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Neues Jagdgesetz

Streunende Katzen dürfen in NRW nicht mehr abgeschossen werden

16.09.2014 | 17:46 Uhr
Streunende Katzen dürfen in NRW nicht mehr abgeschossen werden
Streunende Katzen werden durch das neue Tierschutzgesetzt in NRW vor dem Abschuss geschützt.Foto: Julian Stratenschulte

Düsseldorf.   Das rot-grüne Landeskabinett beschließt ein neues Jagdgesetz für NRW. Der Tierschutz findet jetzt mehr Beachtung.

Für Jäger in Nordrhein-Westfalen sollen künftig deutlich strengere Umwelt- und Tierschutzauflagen gelten. Dies sieht die umstrittene Reform des Landesjagdgesetzes vor, die gestern vom rot-grünen Kabinett als erster Entwurf beschlossen wurde.

So soll es künftig keine Erlaubnis mehr zum Abschuss von streunenden Katzen geben. Bislang besaßen die Jäger bei Katzen, die sich mindestens 200 Meter vom nächsten bewohnten Haus aufhalten, ein Tötungsrecht. Laut Landesjagdverband wurden bislang jährlich rund 10 000 Katzen geschossen, um das Wildern und Aufscheuchen von Jungtieren zu verhindern.

Die Naturschutzorganisation BUND begrüßte das geplante Verbot, da Haus- und Wildkatzen äußerlich nicht zu unterscheiden seien. Zudem stellten Katzen – anders als von der Jägerschaft behauptet – gar keine Gefahr für wilde Arten dar, wie aktuelle Bestandszahlen zeigten. So seien die Bestände von bodenbrütenden Vogelarten wie Rotkehlchen oder Zilpzalp gerade in Siedlungsbereichen seit Jahrzehnten konstant hoch.

Rote Liste bleibt ein Tabu

Die Interessenvertretung der Jäger hatte dagegen auf das Tötungsrecht als letztes Mittel gepocht. Niemand könne übersehen, dass die Natur ein Katzenproblem habe, hieß es bei den einflussreichen Verbänden.

Ein weitere Punkt des Gesetzes: Die Zahl der jagdbaren Arten zwischen Rhein und Weser soll dadurch eingeschränkt werden, dass alle Tiere der roten Liste künftig tabu sind. Auf der anderen Seite soll es zum Schutz von Wäldern leichter werden, Jagdzeiten für stark wachsende Tierpopulationen auszuweiten.

Verboten werden soll die Jagd mit Hunden auf Füchse und Dachse. Zu viele Tiere hätten sich dabei im Bau verbissen, was als Tierquälerei nicht länger zu dulden sei, hieß es. Auch die Jagd mit Tötungsfallen soll es in NRW nicht länger geben. Die Ausbildung von Jagdhunden wird eingeschränkt: Sie darf nicht mehr an flugunfähig gemachten Enten erfolgen.

Seit Monaten tobt ein ideologisch aufgeladener Streit um die Reform. Die rund 80 000 Jäger in NRW sehen sich in ihrer Rolle als Natur- und Wildschützer missachtet und als „bleiwütige Blaublüter“ unter Generalverdacht gestellt. Der BUND stellt dagegen sogar den bisherigen „Jagdzwang“ in bestimmten Waldgebieten und Regionen, dem sich alle Eigentümer in der Regel beugen müssen, als „Relikt der 30er-Jahre“ in Frage. Die Jagdrechtsreform muss bis Mitte 2015 in Kraft treten.

Tobias Blasius

Kommentare
29.12.2014
21:19
Streunende Katzen dürfen in NRW nicht mehr abgeschossen werden
von angelharry007 | #5

[Doppeltes Posting - Mod.]

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2014-09-16 17:46
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