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Katholische Kliniken

Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“

23.01.2013 | 17:13 Uhr
Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
Steffens sprach im Landtag von einem „skandalösen Vorgang“ bei den Katholischen Kliniken.Foto: dapd

Düsseldorf.  Nach der Abweisung eines Vergewaltigungsopfers macht jetzt die Politik Druck auf die Katholischen Kliniken. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens fordert den Zugang zur "Pille danach" - zur Not auch durch die Kooperation mit einem niedergelassenen Arzt. Falls die katholische Klinik dies ablehnt, drohen Konsequenzen.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) erhöht den Druck auf die katholische Kirche, Opfern von Vergewaltigungen bei einer stationären Versorgung in Kliniken den Zugang zur „Pille danach“ zu ermöglichen. Dies könne auch über eine Kooperation mit einem niedergelassenen Arzt sichergestellt werden. Falls die katholische Klinik dies ablehnt, schließt das Ministerium notfalls auch die Herausnahme der gynäkologischen Abteilung einer Klinik aus der allgemeinen Versorgung nicht aus.

Zwei katholische Krankenhäuser in Köln hatten mit dem Hinweis auf die Unvereinbarkeit der Verordnung der „Pille danach“ einem Vergewaltigungsopfer die gynäkologische Untersuchung zur Beweissicherung untersagt.

Kirche und Verhütung
Wie die „Pille danach“ wirkt

Ein katholisches Krankenhaus lehnt die Behandlung eines Vergewaltigungsopfers ab, weil die „Pille danach“ nicht mit dem Glauben vereinbar sei. Doch wenn Frauen das von der katholischen Kirche abgelehnte Mittel nehmen, verhüten sie eine Schwangerschaft. Mit Abtreibung hat das nichts zu tun.

Ministerin Steffens hält es aber für zwingend erforderlich, dass Opfer auch in konfessionellen Kliniken selbstbestimmt über die „Pille danach “ entscheiden können, um nicht von ihrem Peiniger schwanger zu werden. Schließlich erhalten die 400 NRW-Klinken vom Land für den Versorgungsauftrag jährlich 483 Millionen Euro für Investitionen und Bauvorhaben.

Steffens drängte auf eine bundeseinheitliche Regelung

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hatte sich beschämt gezeigt über die Abweisung einer offenbar vergewaltigten Frau durch zwei Kölner Kliniken in katholischer Trägerschaft. Ein solcher Vorfall dürfe sich nicht wiederholen. Kardinal Meisner hatte aber darauf verwiesen, dass die Kirche die Position des absoluten Lebensschutzes nicht relativieren könne. Deshalb seien alle Maßnahmen ausgeschlossen, „welche die Tötung eines möglicherweise schon gezeugten Kindes bedeuten“.

In einer Landtagsdebatte wies die Grünen-Abgeordnete Josefine Paul darauf hin, dass religiöse Erwägungen keinesfalls über den Opferschutz gestellt werden dürften. Die SPD-Abgeordnete Daniela Jansen stellte die Frage, ob eine Klinik, die die „Pille danach“ verweigere, in der allgemeinen Versorgung überhaupt zugelassen werden könne. Gesundheitsministerin Steffens stellte klar, dass nicht erkennbar sei, dass sich der Krankenhausträger in Köln pflichtwidrig verhalten habe . Das Ministerium will aber weitere Gespräche mit Vertretern der katholischen Kirche führen. Steffens drängte auf eine bundeseinheitliche Regelung mit Bundesregierung, Krankenkassen und Krankenhausgesellschaft, um künftig den Versorgungsauftrag auch konfessioneller Kliniken klarer zu regeln.

„Skandalöser Vorgang“ an Katholischen Kliniken

Vertreter der fünf Fraktionen im Landtag betonten, ein solcher Fall dürfe sich nicht wiederholen. Steffens sprach von einem „skandalösen Vorgang“ . CDU-Expertin Regina van Dinther erklärte, auch katholische Kliniken wiesen auf die Möglichkeit der „Pille danach“ hin, verschrieben sie aber nicht.

Vergewaltigung
Abtreibungsgegner schwärzten Klinik nach Testkauf an

Die Abweisung eines Vergewaltigungsopfers in Köln sorgt weiter für Wirbel. Jetzt wird bekannt: Abtreibungsgegner sollen katholische Kliniken zuvor getestet und angeschwärzt haben. Was folgte, bezeichnet ein Krankenhaussprecher als "Klima der Unsicherheit".

Rund 70 Prozent der landesweit 400 NRW-Krankenhäuser sind in konfessioneller Trägerschaft – jede zweite Klinik ist katholisch.

Wilfried Goebels

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Kommentare
25.01.2013
19:50
Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von eli1961 | #30

Wenn ich die Kommentare hier so lesen, bin ich schon über den Hass auf alles Katholische sehr entsetzt. Jegliche sachliche Diskussion ist, was die katholische Kirche betrifft, in Deutschland leider nicht möglich. Woher kommt die selektive Empörung? Welchen wunden Punkt trifft die katholische Kirche hier die Einwohner. Auch ich bin mit einem Rezept aus der Krankenhaus-Ambulanz entlassen worden, mit dem Hinweis die Medikamente in der Apotheke zu besorgen.

1 Antwort
Bitte kommen Sie zur Sache
von WhatDoesItAllMean | #30-1

Seien Sie nicht so schüchtern. Die katholische Empörung (milde gesagt) über die „Pille danach“, nämlich nach Vergewaltigung, läßt die gleichen Fragen offen, die Sie stellen: Woher kommt diese Empörung und welcher wunde Punkt... Phrasen. Kommen Sie zur Sache, die Sie so vermissen und zu der Sie sich nicht geäußert haben.

Sie bevorzugen es also, vergewaltigte Frauen zur Schwangerschaft zu zwingen („Null-Toleranz“, „absoluter Lebensschutz“, „katholische Grundordnung“, „zum Glück“)?

Nur zu. Sagen Sie es den Patientinnen ins Gesicht. „Es gibt für Sie kein Rezept.“ Oder stellen Sie sich vor, man sagt es nach einem solchen Ereignis Ihnen ins Gesicht. Natürlich ganz sachlich.

24.01.2013
21:02
Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von feierabend | #29

Es ist eine Unverschämtheit das sich die Kirche immer noch in wissenschaftliche und private Dinge einmischt, umso schlimmer wenn es Opfer sind. Was unterscheidet sie vom Islam? Hier werden Frauen genauso diskriminiert wie bei allen anderen Religionen auch - bei den evangelischen gehört die Frau schließlich ebenfalls ins Bett und an den Herd - bestenfalls taugt sie noch als Krankenschwester und Erzieherin. Wissenschaften haben sich weiterentwickelt, Technologien wurden weiterentwickelt, unsere ganze Kulturen haben sich gewandelt - die Kirche ist auf ihren altmodischen Standpunkten von 1490 stehen geblieben. Gott kann nicht gewollt haben, das Gewalttäter immer REcht bekommen - sie bekommen immer REcht weil es oftmals Männer sind. Und Männer herrschen in den Kirchen, sie herrschen in der Politik, sie meinen mit Gewalt lässt sich jedes Problem lösen,

24.01.2013
08:42
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Name von Moderation entfernt | #28

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

24.01.2013
05:58
Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von kadiya26 | #27

Außer ihren bigotten und menschenfeindlichen Dogmen interessiert die kath. Kirche nur Macht und Geld. Das ist bei denen Tradition. Und mir völlig unverständlich, dass dieser pseudo-religiösen Gruppierung in einem aufgeklärten (???) Staat immer noch eine dermaßen gewichtige Position zugestanden wird. Man muss die kath. Kirche in die Nische zurück drängen, in die sie mit all ihrer Rückständigkeit hingehört. Was ist an deren Gebaren denn noch "christlich"?

3 Antworten
Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von Optio | #27-1

Es hat schon mehrere aufgeklärte deutsche Staaten gegeben denen die Kirche ein Dorn in Augen wahr.
Oftmals waren die Kirchen aber der letzte Zufluchtsort um sich vor diesen Aufgeklärten in Sicherheit zu bringen.

Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von Dr.Seltsam | #27-2

@Optio
Stimmt..
Nach 1945 mussten ja die Naziverbrecher vor der jüdischen Rachejustiz geschützt werden.
Stichwort Rattenlinie.

Hans-Ulrich Rudel, NS Fluchthelfer und Militärberater des Diktators Peron
dankte der Kirche ausdrücklich dafür, dass sie „die Besten unserer Nation [gerettet habe und] das rasende Verlangen der wahnwitzigen Sieger nach Rache und Vergeltung wirksam vereitelt [werden konnte]“.

Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von Optio | #27-3

Hatte ich nicht deutsche Staaten geschrieben? Lesen Sie noch mal.
Die Kirche hat auch den Honecker vor der Lynchbande Gerettet. Die Kirche rettet Menschenleben.

24.01.2013
05:19
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Name von Moderation entfernt | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.01.2013
23:51
Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von FlorianDeRivo | #25

Ich denke, die Kath. Kirche hat klargestellt, dass sie selbstverständlich Opfer von Vergewaltigungen in ihren Kliniken behandeln will und es sich in Köln um ein bedauernswertes Missverständnis gehandelt hat. Denoch kann und wird sie keine "Pille danach" verschreiben.
Ich weiß nicht, ob der Frau Ministerin klar ist, was sie da gesagt hat. Aber wenn sie die Kath. Kliniken "notfalls" aus der Bezuschussung nehmen will, dann soll es so sein! Doch dann schließen 50% aller Krankenhäuser in NRW. Wie will unser Pleite- Land das eigentlich auffangen???

1 Antwort
Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von Dr.Seltsam | #25-1

Es gibt auch genügend weltliche Träger, die diese Aufgaben übernehmen können und auch wollen.
Bislang hat man bei der Vergabe aber konfessionelle Träger bevorzugt.
Ich will da auch gar keine böse Absicht unterstellen, wenn man jahrzehntelang Ansprechpartner bei den Kirchen hat, ist es sicher kein einfacher Schritt, sich auf humanistische Organisationen einzulassen, die man nicht genau kennt.
Problematisch wird es überall dort, wo die Immobilien und oder Grundstücke der Kirche oder kirchlichen Organisationen gehören.
Zur Zeit steht eine berliner Obdachlosenhilfe am Ostbahnhof vor dem Aus, weil der kirchliche Vermieter nicht an einen weltlich-humanistischen Träger vermieten will.

23.01.2013
23:02
Achtes Gebot
von RainerN | #24

Achtes Gebot
„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wieder deinen Nächsten“
Dazu gehört auch, wissentlich etwas zu verschweigen . Kurz gesagt, Halbwahrheiten zu verbreiten. Einige Sprecher der Katholischen Kirche scheinen es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, sonst würde sie nicht permanent Unwahrheiten über die „Pille danach“ verbreiten. Den Damen und Herren sind Dogmen wohl wichtiger, als die Öffentlichkeit wahrheitsgemäß zu informieren, oder sie sind schlicht und ergreifend nicht ausreichend informiert oder beides?
Noch einmal zum mitschreiben, die „Pille danach“ ist kein Mittel mit dem eine Abtreibung durchführbar ist. (Ausnahme das Präparat Mifigyne). Vereinfacht gesagt, wird lediglich die Reifung der Eizelle, sowie der Eisprung und die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter verhindert. Die Befruchtung einer Eizelle ist somit ausgeschlossen und ein Leben kann nicht entstehen.

23.01.2013
23:01
Schwangerschaft nach Vergewaltigung als gottgewolltes Schicksal und andere Schauspiele: Die Politik muß handeln
von WhatDoesItAllMean | #23

Nachdem sich Meisner unmißverständlich geäußert hat, daß er die Position des absoluten Lebensschutzes nicht relativieren könne und alle Maßnahmen ausgeschlossen seien, „welche die Tötung eines möglicherweise schon gezeugten Kindes bedeuten“, muß die Politik handeln.

Eine vergewaltigte Frau auch nur theoretisch zur Schwangerschaft gegen ihren Willen zu zwingen, kann in einer freien Zivilgesellschaft keine Option sein. Trickreiche Konstruktionen, die den Schein wahren, aber die „Pille danach“ auf anderem Wege doch ermöglichen, sind die blanke Heuchelei.

Sie ist leider auch an anderer Stelle gang und gäbe, etwa bei Ligatur nach abgeschlossener Familienplanung und einer wahrscheinlichen nächsten Risikoschwangerschaft: Da wird die Ordensschwester nach einem Kaiserschnitt aus dem OP komplimentiert, damit sie nicht sieht, wie der Operateur sich den entsprechenden Faden geben läßt. Solche Schauspiele sind durch keine Ethikbeauftragte jemals sinnvoll in den katholischen Griff zu bekommen.

23.01.2013
22:10
Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von feierabend | #22

Zitat: "Viele Kurtisanen trugen ganz selbstverständlich die KLeidung römischer PAtrizerinnen, ließen sich in Kutschen durch die Stadt fahren und auf offener STraße von Adligen und Geistlichen den Hof machen,. Nicht wenige waren so vermögend, dass sie herrschaftliche Häuser oder Palazzi besaßen, und einige waren so berühmt dass die Plätze an denen sie wohnten nach ihnen benannt waren. Imperia wurde derart umworben, dass die gesamte Oberschicht der Stadt, egal ob weltlich oder geistlich sich einen Krieg um ihre Gunst lieferte. Die Liste der Verehrter war länger als die der Hofangestellten des Papstes. Ihr Haus galt als Inbegriff geschmackvollen Überflusses." Leon Morell Rom 1495 Zustände wie zur Istzeit - sozial ist was buhlt, balgt und vor allem - viel Geld hat. Die römische Kirche von einst ist die katholische von heute

23.01.2013
22:06
Steffens erhöht den Druck auf Kirche bei „Pille danach“
von bb | #21

Es gibt noch diesen Artikel beim Westen, da geht es um den Piraten Antrag
http://www.derwesten.de/politik/piraten-machen-affaere-um-vergewaltigungsopfer-zum-thema-im-landtag-id7509045.html
Aber es ist ja klar, dass die anderen Parteien dem nicht zustimmen konnten. Das wäre doch allzu peinlich gewesen.

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