"Städtische Haushalte stehen vor Zerreißprobe"
02.11.2009 | 08:12 Uhr 2009-11-02T08:12:00+0100
Berlin. Den Kommunen steht ein „sehr düsteres Jahr“ bevor, fürchtet Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages. Im Interview mit der WAZ-Mediengruppe fordert er Schwarz-Gelb auf, Städte und Gemeinden nicht weiter finanziell zu belasten.
Herr Articus, die Haushalte der Ruhrgebiets-Kommunen brechen zusammen. Gewerbesteuereinnahmen in zweistelliger Größenordnung bleiben aus. Gleichzeitig steigen Sozialausgaben, sinken die Zuschüsse des Bundes. Welche Entwicklung der Kommunalfinanzen erwarten Sie 2010?
Stephan Articus: 2010 wird voraussichtlich ein sehr düsteres Jahr für die Kommunalfinanzen. Nach den bisherigen Prognosen müssen die Kommunen mit einem Defizit von mehr als zehn Milliarden Euro rechnen. Durch sinkende Steuereinnahmen und steigende Sozialausgaben stehen die städtischen Haushalte vor einer Zerreißprobe. Vor allem in strukturschwachen Städten mit hoher Arbeitslosigkeit und Verschuldung – wie im Ruhrgebiet – drohen die Haushalte zerrieben zu werden. Die Kassen sind leer und die Schuldenberge hoch. Die kurzfristigen Kassenkredite der Kommunen liegen inzwischen bei 32,6 Milliarden Euro.
Die neue Koalition plant Steuerentlastungen von 24 Milliarden Euro ab 2011. Welche Auswirkungen hat das?
Articus: Die Städte wenden sich nicht generell gegen Steuerentlastungen. Aber es ist schwer vorzustellen, wie man die wichtigen öffentlichen Dienstleistungen für die Bürger, zum Beispiel den Ausbau der Kinderbetreuung, erfüllen und verbessern will und gleichzeitig so hohe steuerliche Entlastungen vornimmt. Viele Städte werden das finanziell nicht verkraften können. Der Bund muss Auskunft darüber geben, wie Länder und Kommunen ihre Leistungen für die Bürger und die Wirtschaft weiter finanzieren sollen.
„Wer bestellt, bezahlt“
Gibt es ein Patentrezept für Deutschlands Kommunalfinanzen?
Articus: Nein. Aber es wäre schon viel gewonnen, wenn uns nicht weitere Belastungen aufgehalst würden. Bund und Land müssen dem Grundsatz folgen „Wer bestellt, bezahlt“. Außerdem brauchen die Städte vor allem zweierlei: eine Entlastung bei den Sozialausgaben und eine Finanzausstattung, die ihren Aufgaben gerecht wird.
Die Große Koalition hat den Anteil des Bundes an den Betreuungskosten der Langzeitarbeitslosen gekürzt. Werden Sie Schwarz-Gelb in Berlin überzeugen können, die Kürzung zurück zu nehmen?
Articus: Wir hoffen das sehr. Gerade bei steigender Arbeitslosigkeit wäre es völlig unverständlich, die Beteiligung des Bundes an den Unterkunftskosten 2010 zu senken. Die Kommunen zahlen hierfür schon heute 10 Milliarden Euro. Nach Berechnungen des Bundes müssen wir 2010 auch durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit eine Mehrbelastung von weiteren zwei Milliarden Euro befürchten.
Die FDP hat im Koalitionsvertrag erzwungen, dass die Gewerbesteuer auf den Prüfstand kommt. Könnten Sie eine Abschaffung verkraften?
Articus: Die Gewerbesteuer ist und bleibt die wichtigste städtische Steuer. Daran ändern auch die Einbrüche durch die gegenwärtige ganz außergewöhnliche Krise nichts. Die Einnahmen werden sich eines Tages wieder besser entwickeln. Wir bauen auf die Zusage der Kanzlerin, dass die Gewerbesteuer unangetastet bleibt. Die Gewerbesteuer hat 2008 durch die Unternehmenssteuerreform stabilisierende Elemente erhalten. Alternative Modelle für Zuschläge auf die Einnahmen- und Körperschaftssteuer, wie sie die FDP fordert, sind vor wenigen Jahren bereits gründlich geprüft und als ungeeignet befunden worden.

17:31
Die stätischen Haushalte sind überfordert von den zu zahlenden Sozialleistungen. Es muss von den Sozialhilfeempfängern verlangt werden das sie zum Haushalt beitragen. Weg mit dem Laub, Winterdienst und, und, und
12:34
#8
Hier ein paar Fakten: In NRW hat schon heute jeder vierte Bewohner ausländische Wurzeln, bundesweit jeder fünfte.Geht die Einwanderung besonders auch in die Städte des Ruhrgebiets so weiter, werden Migranten in wenigen Jahrzehnten die Mehrheit stellen. Daran knüpft sich die Frage, warum sollen Einwanderer die Werte der deutschen Minderheit ( u.a. Grundgesetz/europäische Leitkultur etc.)anerkennen? Es gibt Politiker auch in den Städten, die nur in der permanenten Einwanderung die Chancen erkennen, die absehbaren Risiken dagegen werden verdrängt. Ist das dumm dahergelabert? Wohl eher nicht, auch der Umstand, dass derzeit 40 % der Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht mal einen Hauptabschluß haben und damit zu Sozialhilfeempfängern werden und das bei leeren Kassen und hoher Verschuldung unserer Städte! Trübe Aussichten!
11:55
@ #7 von fragil
oh du armer Mensch....
11:45
zu # 7
Kollege, sind sie vom Beruf Witschaftsexperte und haben Zahlen und Fakten für den von ihnen hier verbreiteten Sch...? Wohl eher nicht, hauptsache polemisieren und dumm daherlabern. Sie scheinen stark unterbelichtet zu sein.
11:23
Die Pleite haben die Städte größtenteils selbst zu verantworten. Sie haben Einwanderer in die Städte gelotst, um die Einwohnerzahlen zu puschen. Dafür gibt es Geld vom Land, jetzt stöhnen sie unter der Soziallast, da es sich bei den Migranten meistens um bildungsferne Schichten ohne Ausbildung, Deutschkenntnisse und berufliche Perpektiven handelt. Amerika, Kanada, Australien suchen sich ihre Einwanderer je nach Qualifikation aus. Bei uns waren alle willkommen. Wie heißt es: Wir brauchen Unterschichten! - Dann löffelt mal Eure Suppe selbst aus!
08:39
Ah die Pleite nennt sich ZERREISSPROBE.....na gut das man dem Michel son Blödsinn erzählen kann!
08:38
Wenn man sich umhört, weiß man, dass in der Bevölkerung die Wut wächst. Einige Straßen in den Kommunen sehen so aus wie Straßen in Ostpolen, auch der Zustand der Schulen ist häufig schlecht. Schlanker Staat bedeutet eben auch, dass zu wenig investiert wird,.
07:59
Mahner und Warner überall !
Überall wird der Weltuntergang propagiert, egal ob bei der Schweinegrippe oder wie hier beim angeblichen Zusammenbrechen der Städtischen Haushalte. Wann bricht denn endlich mal so eine Stadt zusammen ? Das ist so, als ob man eine supergeile Ankündigung eines Kinofilmes sieht und hört, aber dieser Film nirgends gespielt wird. Also lasst es krachen oder hört auf mit dem Gejammer!
23:20
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