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Kanzlerkandidat

Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig

05.01.2013 | 16:38 Uhr
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
Peer Steinbrück bleibt bei seiner Kritik, dass der deutsche Regierungschef zu niedrig bezahlt wird. (dapd)

Berlin  Der SPD-Kanzlerkandidat hält - trotz aller Häme und Kritik dafür - an der Aussage fest, der deutsche Regierungschef erhalte zuwenig Entlohnung. Sein Wunsch-Koalitionspartner, die Grünen, reagiert inzwischen irritiert auf derlei Vorstöße - und fordert eine Rückkehr zu den wichtigen politischen Themen.

 Peer Steinbrück lässt nicht locker: Trotz des verheerenden Echos bleibt der SPD-Kanzlerkandidat bei seiner Kritik, dass der deutsche Regierungschef zu niedrig bezahlt wird. Das hätten er selbst und andere schon oft gesagt, und dazu stehe er. "Diese Wahrheit werde ich nicht verschweigen, auch nicht als Kanzlerkandidat". Führende Grünen-Politiker distanzierten sich vom Ex-Finanzminister und regten an, er solle im Wahlkampf lieber Probleme wie die soziale Schieflage anprangern.

Steinbrück hatte kurz vor dem Jahreswechsel beklagt, dass nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen mehr verdiene als der Kanzler. Für seine Beschwerde erntete der 65-Jährige viel Spott - auch aus den eigenen Reihen.

Für sich selbst würde er kein höheres Gehalt fordern - sagt er

Nun stellte Steinbrück klar, dass er nicht fordere, das Kanzlergehalt von knapp 17.000 Euro monatlich plus Zuschlägen zu erhöhen. Er habe lediglich die Meinung vertreten, dass Kanzler im Vergleich zu Wirtschaftsbossen eher gering bezahlt sind. Gleichwohl räumte der Sozialdemokrat ein, dass seine Äußerung bei Geringverdienern missverstanden werden könnte. "Natürlich kann man davon gut leben", sagte Steinbrück. Vor allem aus der Perspektive einer allein erziehenden Frau mit 1.000 Euro monatlich.

Den Schluss, er wünsche sich für sich persönlich ein höheres Einkommen, wenn er Kanzler werden sollte, wehrte Steinbrück entschieden ab. "Das ist wirklich Unfug", sagte er. Wem die Entlohnung nicht reiche, der sollte sich nicht bewerben.

Grüne reagieren irritiert

Einen Maulkorb will sich Steinbrück trotz der scharfen Kritik nicht umhängen lassen. Er spreche auch in Zukunft nicht nur laut aus, was opportun erscheint, sagte Steinbrück. "Ich sage, was ich denke. Und ich tue, was ich sage."

Gehaltsdebatte
Was Sparkassen-Chefs in NRW-Städten verdienen

Selbst kleinere Sparkassen in NRW zahlen ihren Chefs mehr als die Kanzlerin verdient. Das Durchschnittseinkommen der Vorstandschefs der NRW-Sparkassen beträgt 318.799 Euro. Einige kommunale Kreditinstitute weigern sich noch, das Chefgehalt zu veröffentlichen – so auch die Sparkasse Duisburg.

Die Grünen, Steinbrücks Wunsch-Koalitionspartner, reagierten irritiert. Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Bildungsministerin von Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, das Thema Gerechtigkeit müsse eine entscheidende Rolle bei der Bundestagswahl spielen. "Dabei wird es aber definitiv nicht um eine bessere Bezahlung von Politikerinnen und Politikern gehen."

Löhrmann hob die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Grünen hervor. "Ich war nie eine Freundin von rot-grünen Projekten", sagte sie. Steinbrück und die SPD stünden den Grünen aber inhaltlich näher als die schwarz-gelbe Bundesregierung.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, forderte in dem Blatt: "Steinbrück muss   wieder auf Angriff gegen Schwarz-Gelb schalten und die soziale Schieflage der Politik der Regierung Merkel in den Mittelpunkt stellen."

Sparkassen wehren sich

Vertreter der Sparkassen kritisierten Steinbrücks Vergleich. "Wir halten diese Diskussion für überflüssig. Herr Steinbrück muss sich entscheiden - die Fakten liegen ja auf dem Tisch –, ob er sich als Bundeskanzler oder als Sparkassendirektor bewerben will", teilte der Deutschen Sparkassen- und Giroverband der "FAS" in einer Stellungnahme mit.

Pikant ist, dass Steinbrück vor fast 15 Jahren offenbar selbst einmal Sparkassenchef werden wollte. Nach Recherchen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" bewarb sich Steinbrück im August 1998 informell darum, die Nachfolge des Präsidenten des schleswig-holsteinischen Sparkassen- und Giroverbandes anzutreten.Der Posten war demnach damals mit 400.000 Mark dotiert, mehr als die Ministerpräsidentin Heide Simonis verdiente.

Jedoch sei seine Kandidatur von seiner eigenen Partei hintertrieben worden. Simonis unterstützte den Flensburger Oberbürgermeister und SPD-Mann Olaf Cord Dielewicz, der von der Verbandsversammlung mit Zweidrittelmehrheit gewählt wurde.

Steinbrück war zu der Zeit Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, hatte sich aber mit der Ministerpräsidentin entzweit, wie das Blatt berichtete. Anlass dafür war seine Bemerkung, das Land könne sich "Klein-Klein auf Pepita-Niveau" nicht leisten. Simonis bezog dies auf sich und ihre kleinkarierten Kostüme und drohte Steinbrück öffentlich mit Entlassung. (dapd)



Kommentare
07.01.2013
08:27
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von Spatenklopper | #133

"Wenn Sie für acht Jahre Abgeordnete sind, sprich: wiedergewählt werden, haben Sie einen Rentenanspruch von 1682 Euro."

Wohl bemerkt, dies ist nur ein Abgeordneter, kein Bundeskanzler.
So und welcher Sparkassendirektor hat nach 8 Jahren Arbeit den VOLLEN Rentenanspruch in dieser Höhe?

Na klingelt es noch irgendwo?

1 Antwort
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von paranoidus | #133-1

Der bekommt eine Abfindung in Millionenhöhe,na klingelt es jetzt auch bei Ihnen ?
Das ist wirklich unglaublich hier,mit welchen selten dummen Argumente hier argumentiert wird.

07.01.2013
00:51
Löschung des Wortes und des Nicks zeigt nur,wie erbärmlich das ist.
von paranoidus | #132

Den Nick sperren nützt auch nicht viel,aber daran sieht man eigentlich nur wie Ohnmächtig ihr doch seid.
Ihr verleumdet Menschen,aber wenn man Euch kritisiert,löscht ihr das Wort und den User.
So etwas kenne ich noch aus den 30er Pfui
Und an die User hier,wenn ihr immer noch nicht merkt,welches perfides Spiel die hier spielen,dann habt ihr auch nichts anderes verdient.

1 Antwort
Das sehe ich ganz genau so
von PressefreiheitistVerantwortung | #132-1

Übrigens gibt es einen Unterschied zwischen Autorität haben und autoritär sein. Und die Macht des Wortes haben andere auch ...

06.01.2013
23:21
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von altwissen | #131

Offensichtlich ist die Strategie eines Steinbrück auf dem Marketingaxiom beruhend, dass jede Nachricht, ob nun schlecht oder gut, für den Strategen einen Vorteil bringt. Im öffentlichen Interesse bleiben zählt als Gewinn. Und hofft, dass die Menschen die negativen Seiten seiner Publicity auf Dauer verdrängen. Funktioniert ja auch. Siehe Wirtschaft und CDU! Bloß, dass es auch bei den Genossen funktioniert sagt doch nur deutlich: alles nur brave Konsumenten!

06.01.2013
23:21
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von Shy_Eye | #130

Der Französische Präsident kürzte sein Gehalt von 255.000 auf 180.000
Genauso wie der Premier-Minister
Merkel verdient im Jahr eine 1/4 Million und Steinbrück kritisiert es? Der Mann hat sich nicht mehr alle. Der hat in der Politik nicht zu suchen!

06.01.2013
22:08
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von lass_mal_laufen | #129

Dieser Steinbrück ist ein Idi*. Wer einen Sparkassendirektor mit einem Bundeskanzler bzw. die Gehälter vergleicht, der sollte sich um seines Geisteszustands sorgen machen.
Was ist denn ein Sparkassendirektor? Ist der gewählt? Oder handelt es sich hierbei um einen "erlernten" Beruf?
Ein Bundeskanzler wird gewählt und manchmal auch wieder abgewählt! Wer sich dieser Aufgabe stellt, der legt einen "Amtseid" ab! Er dient dem Deutschen Volke -ok, dass haben in den letzten Jahren nicht wirklich viele getan, aber sie haben es alle "beeidet".
Wer als Abgeordneter im BT unterwegs ist, der mag sich ja vielleicht als Berufspolitiker fühlen, weil die Partei für ihn sorgt, aber diese Menschen üben keinen Beruf aus, sonder ein Amt, ein Ehrendamt -mit Aufwandsentschädigung! Steuergeldern!
Wem diese Aufwandsentschädigung nicht ausreichend hoch dotiert ist, der kann sich in der Wirtschaft "austoben"! Von daher schreit Steinbrück -wieder einmal- nur Mist heraus!

2 Antworten
Ja, ein Sparkassendirektor wird gewählt.
von PressefreiheitistVerantwortung | #129-1

Das wollten Sie doch wissen oder?
Hier also die Antwort. Hätten Sie aber auch googlen können!

Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von paranoidus | #129-2

Wer Deutschland und die Deutschen beschreiben will,soll das Lesen.
Übrigens den Sparkassendirektor zahlen sie auch mit.Man oh Man,wer hier der Idi ist,ist ja wohl klar.

06.01.2013
21:40
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von khecki | #128

Ich bin seit Beginn des DerWesten dabei und eigentlich nur noch sehr sporadisch hier und lese mit.
Diese Unsägliche Moderation die alles sperren was wagt sich mal nicht den eigenen Mainstream anzupassen,werden rausgeekelt.
Auch ich habe vor 3 Jahre mein Abo bei der Rundschau gekündigt.Es ist keinerlei Seriosität mehr in diesem Unternehmen

Steinbrück ist jemand der in der Presse nicht gut ankommt,also muss man ihn Mundtot machen, so läuft das z.Z in Deutschland.
Siehe Wulf..
So jetzt reicht es mal wieder für ein Jahr

06.01.2013
20:07
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von Hutmacher | #127

Das Schlimmste ist, daß es in der BRD fast nur Steinbrücks gibt, denn das System ist mittlerweile durch und durch verkommen. Nach oben kommen nur die Opportunisten und Nickeköpchen. Sollte es doch mal einen Idealisten in eine Partei verschlagen, so wird er entweder durch den plötzlichen Wohlstand, den das Mandat mit sich bringt, auf Linie gebracht, oder, sollte er doch widerspenstig sein und an seinem Ideal festhalten, kaltgestellt und irgendwo auf der Hinterbank festkleben.

06.01.2013
19:54
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von Hutmacher | #126

Was sagt es über einen Menschen aus, der 300.000 Euro Jahresgehalt für eine Tätigkeit als zu niedrig empfindet?
Welche Ansprüche stellt dieser Mensch für sich, für sein Wohlergehen? Welche Wünsche hat er zusätzlich, die ihm mit 300.000 nicht erfüllt werden können? Will er seinem Haus noch einen weiteren Pool anbauen, reicht ihm der Mercedes nicht, sondern muß es ein Ferrari sein?

1 Antwort
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #126-1

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06.01.2013
19:42
Sie kritisieren Steinbrücks Aussagen. Dann müssen Sie diese in Gänze zur Kenntnis nehmen.
von PressefreiheitistVerantwortung | #125

Und dazu gehört dann auch die Aussage, dass er für sich kein höheres Gehalt reklamiert. Moralische Gegenschläge sind nur dann effizient, wenn das Ziel kein Phantom ist.

06.01.2013
19:13
Steinbrück beharrt auf seiner Position, das Kanzlergehalt sei zu niedrig
von Hutmacher | #124

PressefreiheitistVerantwortung, dennoch, der Mann hat nachweislich über eine Millionen durch Vorträge nebenbei kassiert. Das reicht doch für ein normales Menschenleben, oder nicht? Eigentlich müßte er von jetzt ab ehrenamtlich arbeiten. Mit dem, was er jetzt hat, kann er und seine Familie für den Rest ihres Daseins in Wohlstand leben.
Alles andere ist Dekadenz, vielleicht ist ihm mal ein Besuch in Flüchtlingslagern in Somalia anzuraten, wo Mütter mit Kindern an der Brust Hilfe suchen, weil sie mangels Ernährung keine Milch mehr zum Säugen haben.

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