik hat die Länder in die Verschuldung geführt, teils bis zum Ruin. Da sitzen die Verbrecher. Angefangen bei den Banken bis zur Politik.
17:38
Es ist eine Frechheit Merkels, sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Andere Länder wollen den deutschen Sozialabbau nicht. Die Griechen sollten austreten und ihre alte Währung wieder einführen: Weitere Länder würden folgen. Die deutsche Hochnäsigkeit ist nicht zu überbieten. Wir selbst sind mit 2 Billionen Euro verschuldet, die niemals wieder getilgt werden können. Das kann ein Grundschüler errechnen. Die Politik in Berlin ist schlechter als mangelhaft und brüskiert andere Länder mit anderen Gewohnheiten.
16:49
@39,Mippes-
Sie habens ja schwer mit demkleinen Mann,der nichts versteht.Wer ist das?? Sie liegen mit vielen Ihrer Äusserungen durchaus richtig.Aber bitte nicht so Oberlehrerhaft.
11:29
Ach wie toll wir Deutschen doch sind, weil wir bei 5 Grad plus schneller gearbeitet haben, damit uns warm wird, während die faulen Portugiesen und Spanier langsam gearbeitet haben, weil sie sonst bei 40 Grad einfach umgefallen wären. *lach*
11:23
Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.
Diese Frau ist langsam untragbar!
Und wenn man den Zahlen trauen darf, dann sind eigentlich die Franzosen die größten Faulpelze!
Warum spricht Sie nicht mal Herrn Sarkozy und die Franzosen an, die Mehrheitlich schon vor dem 60. Lebensjahr in Rente gehen?
Oder warum spricht Sie nicht mal die horrenden Altersbezüge der Politiker in Deutschland an und damit Ihre eigenen Bezüge?
10:50
Frau Merkel hat recht.Wenn wir früher mit unserem Schiff Portugal anliefen ,dauerte das Entladen 3Tage,liefen wir Spanien an ,dauerte es 2Tage,Niederlande 1 Tag ,Deutschland 6 Stunden
10:47
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08:43
Die Aussage von Frau Merkel ist völlig unangebracht und unterstes Niveau. Die Arbeitnehmer der Schuldnerländer können nichts dafür wenn ihre Regierungen Schulden machen. Grundsätzlich ist es erst einmal Sache der Arbeitnehmer, Gewerkschaften und Regierung Renteneintrittsalter auszuhandeln - nach ihren jeweiligen Erfordernissen. Da braucht es keine Belehrungen von Frau Merkel. Hier werden Emotionen geweckt die nicht gut sind für ein gemeinsames Europa.
Aber auch der Artikel in der WAZ schürt Emotionen. Die Deutschen gehen nicht mit 61,5 in Rente, sie werden schlichtweg von ihren Arbeitgebern vor die Tür gesetzt. Sie dürfen dann wählen: Vorruhestand mit erheblichen Einbußen oder 2 Jahren Arbeitslosengeld und dann Harz IV. Viele würden gern bis 65 arbeiten, und das würden die Spanier, Portugiesen, Griechen auch - wenn denn sie nur könnten
08:30
Der Schein trügt. So der Titel eines Dokumentarfilms über die Rätsel des Geldes. Siehe: http://derscheintruegt.com/
Der Schein trügt lässt sich sinngemäß auf alles in Deutschland übertragen. Keine der etablierten Parteien regiert, wenn sie denn einmal an der Macht ist, für das Volk in unserem Land. Sie werden zu Handlangern der Wirtschaft und des Finanzsystems. Der endgültige Zusammenbruch ist vorprogrammiert. Das Volk wird mit Propaganda und Hetze in viele kleine Einheiten gespalten, sodass es wehrlos sei...
Ein Artikel, der 1999 in der Schweiz erschien, zeigt auf, was auch bei uns die Fehler im System sind. http://www.schweizerzeit.ch/0499/leit.htm
Wir brauchen mehr direkte Demokratie und eine starke Opposition. Dazu müssen sich die politikmüden Deutschen wieder engagieren. Jammern nutzt uns nichts. Wir müssen aktiv sein, um Veränderungen zu erreichen.
08:25
Merkel soll mal lieber vor der eigenen Haustür kehren. Sie soll mal überlegen wo sie herkommt und wie es dort mit arbeiten aussah.
Ferner haben wir hier doch selber reichlich Sozialschmarotzer die zu faul zum arbeiten sind.
Dann die Firmen, die keine Ausbildungsplätze schaffen, die Firmen die nur an ihren eigenen Profit denken und Arbeitsplätze abbauen.
Von den Politikern, die sich horrende Diäten zukommen lassen, sämtliche Vorteile haben, mal ganz zu schweigen.
Diese Frau ist einfach untragbar und nur noch peinlich. Sie kann zwei Sachen gut und zwar:
Abtauchen und aussitzen und nur Müll reden.