Steuerfahnder müssen durchgreifen

Es ist legal, steuerrechtliche Lücken und Vorteile zu nutzen. Deshalb haben Bücher mit Steuer-Tipps und Steuerberater dauerhaft Hochkonjunktur. Weil der rechtliche Rahmen aber oft überdehnt wird, müssen Betriebsprüfer und Steuerfahnder durchgreifen. Die Aufdeckung von 5,7 Milliarden Euro Steuerdefizit wirft ein Schlaglicht, welche riesigen Summen am Finanzamt vorbeigeschleust werden. Während bei Betriebsprüfungen in der Regel die unterschiedliche Auslegung des Steuerrechts und nicht der kriminelle Vorsatz gilt, wird beim Umsatzsteuer-Karussell von organisierten Banden gezielt zugeschlagen. Nach dem Prinzip Hase und Igel haben die Täter die Konten oft längst geräumt, bevor ihnen die Fahnder auf die Schliche kommen. Hier muss Europa endlich mehr Sicherungen einbauen.

Besonders ärgerlich aber ist, dass internationale Konzerne Einnahmen zwischen Niedrig- und Hochsteuerländern verschieben und zuletzt in Deutschland allenfalls Minimalsteuern zahlen. Dass die europäische Politik diesem legalen, aber amoralischen Treiben zusieht, ist der eigentliche Skandal. Jeder Arbeitnehmer muss über den Gehaltszettel Steuern abführen: Wer Steuergerechtigkeit sichern will, muss auch internationale Konzerne zur Kasse bitten. Höchste Zeit, dass Nischen zur Steuerflucht geschlossen werden.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE