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Steinmeiers Vorstoß

25.07.2007 | 03:56 Uhr

Der Außenminister, der Präsident

Es werden schon noch ein paar Hektoliter Ruhrwasser durch den Kemnader See fließen, bis wir einen neuen Bundespräsidenten haben. Und ohnehin sind politische Aussagen im Sommerloch so haltbar wie Schokoladeneis in der Sonne über Bochum. Und doch ist es nicht ohne Bedeutung, wenn Steinmeier, weniger als Außenminister denn als SPD-Schwergewicht, sich für Horst Köhlers Wiederwahl stark macht.

Eine Vorliebe für Köhlers Gesinnung wird kaum dahinterstecken. Köhler ist ein Liberaler, diffamierungsdeutsch: ein Neoliberaler. Auch, dass Köhler die CDU bisweilen neckt, dürfte Steinmeier nicht zu seinem Vorstoß bewogen haben. Eher schon der schwelende Richtungsstreit innerhalb der SPD um Rot-Rot-Grün versus Ampel aus SPD, FDP und Grünen. Köhler ist eine Erfindung der FDP, des FDP-Chefs Westerwelle sogar; als SPD-Vorschlag mithin ein personifiziertes Koalitionssignal.

Mit der Sympathiekundgebung für Horst Köhler stützt Steinmeier seinen haltsuchenden Vorsitzenden. Und zeigt doch zugleich, dass er nicht nur Außenpolitik kann, dieser Ersatzkanzlerkandidatenhoffnungsträger.

Von Ulrich Reitz

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