Steuer auf Fleisch träfe die Falschen

Der Trend ist eindeutig: Auch ­ohne „Veggie-Day“ vom Amt sinkt der Fleischverzehr der Deutschen seit Jahren. Das Wissen um die Grausam­keiten der Massentierhaltung, die Gefahren für Menschen durch Antibiotika-Missbrauch in der Mast, die Skandale um Schwermetalle und Gift in Futtermitteln, Eiern, Fleisch: All dies wirkt bereits bis
in die Küchen der Republik.

Immer mehr Haushalte schätzen den ­klas­sischen Sonntags­braten: feines Fleisch aus verläss­licher Quelle statt Billigfleisch an jedem Tag.

Eine höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch wäre da das falsche Signal. Nicht die Verbraucher hierzulande sind verantwortlich für den Ausbau der ­Massentiermast. Ställe mit mehr als 50 000 Schweinen produzieren nicht für deutsche Gartengrills.

Es ist diese Industrie, die in enormen Mengen billiges Fleisch für den boomenden Weltmarkt produziert. Die Großen der Branche sind es, die die Bundesre­gierung stärker in die Verantwortung nehmen muss – nicht nur beim wirksamen Schutz des Grundwassers vor den Gülle­fluten aus den Massenställen.