Sterbehilfe: CDU-Politiker fordert Haft für Ärzte

Berlin..  Wer anderen bei der Selbsttötung hilft, soll hart bestraft werden: Bis zu fünf Jahre Haft für Angehörige oder Ärzte, die einem Sterbewilligen helfen, fordert der CDU-Politiker Patrick Sensburg in der Debatte um die Neuregelung der Sterbehilfe in Deutschland. Der Vorstoß stößt auf heftigen Widerstand – im Parlament, aber auch in Teilen der Ärzteschaft.

„Unbarmherzig“, findet SPD-Vize Carola Reimann den Vorschlag mit Blick auf Angehörige oder Freunde, die einem nahen Menschen beistehen wollen. Auch dem Grünen-Gesundheitsexperten Harald Terpe geht Sensburgs Gesetzentwurf zu weit: „Wenn ein Mensch in einer emotionalen Ausnahmesituation einmal in seinem Leben beispielsweise einem Angehörigen beim Suizid hilft, hat das Strafrecht dort nichts zu suchen.“ Sensburg dagegen orientiert sich am Vorbild von Österreich, wo es eine ähnliche Regelung gibt. Selbst der Versuch soll demnach künftig strafbar sein.

Anfang Juli will der Bundestag über die Gesetzentwürfe der einzelnen Abgeordneten-Gruppen diskutieren – im Herbst soll es eine Entscheidung geben. Die größte Gruppe mit Politikern aus Union, SPD, Grünen und Linken will die Beihilfe zum Suizid straffrei lassen, aber geschäftsmäßige Sterbehilfe unter Strafe stellen.