Studie: Riester-Rente lohnt sich auch für Geringverdiener

Wer riestert, schließt eigentlich Rentenversicherungen und Banksparpläne ab. Es gibt aber auch die fondsgebundene Variante.
Wer riestert, schließt eigentlich Rentenversicherungen und Banksparpläne ab. Es gibt aber auch die fondsgebundene Variante.
Foto: picture alliance / dpa-tmn
Was wir bereits wissen
Es lohnt sich für Arbeitnehmer mit niedrigem Verdienst und/oder mehreren ­Kindern, einen Riester-Vertrag abzuschließen. Die Nettorendite im Alter ist höher als bei vielen vergleichbaren Altersvorsorgeprodukten.

Berlin.. Die Riester-Rente lohnt sich doch – vor allem für Geringver­diener, Frauen und Eltern mit mehreren Kindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Rente Alle Versicherten der staatlich ­geförderten Altersvorsorge könnten damit rechnen, bei durchschnitt­licher Lebenserwartung auch netto mehr ausgezahlt zu bekommen als sie eingezahlt hätten, schreiben die Autoren der Untersuchung.

Insbesondere bei niedrigem Verdienst oder hoher ­Kinderzahl erreiche die Riester- ­Nettorendite zudem eine Höhe, die bei vergleichbaren Altersvorsorgeprodukten kaum zu erzielen sei, sagte Studienautor Christian Rieckhoff.

Ein positiveres Bild

Die Untersuchung der Rentenver­sicherung zeichnet damit ein deutlich positiveres Bild der Riester-Vorsorge als zuletzt veröffentlichte kri­tische Studien. Erst vor einer Woche hatten das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und die Freie Universität Berlin Berechnungen vorgelegt, nach denen vor ­allem Gutverdiener die Riester-Rente nutzen:

Fördergelder Danach entfallen 40 Prozent der staatlichen Förderung auf die oberen 20 Prozent der Einkommensbezieher – die unteren 20 Prozent auf der Einkommensskala ­bekommen insgesamt nur sieben Prozent der Fördersumme.

Warnung vor falschen Schlüssen

Doch die Wissenschaftler der Rentenversicherung sehen bei dieser Studie ein „methodisches Problem“ und warnen vor falschen Schlüssen: Denn unterm Strich „verringert die Riester-Förderung die Einkommensungleichheit“, so Rieckhoff. Die ­Kritiker würden übersehen, dass später die ausgezahlten Renten voll versteuert werden müssten; weil ­Bessersituierte auch im Alter höhere Steuern zahlten, würden sie einen höheren Teil der Förderung wieder an den Staat zurück überweisen als Rentner mit geringen Einkommen.

Mit der Riester-Förderung will der Staat die private Altersvorsorge ­ankurbeln: Die Sparer erhalten demnach eine Grundzulage von 154 Euro jährlich, wenn sie vier Prozent ihres Bruttoeinkommens einzahlen. Für jedes ab 2008 geborene Kind gibt es 300 Euro extra, für ältere ­Kinder 185 Euro. Im vergangenen Jahr steuerte Vater Staat Zulagen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro bei.