Sturm stoppt Zugverkehr in NRW

Zehntausende Pendler und Reisende strandeten am Dienstag auf den Bahnhöfen – wie hier in Bochum.
Zehntausende Pendler und Reisende strandeten am Dienstag auf den Bahnhöfen – wie hier in Bochum.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Dienstag hat sich Sturmtief Niklas über Deutschland ausgetobt. Wer am Mittwoch mit der Bahn fahren will, sollte sich vorher vergewissern, dass der Zug auch fährt.

Die Bahn hat nach dem heftigen Sturm am Dienstag den Betrieb am Abend teilweise wieder gestartet, doch es blieb ungewiss, ob sie am Mittwoch nach Fahrplan fahren kann. Denn die Schäden durch den Sturm Niklas hätten ähnliche Ausmaße wie nach Kyrill und Ela, sagte ein Sprecher.

Am Dienstagvormittag hatte die Bahn im Ruhrgebiet vorübergehend den Fernverkehr eingestellt und dann in ganz NRW den Nahverkehr für den Rest des Tages. Das Problem: umgestürzte Bäume in Oberleitungen, etwa in Duisburg, Recklinghausen und zwischen Bochum und Essen. An Reparaturen war zunächst nicht zu denken, weil Niklas nicht aufhörte zu stürmen. Das Problem ist aber nicht der einzelne Sturm: Die Bahn hat seit Jahren Schwierigkeiten mit hohen Bäumen, die zu nahe an der Oberleitung und der Strecke stehen.

Zehntausende strandeten am Bahnhof

Zehntausende Menschen strandeten an den Bahnhöfen und suchten neue Wege, ans Ziel zu kommen. Bus-Ersatzverkehr gab es nicht, denn „so viele Busse hat niemand auf dem Hof“, sagte eine Bahnsprecherin. Allerdings öffnete die DB die Züge des Fernverkehrs auch für Pendler. Andernorts stiegen die auf den Nahverkehr um, etwa zwischen Essen und Bochum oder zwischen Duisburg und Düsseldorf. In Firmen organisierten die Menschen Fahrgemeinschaften, damit alle nach Hause kamen; andere zogen in Hotels oder übernachteten bei Kollegen.

In Hagen wurden zwei Arbeiter schwer verletzt, als der Sturm das Gerüst umriss, auf dem sie arbeiteten: Sie stürzten in die Tiefe. In Neukirchen-Vluyn und in Unna stürzten Bäume auf zwei Menschen und verletzten sie schwer. In Sachsen-Anhalt starb ein Mann unter einer einstürzenden Mauer. Im Westerwald wurden zwei Männer von einem Baum in ihrem Auto erschlagen. Besonders schwer tobte sich der Sturm in Bayern aus: Die Polizei räumte den Münchener Hauptbahnhof, weil unter dem Druck des Sturms Dachfenster sich verschoben hatten und herabzustürzen drohten.

Im morgendlichen Berufsverkehr kam es zu Problemen auf den Autobahnen von NRW. Von der A2 in Bottrop und der A52 in Essen mussten Straßenarbeiter Bäume entfernen.