Streit um Ermittlungen zu Absturz

Moskau/Warschau..  Fünf Jahre nach dem Absturz der polnischen Präsidentenmaschine über dem russischen Smolensk werfen Ermittler in Moskau den Behörden in Warschau schwere Versäumnisse vor. Es gebe noch immer keine endgültige Entscheidung in dem Strafverfahren, weil die polnische Seite mehrere russische Fragen zur Aufklärung des Unglücks unbeantwortet lasse, sagte Wladimir Markin von der obersten Ermittlungsbehörde in Moskau gestern. Bei dem Absturz der Maschine mit Staatspräsident Lech Kaczynski an Bord starben am 10. April 2010 alle 96 Insassen.

Mehr als 100 Aktenordner

Die polnische Militärstaatsanwaltschaft, die ebenfalls Ermittlungen zu dem Absturz durchführt, reagierte verwundert. „Die entschiedene Mehrheit der Rechtshilfeanfragen wurde beantwortet“, sagte Militärstaatsanwalt Janusz Wojcik in Warschau. Zwischen November und März hätten die russischen Ermittler aus Polen 130 bis 150 Aktenordner erhalten.