Sturm Niklas bremst die Bahn aus

An Rhein und Ruhr..  Wer am heutigen Mittwoch an Rhein und Ruhr mit der Bahn fahren will, sollte sich vorher vergewissern, dass der Zug auch fährt. Die DB wollte den Betrieb in der letzten Nacht wieder starten, doch es blieb ungewiss, ob sie den Fahrplan würde einhalten können. Denn die Schäden durch Sturm Niklas hätten ähnliche Ausmaße wie nach Kyrill und Ela, sagte ein Sprecher. Auch am Abend und in der Nacht gab es wieder schwere Gewitter und Sturmböen.

Zehntausende strandeten gestern an den Bahnhöfen, mussten ausweichen auf Taxis, Mitfahrgelegenheiten oder eine Übernachtung im Hotel. Bei Feuerwehr und Polizei gingen die Notrufe im Minutentakt ein, es wurden Hallendächer abgedeckt und Dachziegel heruntergeweht, Autobahnen wurden teilweise gesperrt, die Rheinbrücke bei Emmerich ganz. Bäume stürzten ebenso um wie Strommasten. Im rheinland-pfälzischen Montabaur und in Sachsen-Anhalt wurden drei Menschen getötet, zahlreiche wurden schwer verletzt, darunter zwei Arbeiter, die von einem Baugerüst an der Lennetalbrücke 20 Meter in die Tiefe stürzten. Auch in Österreich und der Scheiz gab es zwei Unwettertote.

Um 11 Uhr kapitulierte die Deutsche Bahn vor der gewaltigen Kraft des Unwetters. Der gesamte Nahverkehr in NRW wurde eingestellt. Gegen Abend ließ die Bahn den Nahverkehr schrittweise wieder anlaufen. Zunächst fuhren die Züge aber nur mit verminderter Geschwindigkeit.

„So viele Busse hat niemand“

Im Fernverkehr gab es zwar keinen kompletten Stopp, aber nur einzelne Züge erreichten ihre Ziele in NRW. An vielen Bahnhöfen ging so gut wie nichts mehr. Ersatzverbindungen mit Bussen zu organisieren sei wegen der Vielzahl der Zugausfälle „schier unmöglich“, sagte die Bahnsprecherin. „So viele Busse hat niemand auf dem Hof.“

Das Ruhrgebiet war vom Bahnverkehr weitgehend abgeschnitten. Der Fernverkehr von Dortmund über Essen und Düsseldorf nach Köln war komplett gestört.

Im morgendlichen Berufsverkehr kam es zu Problemen auf den Autobahnen. Die A 45 bei Hagen war stundenlang gesperrt, nachdem der Sturm einen Lkw umgerissen hatte, von der A 2 in Bottrop und der A 52 in Essen mussten Straßenarbeiter Bäume entfernen.

Die Stadt Duisburg gab ihren Mitarbeitern sturmbedingt vorzeitig frei. In Wuppertal und Dortmund blieben die Zoos geschlossen. In Köln waren Teile der Domplatte zeitweise gesperrt.