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Studentenwerke warnen vor langen Bafög-Wartezeiten

29.08.2012 | 18:54 Uhr
Studentenwerke warnen vor langen Bafög-Wartezeiten
Foto: Bernd Lauter / WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Düsseldorf.Ein Jahr vor dem erwarteten Studentenansturm auf die NRW-Hochschulen durch den doppelten Abiturjahrgang kämpfen die Universitäten an Rhein und Ruhr mit erheblichen Problemen. Vor allem der absehbare Anstieg der Bafög-Empfängerzahl um rund 20 Prozent bereitet den Studentenwerken Sorgen.

Ein Jahr vor dem erwarteten Studentenansturm auf die NRW-Hochschulen durch den doppelten Abiturjahrgang kämpfen die Universitäten an Rhein und Ruhr mit erheblichen Problemen. Vor allem der absehbare Anstieg der Bafög-Empfängerzahl um rund 20 Prozent bereitet den Studentenwerken Sorgen: „Mit dem jetzigen Personalbestand ist das nicht zu bewältigen“, sagte der stellvertretende Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerke NRW, Jörg Lüken.

Im vergangenen Jahr mussten bereits knapp 115 000 Bafög-Anträge bearbeitet werden, nun werden mindestens weitere 20 000 Bezieher von staatlicher Förderung erwartet. An einigen Hochschulen war es in der Vergangenheit zu monatelangen Bearbeitungszeiten gekommen, die einige Studenten in finanzielle Nöte stürzten.

Die durchschnittliche Abwicklung eines Bafög-Antrags beläuft sich laut Lüken auf zwei Monate, längere Wartefristen seien jedoch möglich. Die Studentenwerke fordern von der Landesregierung zusätzliche Mittel für mindestens 40 weitere Verwaltungsmitarbeiter: „Wenn sich nichts ändert, wäre das eine Katastrophe“, so Lüken.

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) sagte Finanzhilfen zu, wollte sich aber nicht auf eine Summe festlegen. Im Zuge der rot-grünen Haushaltsberatungen werde man „zu einer guten Lösung kommen“. Grünen-Hochschulpolitikerin Ruth Seidl kündigte dagegen bereits eine Aufstockung der allgemeinen Landeszuschüsse für die Studentenwerke um 1,4 Millionen Euro auf 39,5 Millionen Euro an.

Die Studenten haben zudem immer größere Schwierigkeiten, an beliebten Studienorten bezahlbaren Wohnraum zu bekommen. Immerhin 39 Prozent der NRW-Studenten wohnen auf dem freien Markt zur Miete. Absehbar fehlen allein 2000 Wohnheimplätze in NRW.

Für Unruhe sorgt die neu aufgeflammte Debatte über die Abschaffung der Studiengebühren. FDP-Hochschulpolitikerin Angela Freimuth erklärte am Mittwoch, den Hochschulen gingen durch die Abschaffung der „Campus-Maut“ jährlich rund 19,5 Millionen Euro verloren. Das habe das Wissenschaftsministerium erstmals selbst eingeräumt. Rot-Grün hatte den Universitäten einen vollständigen Ausgleich der Gebühreneinnahmen versprochen, berücksichtigt dabei offenbar jedoch nicht die steigenden Studentenzahlen.

Tobias Blasius



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