Streit zwischen Iran und Israel spitzt sich zu
03.02.2012 | 16:33 Uhr 2012-02-03T16:33:00+0100
Tel Aviv/Washington. Die Kriegsgefahr im Nahen Osten wird größer. Israel und Iran drohen sich gegenseitig mit Gewalt. Israels Regierung setzt offenbar auf schnelles Handeln. Die USA sind in größter Sorge.
Seit Jahren dominiert Irans Atomprogramm Israels Schlagzeilen. Es gilt als existentielle Gefahr. Diese Woche brach auf beiden Seiten ein Damm der Zurückhaltung. Am Freitag bezeichnete Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei Israel als „Tumor, der entfernt werden muss“. In einer Ansprache sagte Khamenei, dass der Iran bereits heute einen Stellvertreterkrieg gegen Israel führt. Der Iran sei auf direkte Weise an den „Siegen“ der libanesischen Hisbollahmiliz und der Hamas in Gaza in Waffengängen gegen Israel beteiligt gewesen. In Zukunft werde man „jeder Nation oder Gruppierung helfen, die gegen das zionistische Regime kämpfen will.“
Israelische Militärs und Politiker sprachen ebenfalls in scharfen Worten vom Feind im Osten. Fast die gesamte Führung des Sicherheitsapparats deutete einen Präventivschlag gegen Irans Atomprogramm an. Laut Washington Post befürchtet US-Verteidigungsminister Leon Panetta, Israel werde den Iran noch vor Juni attackieren. Panetta stritt dies nicht ab. Im Juni, so meint Verteidigungsminister Ehud Barak, betrete der Iran eine Phase der „Immunität“. Er könne dann seine Aktivitäten in fast unangreifbare Bunker verlegen, die in 100 Meter tiefen Stollen im Gebirge eingebettet sind. Danach könnten nur noch die USA Iran stoppen. Darauf will Israel sich nicht verlassen. „Wer sagt, man solle später handeln, könnte feststellen, dass später zu spät ist.“, so Barak. Vizepremier Mosche Yaalon sagte, Iran müsse „so oder so gestoppt“ werden: „Jede Einrichtung im Iran kann zerstört werden, dass sage ich aus meiner Erfahrung als ehemaliger Generalstabchef“, so Yaalon.
In Washington lösen die Signale Ehud Baraks Besorgnis aus. Die US-Regierung rät von einem militärischen Alleingangs Israels ab. Zum einen fürchtet sie, dass die Wirkung zeigenden Wirtschaftssanktionen gegen Iran sonst gegenstandlos würden. Zum anderen könnte ein Erstschlag eine Kettenreaktion in der Region auslösen. Szenarien, die sich die Obama-Regierung im Wahljahr ersparen will.
Amerika müsste helfen
Die USA erklären sich seit 60 Jahren zur Schutzmacht Israels. Sollte ein Angriff auf iranische Atomanlagen Vergeltungsschläge auslösen, heißt es in Washington, „wäre Obama gezwungen, Israels Premier Netanjahu beizustehen“. Zumal die Republikaner mit ihrem Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney keine Gelegenheit auslassen, für eine militärische Lösung gegen Teheran zu werben und Obama als Schwächling zu karikieren. Obama und Verteidigungsminister Panetta haben außerdem die Befürchtung, dass Teheran nach einem israelischen Angriff die Seestraße von Hormuz und damit die wichtige Öl-Route ins Visier nehmen könnte; mit Folgen für den Öl-Preis und die Weltwirtschaft.

16:57
in die USA verlagert zu werden. Wie viele Menschenleben wären gerettet, wie viel Ängste vermieden, wie viele Kriegswaffen nicht mehr nötig, keine Ängste vor der Zukunft mehr, nur einige Extremisten würden dem Gottesstaat auf palästinensischem Boden nachweinen.
Und wir müßten nicht schon wieder ein neues Blutvergießen ohne Sinn und Not befürchten.
12:39
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09:51
Meine Güte...die armen Amerikaner werden womöglich schon wieder zu einem Krieg gezwungen!
00:28
So wie im Juli 1941 die USA mit dem Öl- und Schrottembargo und dem Einfrieren der japanischen Auslandskonten insgeheim den Krieg mit Japan und damit ihren Eintritt in den 2.Weltkrieg begannen - die Geschichtsbücher kennen nur den 7.12.1941 in Pearl Habor - so haben die USA mit der im Dezember 2011 verhängten Handelssperre der Banken mit der iranischen Staatsbank de facto nach internationalem Völkerrecht den casus belli mit dem Iran ausgelöst. Seltsam, dass darüber gar nicht berichtet wird?
Weiterhin ist es mehr als Irrsinn, wenn mit Israel ein Staat, der nie dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten ist und nie UN-Inspektoren der IAEO ins Land liess und der selbst über mehr als 300 (!) Nuklearwaffen verfügt, dem Iran, der dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten ist und derzeit mal wieder UN-Inspektoren im Land hat und sein Atomprogramm für friedliche Zwecke nutzen will, den Vorwurf des "versuchten Atomwaffenbaues" macht. Hier erinnere man sich nur an den welthistorischen Irrsinn der USA mit den irakischen Atombomben, Bio- und Chemiewaffen, die es gar nicht gab aber für die ein Krieg mit mehr als 300 000 Opfern seit 2003 geführt wurde.
Die Weltbrandstifter sind wieder mal auf Tour und es ist zu befürchten, dass es ihnen erneut gelingen wird die Völker der Welt in einen Krieg zu stürzen. Man muss kein Prophet sein um zu wissen, dass sie sich diesmal nicht nur die Finger verbrennen werden.
Hitler marschierte bereits im Juli 41 in die Sowjetunion.
Im wesentlichen stimme ich Ihrem Kommentar zu.
Warum die USA den Krieg mit dem Irak begann ist eigentlich bekannt. Hatte natürlich nichts mit irgend welchen Waffen zu tun.
Die Ölbarone hinter George W. Bush sahen ihre Fellen schwimmen...es ging nur ums Öl, bzw. Geld.
Saddam Hussein hat nicht mehr so funktioniert, wie die USA wünschte also musste er weg.
Am Ende wird es beim Iran auch nichts mit irgend welchen Waffen zu tun haben. Die USA stehen Israel bei, weil in Washington eine sehr starke jüdische Lobby vertreten ist und die Straße von Hormus ist wichtig, weil da Öl transportiert wird.
23:07
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22:03
Die bundesdeutsche Politik sollte klar ausschließen, dass sie sich an einem militärischem Vorgehen gegen den Iran beteiligen wird und das eben nicht „Alles“ unternommen werden muss, um Iran davon abzuhalten, seinerseits eine abschreckende Atombombe zu entwickeln.
Aber ist eine Sorge vor Krieg wirklich berechtigt?
Die zeitliche Übereinstimmung einer erneuten Stimmungsmache, bei dem über ein Angriffskrieg des Staates Israel aufgrund solcher Äußerungen spekuliert wird, mit dem Vorgehen der Palästinenser, für sich den Schutz und die Möglichkeiten einer UN-Mitgliedschaft als anerkannter Staat in Anspruch zu nehmen, ist es, die hier auffällt.
Der 26 Januar war abgelaufen, ohne dass Israel seine Vorstellungen von einem zukünftigen Grenzverlauf, dass heißt auch nicht von den Austauschgebieten vorgelegt hatte, falls es Teile der 1967 besetzten Gebiete in sein Staatsgebiet einverleiben wollte.
Damit hatte die Regierung Netanjahu den Vorschlag und Friedensfahrplan des Quartetts vom 23. September.2011, wie andere Initiativen zuvor, eigentlich gegen die Wand fahren lassen,
Ein reger Besuchsreigen, Westerwelle, Ban Ki-Moon, Ashton, Blair soll wieder mal die Fassade aufrechterhalten, es würde ernsthaft verhandelt, andererseits kommt den betreffenden Regierungen der Hinweis auf den Iran anscheinend nicht ungelegen.
Das Szenario, dass erst gar nicht die Frage nach Sanktionen gegen Israel auf den Tisch bringen soll, und bei dem der Iran ins Spiel gebracht wird, lautet offenbar in bekannter verzerrender Weise:
Man kann doch jetzt nicht das „arme, bedrohte Ländle“, welches sich vor dem „großen, mächtigen und irrationalen Iran“ schützen muss, nun mit Anforderungen für den Frieden kommen.
Doch wird es immer schwerer für den Kolonistenstaat, diese Rollenzuweisungen dem Iran, bzw. sich selbst zuschreiben zu können, die für Israel auch im historischen Rückblick auf die 40er und 50er Jahre nicht zutreffen.
Ein strenger, an Israel gerichteter Anforderungskatalog könnte da Abhilfe schaffen, zeitgleich den Palästinensern eine ansonsten baldige Ankerkennung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 von den sich dazu bislang versagenden Staaten in Aussicht gestellt werden.
Dann würden sicherlich andere Töne in Tel-Aviv angeschlagen werden.
Ohnehin ist nicht zu glauben,
dass es in der Absicht des Iran liegen kann, aus Palästina eine atomare Wüste zu machen,
Nicht nur ist auch im Iran bekannt, dass 1/5 der israelischen Bürger Palästinenser sind.
Fall-Out und andere Auswirkungen ließen sich kaum von den 1967 besetzten Gebieten abhalten und schließlich wäre es wohl das schlimmste Verbrechen, wenn der Felsendom und die Moschee in Jerusalem pulverisiert würden – zumindest für Gläubige.
Zu: Aber ist eine Sorge vor Krieg wirklich berechtigt?
Wie auch andere Medien usw. daüber berichten, möchte ich Ihnen ein Zitat aus dem k.o.p.p Magazin zukommen lassen.
Wenn dies aus dem Munde eines russischen Präsidenten kommt, so könnte man der Meinung sein, dass es so gut wie sicher ist.
Hier das Zitat:
Droht Dritter Weltkrieg? Russlands Präsident Medwedew warnt in TV-Ansprache vor dringenden Nuklear-Gefahren.
Redaktion
Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat sich letzte Woche in einer sehr ernsten Fernsehansprache zum Thema Raketenabwehr an die russische Bevölkerung gewandt. Am 23. November gab Medwedew Befehle bekannt, die er offenbar bereits an das Militär erlassen hat. Seine Rede ist ein beunruhigendes Zeugnis über die tatsächlich drohende Gefahr für die ganze Welt. Sie zeigt, wie sehr die russische Führung entschlossen ist, ihr Land zu verteidigen. Doch ist die Rede auch ein Beweis dafür, dass Russland NOCH zu Gesprächen mit den USA und der NATO bereit scheint, um angemessen über die Raketenabwehr mit dem Westen zu verhandeln, und um die Katastrophe damit noch abzuwenden.
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Sorry dass es zweimal gepostet wurde, allerdings bekommt die WAZ die Kommentarfunktionen nicht in den Griff. Das hier gepostete hatte zunächst als Antwort unter Kom.5 gestanden.
20:22
Eines ist jedenfalls sicher:
Die Kommentare der Freizeit -Strategen hier ,die wären bedeutend amüsanter als der Artikel selbst ,wenn es sich nicht um ein derart brisantes Thema handeln würde.
Wie hier mit der Option eines Erstschlages einer Atommacht Israel gegen ein anderes Land -also hier Iran - herum gelabert wird ,das hat was!
Erinnert mich an die Figur des "Alfred Tetzlaf " in einer Kabarett -Sendung zu einer Zeit in Deutschland als man TV noch ansehen konnte
19:29
Ich bin fest davon überzeugt,das sich im nahen Osten was zusammenbraut.Israel fühlt sich massiv vom Iran in seiner Existenz bedroht ,und diese Bedrohung scheint auch real zu sein.Israel vor einem Erstschlag zu warnen ,würde dasselbe bedeuten wie ein Kobra mit der Machete in der Hand vor dem Erstbiß zu warnen .Benzinpreise jenseits der 2 Euro werden dann wohl keine Utopie mehr sein .
19:24
Es ist keine Frage des "Ob", sonder nur noch eine Frage des "Wann". Es wird nur ein ohnmächtiges Zuschauen der restlichen Welt geben,
Ein Staat wie Israel, mit kleiner Fläche und unberechenbaren Nachbarn kann es sich nicht leisten in passiver Rolle auf Frieden zu hoffen. Einen feindlichen atomaren Erstschlag würde es nicht überleben. Der Staat wäre nahezu vom Erdboden verschwunden, die Drohungen des Iran sind sicher nicht übertrieben.
Die jetzige lebende Generation in Israel lebt seit der Geburt mit der Angst vor Terror und Krieg. Extreme Reaktionen sind daher durchaus zu erwarten.
Unverständlich, warum man es mit Vernunft in all den Jahren nicht geschafft hat, einen Frieden im Nahen Osten zu schaffen. Besonders Israel ist doch ein hochtechnisiertes Land mit gebildeter Bevölkerung.
Die Menschheit sollte gelernt haben, dass ein Krieg niemals Gewinner hat, alle Beteiligten können nur verlieren.
Wußten Sie eigentlich dass Israel seit Mitte der 60er Jahre eigene Atomwaffen hat und somit der Iran seit dieser Zeit schon bedroht war? Es sind nicht die Staaten um Israel herum, die eine Gefahr für Israel bedeuten, nein, es ist Israel von der eine große Bedrohung ausgeht und dass, obwohl der Iran bis dato keine Atomwaffen hatte.
Lesen Sie sich einmal den Artikel von der RP durch, dann werden auch Sie sehr schnell feststellen dass die Kriege im nahen Osten stets von Israel ausgingen.
Zudem geschah dies grundsätzlich im Einvernehmen mit der USA, aber genau so gut auch mit dem Einverständnis der Deutschen.
Warum wohl?
Ganz einfach. Weil Israel ein strategisch wichtiges Land ist.
Lesen Sie sich einfach einmal die islamische Revolution bei Wiki durch, dann wissen Sie warum es so ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Verh%C3%A4ltnis_zwischen_Iran_und_Israel
Einen Atomschlag kann sich der Iran dort gar nicht leisten. Es sei denn, er nimmt in Kauf, dass auch Palästina ( Syrien, Libanon usw. ) ganz in Schutt und Asche versinkt