Städtetag sieht in Containern für Flüchtlinge kein Tabu mehr

Köln..  Die Unterbringung von Flüchtlingen in Containern ist für Städte in Nordrhein-Westfalen kein Tabu mehr. „Dass man Container vorübergehend aktiviert, halte ich inzwischen für denkbar“, erklärte Pit Clausen, Vorstand des nordrhein-westfälischen Städtetags, am ­Wochenende. Wenn die Städte nicht so schnell Gebäude herrichten könnten, wie Flüchtlinge ins Land kämen, dann müsse man möglicherweise auf solche Containerlösungen ausweichen.

Die Städte hätten ihre Unter­bringungs-Möglichkeiten weitgehend ausgereizt. Alle verfügbaren und brauchbaren Gebäude seien in der Nutzung. „Wir tun, was wir ­können, aber zaubern können wir eben nicht“, sagte Clausen. Über die Unterbringung in Turnhallen werde in seiner Stadt Bielefeld auch nachgedacht, sagte Clausen, der dort Oberbürgermeister ist. Aber auch das werde nur dann umgesetzt, wenn der Stadt gar nichts anderes mehr einfalle.

Die Landesregierung hatte zuletzt ein Landheim des Kolping-Ferienwerks im sauerländischen Olpe per Ordnungsverfügung für die Unterbringung von Flüchtlingen reserviert. In Bochum wurde ein ehema­liges Priesterseminar kurzfristig zur Flüchtlingsunterkunft erklärt.

Vor allem die Zahl von Flüchtlingen aus dem Kosovo ist in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen. Dies hatte die Raumnot in den letzten Wochen unerwartet stark verschärft.