Streik + Pfingsten = Rekordstau

Unerwünschte Verzögerung: Am Wochenende wird es mal wieder eng zugehen auf den Autobahnen.
Unerwünschte Verzögerung: Am Wochenende wird es mal wieder eng zugehen auf den Autobahnen.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Pfingsten sind die Autobahnen stets voll. Aber der Arbeitskampf der Lokführer vergrößert das Problem. Am Freitag wird es wohl besonders schlimm.

Essen.. 435 Kilometer Stau auf den NRW-Autobahnen! Seit dem Freitag vor Pfingsten 2004 ist das Stau-Rekord im Land. Zusammengezogen eine Blechkolonne von Essen bis Leipzig. Vieles deutet darauf hin, dass der Rekord an diesem Freitag vor Pfingsten gebrochen wird. Grund ist der Bahnstreik.

Sollten die Lokführer weiter streiken, werden die Autobahnen am Freitag noch voller, als sie es zum Beginn von Pfingstwochenenden ohnehin sind, glaubt Stauforscher Michael Schreckenberg. Der Freitag vor Pfingsten gilt ohnehin als verkehrsreichster Tag im Jahr. Viele machen sich schon am Freitag nach der Arbeit auf den Weg in den Kurzurlaub.

Das sollten Autofahrer wissen

Der Bahnstreik sorgt derzeit für zehn Prozent mehr Verkehr auf den Straßen. Ab etwa 12 Uhr dürfte das Verkehrsaufkommen an diesem Freitag deutlich anschwellen. Die Belastungsspitze dürfte bis in den Abend reichen; sonst schwächt sie sich an Freitagen am späten Nachmittag ab. Auch am Samstag sei die Staugefahr hoch, heißt es beim ADAC. Für Sonntag prognostiziert der Automobilclub „freie Fahrt“. Am Montag und am Dienstag wiederum sei mit „lebhaftem Rückreiseverkehr“ zu rechnen – jeweils ab dem Nachmittag.

Stau In NRW ist mit viel Verkehr Richtung Norddeutschland und Niederlande zu rechnen. Vom Pfingstverkehr sind vor allem die Autobahnen A1, A2 und A3 betroffen. Der Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Köln und dem Dreieck Heumar auf der A3 ist mit durchschnittlich 166 000 Fahrzeugen in 24 Stunden der höchstbelastete bundesweit. Es kann helfen, besonders stauträchtige Bereiche weiträumig zu umfahren, die A3 im Raum Köln etwa über die A61. Eine Alternative zur A1 Richtung Norden ist die A31.

Das sollten Bahnfahrer wissen

Die Lokführer streiken, dennoch fahren Züge. Lothar Ebbers von Pro Bahn NRW erklärt, dass auf den Hauptstrecken, zum Beispiel zwischen Düsseldorf und Berlin, kaum etwas vom Streik zu spüren sei. Im Nahverkehr sind Fahrten durch das Ruhrgebiet bis Düsseldorf mehrmals in der Stunde möglich. „Schwierig ist es bei vielen Anschlussverbindungen“, so Ebbers. In jedem Fall lohne ein Blick in die Internet-Live-Auskunft der Bahn.

Das sollten Busfahrer wissen

„Seit Beginn des Bahnstreiks haben sich die Buchungen bei Fernbussen vervierfacht“, melden Anbieter wie Mein Fernbus/Flixbus und Postbus. Pfingsten wollen sie ihre Kapazitäten ausbauen. „Dreimal mehr Busse auf wichtigen Strecken“ kündigen manche Firmen an. Die Chancen, kurzfristig einen Platz zu bekommen, stünden gut. Nachteil: Mit der Nachfrage steigt auch der Preis.

  • Der ADAC hat eine ausführliche Stauprognose für das Pfingstwochenende (22. bis 25. Mai) erarbeitet. Weitere Infos unter adac.de.

  • Die Bahn empfiehlt die „Live-Auskunft“ im Internet (bahn.de). Die Auswirkungen des Bahnstreiks sind in diese Auskunft integriert. Außerdem stellt die Bahn eine kostenlose Hotline zur Verfügung unter 08000/996633.

  • Wer sich für eine Fernbusverbindung interessiert, wird unter www.busliniensuche.de fündig.

  • Das Verkehrsinformationssystem autobahn.nrw.de zeigt die Staus an Rhein und Ruhr.