Städte pochen auf Geld von RWE

Essen/Dortmund..  Die Kommunen machen beim Energiekonzern RWE Druck: Trotz der milliardenschweren Schulden des Unternehmens fordern die kommunalen Aktionäre eine stabile Dividende. „Sollte der Dividendenvorschlag unter einem Euro liegen, hätten wir bis zur nächsten Hauptversammlung im April sehr unruhige Zeiten“, sagte Ernst Gerlach, der Geschäftsführer des Verbandes der kommunalen RWE-Aktionäre (VkA), im Gespräch mit der WR.

RWE hatte zuletzt bereits die Dividende halbiert: Je Aktie gab es nur noch einen Euro. Die Dividendenkürzung hatte tiefe Löcher in die städtischen Haushalte gerissen. Insgesamt mussten die kommunalen RWE-Aktionäre im vergangenen Jahr Einnahmeausfälle in Höhe von rund 150 Millionen Euro verkraften. In Städten wie Dortmund, Bochum, Essen und Mülheim hatte es rumort. Die Aktionärsvertreter der Kommunen wollen nun verhindern, dass künftig noch weniger Geld vor Ort ankommt.

Doch die RWE-Spitze will sich künftig in Sachen Dividendenhöhe nicht mehr festlegen. Vor wenigen Wochen kündigte RWE-Vorstandschef Peter Terium eine neue Dividendenpolitik an. Zur Begründung hatte der Vorstand auch auf die hohe Verschuldung des Energiekonzerns verwiesen. „Die neue Berechnungsgrundlage hat einen stärkeren Bezug zur wirtschaftlichen Gesamtlage unseres Unternehmens“, sagte Terium.

Das Vorgehen des Vorstandschefs war allerdings nicht mit den Kommunen als Großaktionär abgesprochen, bestätigte Gerlach. „Es handelt sich um einen Vorschlag des Vorstands, den wir zunächst einmal zur Kenntnis genommen haben“, erklärte der Vertreter der Kommunen kühl.

Im RWE-Aufsichtsrat sitzen auch Oberbürgermeister wie Ullrich Sierau aus Dortmund. Das Kontrollgremium konnte nicht über die neue Dividendenformel abstimmen. Ob ein Nein der Kommunen denkbar gewesen wäre, lässt Gerlach offen. „Für eine endgültige inhaltliche Positionierung müssen sicherlich noch zahlreiche Für und Wider abgewogen werden“, sagte er lediglich.

Mit Spannung wird die nächste Aufsichtsratssitzung von RWE erwartet. Nach WR-Informationen soll der Vorstand am 4. März einen Dividendenvorschlag auf den Tisch legen. Nicht die generelle Dividendenformel, sondern der konkrete Dividendenvorschlag des Vorstands wird dann zur Abstimmung gestellt.