Streit im Piraten-Vorstand - Schramm und Schrade gehen
26.10.2012 | 16:20 Uhr 2012-10-26T16:20:26+0200
Berlin. Die Piraten-Politiker Julia Schramm und Matthias Schrade haben am Freitag ihren Rücktritt aus dem Bundesvorstand der Partei angekündigt. Schramm war in der Partei unter Beschuss, weil sie ihr jüngst veröffentlichtes Internet-Buch entgegen der Piraten-Doktrin nicht zum kostenlosen Download frei gab.
Nach scharfer innerparteilicher Kritik hat die Piraten-Politikerin Julia Schramm am Freitag ihren sofortigen Rücktritt vom Amt als Beisitzerin im Bundesvorstand der Piratenpartei erklärt. Am Nachmittag veröffentlichte Schramm dazu eine Erklärung auf ihrem Blog und kündigte an, dass Sie ihre Parteiarbeit nach dem Parteitag Ende November beenden werde.
Schramm steht in der Kritik, weil sie ihr Buch mit dem Titel "Klick mich - Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin" nicht frei verfügbar ins Netz stellte. Ihr Verlag hatte mit Schramms Zustimmung eine kostenlose Kopie des Buches im Internet sperren lassen . Für viele ihrer Kritiker war das ein Widerspruch zum Programm der Partei, da sich die Partei für ein Recht auf kostenlose Kopien von Musik und Büchern einsetzt. Auch Schramm forderte in der Vergangenheit eine Neuregelung des bestehenden Urheberrechts.
Seit Wochen Streit in der Piraten-Bundesführung
Neben Schramm hat am Freitag ein weiterer Spitzenpolitiker der Piratenpartei seinen Rücktritt erklärt. Matthias Schrade kündigte an, er ziehe sich vom Posten des Beisitzers im Bundesvorstand zurück. Schrade warf dem intern umstrittenen politischen Geschäftsführer Johannes Ponader mangelnde Teamfährigkeit und Beratungsresistenz vor. "Die Situation im Bundesvorstand ist durch Johannes’ Alleingänge zuletzt immer schwieriger geworden und behindert seit längerem die Arbeit des BuVos als Team". Eine weitere "sinnvolle Zusammenarbeit" sei deshalb für Schrade "nicht möglich".
In der Piratenpartei wird seit Wochen der Streit um das Führungspersonal offen ausgetragen. Neben Schramm steht besonders der politische Geschäftsführer Johannes Ponader in der Kritik. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer kommen die Piraten nur noch auf vier Prozent. Ponader erkärte am Freitag auf Twitter, Rücktrittsgerüchte um seine Person "entbehren jeder Grundlage". (afp/WE)

13:42
Die Piraten fordern das Recht von kostenlosen Privatkopien. Frau Schramm verweigert das bei ihrem Buch.
Das ist ungefähr so als wenn Herr Westerwelle von der FDP ein bedingungsloses Grundeinkommen von 2000,00 € fordert.
13:28
Schneewittchen68, das die CSU die Pressefreiheit einschränken will ist in Deutschland natürlich ein absolutes Tabu. Nirgendwo wird darüber berichtet.
Außer bei Google. Da findet man "Ungefähr 356.000 Ergebnisse (0,11 Sekunden)"
http://www.google.com/search?q=csu+pressefreiheit
Hallo Waitki,
es wäre aber schön, wenn unsere "neutralen" Presseorgane genauso intensiv über solche Vorfälle berichten würden wie sie sich auf vermeintliche "Skandale" bei den Piraten stürzen.
Zum Anruf von Strepp beim ZDF gibt es hier mehr Artikel und Kommentare als zum Rücktritt von Fr. Schramm. Wie paßt das in Ihr Weltbild?
@mister stringer: es geht nicht nur um diesen einen Artikel, sondern darum, dass fast kein Tag vergeht, an dem nicht irgendetwas negatives über die Piraten berichtet wird. Ich würde mir wünschen, dass investigativ genauso gründlich bei den anderen Parteien gesucht würde. Die Piraten fallen nur deshalb so auf, weil sie eine offenere Politik betreibt und die Menschen daran teilhaben lässt. Sie könnten sich genauso in irgendeinem Hinterzimmer treffen und man würde nichts darüber erfahren, oder nur gefiltert. Und Querelen sind in allen Parteien normal, nur die anderen machen es nicht öffentlich.
Wenn es nur Negatives über "Piraten" berichtet wird, sollte man mal überlegen, ob es vielleicht daran liegt, daß sie kaum etwas Positives vorweisen können. Außer der Behauptung, alles anders und offen machen zu wollen. Es gibt ständig Berichte über Herdprämien, Betreuungsgeld, Nebeneinkünfte, Kiffereinlagen, Redaktionsanrufe, uneheliche Kinder, Vorteilsnahme, Klientelpolitik und ähnliches bei anderen Politikern bzw. Parteien. Und jetzt wollen Sie uns einreden, daß gerade die "Piraten" von den Medien ungerechet behandelt werden? Das ist - gelinde gesagt - lächerlich.
11:52
Immer wieder faszinierend, dass die politische Meinungsmache in diesem Land so gut funktioniert. Jede kleine personelle Veränderung bei den Piraten ist gleich eine "Krise" oder der "Untergang". Leider wurde in dem Artikel nicht sehr deutlich gemacht, dass sich Frau Schramm erst einmal auf ihre Doktorarbeit konzentrieren möchte und deshalb in der Politik kürzer tritt. Das die CSU versucht, massiv in die Pressefreiheit einzugreifen, interessiert auch keinen. Hauptsache unser täglich Piraten-Bashing gib uns heute
Die SPD sieht halt die Piraten als ernste Konkurrenz und die CDU/CSU wird wohl als weniger gefährlich gesehen.
Wundert mich eh, die lokalen Pressemeldungen der Piraten finden kaum oder sogar keine Beachtung. Gleichzeitig werden die SPD-Bundestagsabgeordneten in Duisburg vergleichsweise häufig in Artikeln erwähnt. Tja die Wahlwerbung für die Bundestagswahl hat wohl angefangen.
08:42
Diäten im Sack alles andere interessiert nicht mehr
Wie gut, dass die Politiker der anderen Parteien nicht nur an ihren Diäten interessiert sind. Diese haben glücklicherweise noch diverse andere Einnahmequelle. Und das Wohl des Volkes interessiert die doch auch schon lange nicht mehr.
Auch hier, das Thema Nebeneinkünfte von Politikern ist ein absolutes Tabu.
Außer bei Google
http://www.google.com/search?q=nebeneinkünfte+politiker
Ungefähr 439.000 Ergebnisse (0,29 Sekunden)
21:19
Schramm ist eine reine Selbstdarstellerin die ständig nur dumer Zeug von sich gegeben hat und Schrade ein wirtschaftsliberales U-Boot im Schafspelz. Beides sind Abgänge die ich alles andere als bedauerlich finde. Wenn sich die Luftpumpe Ponader dem auch noch anschliessen würde wäre der Weg frei dass der Piratenvorstand endlich wieder inhaltlich produktiv arbeiten könnte.
19:03
Dieser Kindergarten ist nicht länger wählbar - Große Versprechungen - nichts, aber auch gar nichts dahinter - sowohl im Bund, wie im Land wie auf lokaler Ebene.
Was heisst nicht länger - die waren bei klarem Verstand und Interesse an Programmen nie wählbar ! Ich lasse mal die frustrierten Protestwähler aussen vor.
Wirklich? Vielleicht wird ja auch einfach nur das negative berichtet. Schon mal darin gedacht, dass es keine unabhängig Presse gibt?
18:14
Sicher zwei Top-Leute, die da gegangen sind. Sie waren so top überzeugend, wie sie ihre Visionen persönlich gelebt haben. Sie werden uns fehlen, genau wie dieser Witz-Verein, der sich als Partei aufplusterte.
17:57
Der "Aderlass" der CDU/CSU: Köhler, Wulff, Gloß, Jung, Guttenberg, Koch, Merz, Röttgen, und die gute Bildungsministerin Scharvan ist in Wartestellung. Der CDU/CSU Kahn taugt im Gegensatz zu den Piraten noch nicht einmal mehr zum U-Boot.
17:31
Es gibt oder gab ja auch viele , die die Piraten mehr oder weniger aus Protest gewählt haben . Ich kann mich noch sehr gut an die Stammtischrufe anderer erinnern : " ich wähle die Piraten"
Diess Wählerklientel hat leider recht fahrlässig gewählt , was in erster Linie meine persönliche Meinung ist .
Haste ne Alternative gehabt ??
doch wohl nicht - grünlich - ? die alles was nicht arbeiten kann und will nach D holt !
Und sich darum auch noch reist !
... ja , für mich hatte ich eine , aber das ist ja für andere Wähler uninteressant .
Natürlich standen viele vor dem Problem zwischen Pest und ......... !
17:20
Die Show geht zuende! Der Kahn säuft ab! Die "Ratten" verlassen das sinkende Schiff! Ende Aus Micky Maus! Das wars!