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Wahlkampf

Steinbrück blitzt bei Merkel ab - Kanzlerin will nur ein TV-Duell

31.01.2013 | 17:32 Uhr
Kanzlerin Merkel möchte sich mit ihrem Herausforderer Steinbrück nur ein Mal im Fernsehen messen. Der SPD-Kanzlerkandidat hatte mindestens zwei Duelle gefordert.Foto: dapd

Berlin.   Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die kalte Schulter. Der forderte die Kanzlerin auf, sich mit ihr in mindestens zwei TV-Duellen zu messen. Doch Merkel winkt ab. Sie will nur einmal zum Schlagabtausch vor Millionenpublikum antreten.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück rüstet sich zum Wahlkampf mit Angela Merkel. Seit Monaten klagt er, dass die Kanzlerin ihm aus dem Weg gehe, in Bundestagsdebatten seinen Namen nicht nenne und jede direkte Auseinandersetzung scheue. Jetzt ruft er Merkel selbstbewusst in den Ring: Wenn es nach ihm ginge, würde er die Kanzlerin so oft wie möglich in Fernsehdebatten zur Rede stellen. „Ich plädiere für mindestens zwei Duelle mit Merkel“, hat Steinbrück am Mittwochabend in der SPD-Zentrale verkündet. „Ich bin gespannt, ob sie kneift“. Er wolle, so Steinbrück, „den unmittelbaren Vergleich mit Merkel.“

Schon Schröder bekam Absage

Die Antwort kam unerwartet schnell – mit einer wenig überraschenden Absage: 2005 und 2009 habe es auch nur ein TV-Duell gegeben, ließ Merkel gestern erklären. Sie sehe keinen Anlass, von dieser „Tradition“ abzuweichen. Tatsächlich hatte Merkel auch schon früher entsprechende Wünsche der Sozialdemokraten ausgeschlagen. Der damalige Kanzler Gerhard Schröder (SPD) versuchte 2005 vergeblich, sich mit seiner Herausforderin Merkel mehrmals im Fernsehen verbal zu duellieren – Merkel ließ, offiziell aus Termingründen, nur eine Begegnung zu. Ebenso hielt sie es als Kanzlerin 2009 gegen Herausforderer Frank-Walter Steinmeier.

Von einer Tradition kann ohnehin nicht die Rede sein: Fernseh-Diskussionen mit allen Spitzenkandidaten fanden zwar schon häufiger statt, echte Duelle von Kanzler und Herausforderer gibt es in Deutschland dagegen erst seit gut zehn Jahren. Amtsinhaber Schröder hat sich 2002 als erster Kanzler in den Ring gewagt, bei der Premiere maß er sich gleich zweimal mit Unions-Kandidat Edmund Stoiber – wobei sich der CSU-Politiker überraschend gut schlug.

Schon Willy Brandt forderte vergeblich den Amtsinhaber heraus

In den Jahrzehnten zuvor hatten es die amtierenden Kanzler dagegen stets abgelehnt, sich allein mit dem Herausforderer vor Kameras zu streiten. Seit SPD-Kandidat Willy Brandt 1969 vergeblich Kanzler Kurt-Georg Kiesinger zur TV-Debatte aufforderte, war es feste Übung, dass sich der Amtsinhaber verweigerte – Willy Brandt machte es 1972 so, Helmut Schmidt und Helmut Kohl folgten ihm. Sie fürchteten, ein solches Format werte den Herausforderer nur auf. Kohl lehnte ab 1990 sogar die Teilnahme an Diskussionen mit allen Spitzenkandidaten ab. Steinbrück ist vom Merkel-Kurs, den Herausforderer auf Distanz zu halten, wohl nicht überrascht – und reagiert wie viele Vorgänger: Merkel werde versuchen, auf roten Teppichen und Gipfeln zu glänzen und so spät wie möglich Wahlkampf zu machen, lästert der SPD-Mann.

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Die Kanzlerin mache den durchsichtigen Versuch, sich ihm nicht zu stellen. „Merkel kneift“, schimpft auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Die Sozialdemokraten befürchten bereits, die Regierungschefin werde wie zur Bundestagswahl 2009 allen Kontroversen ausweichen, die Anhänger der Opposition einlullen und so von den Wahlurnen fernhalten. Steinbrück ärgert Merkels Haltung aber auch, weil er sich mit Wortwitz und Schlagfertigkeit im TV-Duell gute Chancen ausrechnet: Bei der NRW-Landtagswahl 2005 entschied er als als Ministerpräsident zwei Streitgespräche mit Herausforderer Jürgen Rüttgers (CDU)klar für sich. Allerdings: Die Wahl verlor Steinbrück, den Bundestrend gegen sich, trotzdem. Der Debatte mit Merkel blickt der Kanzlerkandidat gleichwohl hoffnungsvoll entgegen: „Ich freue mich drauf“, sagt Steinbrück.

 

Christian Kerl



Kommentare
01.02.2013
17:56
Steinbrück blitzt bei Merkel ab - Kanzlerin will nur ein TV-Duell
von steckritzel | #31

Beide, die Kanzlerin der Banken und der Kandidat der Sozialenkälte sollten sich lieber unter die Menschen mischen, die lediglich von dem Verkauf ihrer Arbeitskraft leben müssen, unter die Leiharbeiter, unter die 1.Euro Jobber, unter die Kleinrentner - also unter 90% der Bevölkerung.
Aber Nein, in der Glotze wollen sie sich sehen, schön geschminkt und gut belichtet.
Ja, und Reden wollen sie - aber dieses Land braucht Menschen, die Handeln, die die Lage der arbeitenden Klasse in Deutschland kennen und nicht die Augen und Ohren verschließen oder nur von der Kanzel ein warmes Gebet für sie sprechen.
Beide wollen die erbärmlichen Lebenssituationen vieler Betroffener nicht verändern. Sie leben in ihrer wohlbehüteten Parallelwelt, Angela und Peer im Wunderland.
Wir brauchen keine Angela, keinen Peer und auch kein Mitleid.
Wir brauchen eine starke Linke !










01.02.2013
16:14
Steinbrück blitzt bei Merkel ab - Kanzlerin will nur ein TV-Duell
von vonschwind | #30

Ich wusste gar nicht, daß man sich mit sprechenden Quallen unterhalten kann.
Mahlzeit

01.02.2013
14:57
Steinbrück blitzt bei Merkel ab - Kanzlerin will nur ein TV-Duell
von michalek | #29

Bevor Merkel anderen Europäern vorschreibt wie zu Sparen haben und gleichzeitig Sozialleistungen zusammen streicht sollte sie als erstes in unserem Land erst einmal für Ordnung sorgen. Da sie weiß das sie bei Fachthemen gegen Steinbrück schlecht aussehen wird, reicht ihr ein TV Duell.In diesem Duell wird sie auf Zeit spielen und ihrer „Mutter Theresa Rolle“ gerecht werden.
Wenn man dazu berücksichtigt das :
Ihre übereilte und konzeptlose Energiewende mit erheblichen und langwierigen Kosten für die Bürger und Verbraucher verbunden ist.
Die sie eine Generationen übergreifende Belastung aus der Griechenland Hilfe und EU Finanzierung eingeleitet hat.
Sie eine augenscheinliche Abhängigkeit und Erpressbarkeit von und durch die FDP nicht mehr in Abrede stellen kann.Sie sich kaum noch für Bürger ohne Migration oder Muslimischen Wurzeln einsetzt. Fragt man sich, warum man sie und ihre Mannschaft noch wählen soll.

01.02.2013
14:54
Steinbrück blitzt bei Merkel ab - Kanzlerin will nur ein TV-Duell
von michalek | #28

Bevor Merkel anderen Europäern vorschreibt wie zu Sparen haben und gleichzeitig Sozialleistungen zusammen streicht sollte sie als erstes in unserem Land erst einmal für Ordnung sorgen. Da sie weiß das sie bei Fachthemen gegen Steinbrück schlecht aussehen wird, reicht ihr ein TV Duell.In diesem Duell wird sie auf Zeit spielen und ihrer „Mutter Theresa Rolle“ gerecht werden.
Wenn man dazu berücksichtigt das :
Ihre übereilte und konzeptlose Energiewende mit erheblichen und langwierigen Kosten für die Bürger und Verbraucher verbunden ist.
Die sie eine Generationen übergreifende Belastung aus der Griechenland Hilfe und EU Finanzierung eingeleitet hat.
Sie eine augenscheinliche Abhängigkeit und Erpressbarkeit von und durch die FDP nicht mehr in Abrede stellen kann.Sie sich kaum noch für Bürger ohne Migration oder Muslimischen Wurzeln einsetzt. Fragt man sich, warum man sie und ihre Mannschaft noch wählen soll.

01.02.2013
11:57
Steinbrück blitzt bei Merkel ab - Kanzlerin will nur ein TV-Duell
von zauberlehrer | #27

Was ( wen ) nützen diese TV Duelle denn ? ( Unnötiger Energie verbrauch )
Zur weiteren verarschung der Bürger reichen doch aus die störenden Wahlplakate in der Landschaft aus !
Es geht doch insgeheim nür darum die eigenen Pfründe zu sichern
Ich habe bis dato noch nicht erlebt das die großkotzigen (WAHL) versprechungen nur annähernd ausgeführt wurden .

01.02.2013
11:05
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

01.02.2013
10:07
Steinbrücks Wahlkampf
von buerger33 | #25

"Merkel werde versuchen, auf roten Teppichen und Gipfeln zu glänzen und so spät wie möglich Wahlkampf zu machen, lästert der SPD-Mann."

Und was macht Steinbrück:

Er versucht im Ausland auf den roten Teppichen zu glänzen und "geht bei SPD-Freunden Eierlikör trinken".
Wo ist der Wahlkampf?
Wo punktet der Kandidat mit Themen?

30 Tage Wahlkampf würden m.E. auch reichen. Kosten sparen. Die Zeit davor können die Damen und Herren dann noch der Tätigkeit nachgehen, für die sie von uns gut bezahlt werden.

Reist Steinbrück eigentlich als Bundestagsabgeordneter ins Ausland oder als Privatmann? Wer bezahlt diese Reisen?



01.02.2013
09:24
Steinbrück blitzt bei Merkel ab - Kanzlerin will nur ein TV-Duell
von buntspecht2 | #24

Dieses Unwahrheiten austauschen sollte man sich ganz sparen .

01.02.2013
09:15
Steinbrück blitzt bei Merkel ab - Kanzlerin will nur ein TV-Duell
von woelly | #23

Zweimal 25.000,00 € Honorar wäre auch einwenig zu viel! Wer zahlt eigentlich das Honorar für Steinbrück, die ARD, die SPD, oder die CDU/CSU? Ist der Hellen schon tätig geworden?

01.02.2013
08:14
Steinbrück blitzt bei Merkel ab - Kanzlerin will nur ein TV-Duell
von ruhry | #22

Die Themen zu denen Frau Merkel etwas kompetentes sagen könnte reichen auch nur für ein Zusammentreffen. Oder sollte sie sich mit Steinbrück darüber auseinandersetzen wie man unbeliebte politische Weggefährten und mögliche Konkurrenten entweder "wegbeißt" oder "weglobt"? Sie weiß genau das Steinbrück sie gerade mit brennenden ökonomischen Themen wie Euro-Krise und EU "in die Ecke stellen" wird. Also besinnt sie sich mal wieder ganz aufs "Mädchen vom dicken Kohl" und was sie von ihm gelernt hat: AUSSITZEN!

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