Straßen und die Bahn in NRW werden mit Milliarden modernisiert

Jede Menge Baustellen erwarten die Autofahrer in den kommenden Jahren in Nordrhein-Westfalen.
Jede Menge Baustellen erwarten die Autofahrer in den kommenden Jahren in Nordrhein-Westfalen.
Foto: Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
Die vielfach maroden Straßen- und Schienennetze an Rhein und Ruhr erhalten einen Modernisierungsschub. In den nächsten Jahren sollen Milliarden fließen.

Essen.. Die vielfach maroden Straßen- und Schienennetze an Rhein und Ruhr erhalten einen Modernisierungsschub. Bis 2017 stecken Bund und Land 2,6 Milliarden Euro in Ausbau und Erhalt der Autobahnen. Die Straßenbauer werden jährlich bis zu 60 Baustellen parallel betreiben.

Weitere rund drei Milliarden Euro fließen bis 2019 aus der Bahnkasse in den nordrhein-westfälischen Streckenteil, um hier 2700 Kilometer Gleis, 2000 Weichen und 115 Brücken zu erneuern.

Die Mittel für den Autobahnbau sind vor allem für die Sanierungen der A 2 im Raum Bergkamen/Kamen, der A 3 zwischen Mettmann und Hilden, für den Neubau der Lennetalbrücke der A 45, den Ausbau des Kölner Rings auf acht Fahrstreifen und den sechsstreifigen Ausbau der A 43 zwischen Recklinghausen und Herne vorgesehen. Dabei fällt auf, dass der Staat angesichts der zunehmend auftretenden Schlaglochpisten gegensteuert: Die Hälfte der Bundesmittel fließt inzwischen in die Instandhaltung des Autobahnnetzes, weit weniger als früher in den Neubau.

Planung geht von einer „Verlagerung der Fahrgastströme“ aus

Bahn und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) schlagen im Jahr 2015 Pflöcke für den Bau des Rhein-Ruhr-Express (RRX) ein, der etwa ab 2023 mit Tempo 160 alle 15 Minuten zwischen Köln und Dortmund durch das Revier fahren soll. Bürgerversammlungen in den Räumen Bochum und Dortmund finden statt, um die Planungen voranzubringen. Der jetzt finanziell gesicherte Ausbau des Dortmunder Hauptbahnhofs gilt mit Kosten von rund 100 Millionen Euro als größter Brocken.

Nahverkehr Allerdings kann es sein, dass die Bahnfahrer im Revier einen Preis für die schnelle Verkehrsverbindung zahlen müssen. Planunterlagen des Staatsbetriebs mit Prognosen sehen vor, dass „wegen der Verlagerung der Fahrgastströme“ zeitgleich zum RRX-Start die Zahl der Fernverkehrsverbindungen des Ruhrgebiets verringert und teilweise halbiert wird.

„Besonders in Richtung Berlin wird eine erhebliche Reduzierung der Zugzahlen prognostiziert“, heißt es in den Unterlagen. Die ICE-Linie 10 soll dann nur noch „zweistündig alternierend“ rollen, von Köln aus in der ersten Stunde über Wuppertal-Hagen, in der zweiten über Duisburg-Essen-Dormund. Lothar Ebbers vom Fahrgastverband ProBahn warnt: „Wir müssen aufpassen, dass der RRX keine Kollateralschaden im übrigen Netz verursacht“.