Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Steinbrück

Stadtwerke entlasten Steinbrück - Spende war nie vereinbart

04.11.2012 | 20:47 Uhr
Stadtwerke entlasten Steinbrück - Spende war nie vereinbart
Der Unmut über die Redehonorare von Peer Steinbrück wächst in der SPD. Doch die Bochumer Stadtwerke entlasteten ihn jetzt.Foto: dapd

Bochum.  In einer Erklärung bestätigen die Bochumer Stadtwerke jetzt Steinbrücks Version. Es habe nie eine Verabredung gegeben, das Honorar in Höhe von 25.000 Euro einer karitativen Vereinigung zu spenden. „Es gab keine Absprachen, weder schriftlich noch mündlich“, so die Stadtwerke. Ursache sei ein Kommunikationsproblem gewesen.

In der Honoraraffäre um den Rede-Auftritt des SPD-Spitzenpolitikers Peer Steinbrück rudern die Bochumer Stadtwerke zurück: „Es gab keine Absprachen der Stadtwerke Bochum – weder schriftlich noch mündlich – mit Herrn Steinbrück, dass er sein Honorar aus dem Auftritt am 26.11.2011 in Höhe von 25.000 Euro einem von ihm zu bestimmenden karitativen Zweck hätte spenden müssen“, heißt es in einer Erklärung, die das Unternehmen am Sonntagabend veröffentlichte.

Damit korrigieren die Stadtwerke frühere Angaben, wonach mit Steinbrück „schriftlich fixiert“ worden sei, dass er sein Honorar für eine soziale Einrichtung spenden müsse. Zuvor hatte Steinbrück von den Stadtwerken per Anwalt eine Unterlassungserklärung verlangt, wonach das Unternehmen nicht weiter behaupten dürfe, es sei eine Spende vereinbart gewesen.

Steinbrück nicht informiert

In der Erklärung heißt es weiter, die Veranstaltungsreihe „Atriumtalk“, bei der Steinbrück zu Gast war, sei „mit der Idee konzipiert, dass die Gäste ihr Honorar einem karitativen Zweck spenden. Die Honorare werden individuell vereinbart; allerdings wird damit die Erwartung verknüpft, dass das Honorar ganz oder teilweise einem wohltätigen Zweck zugeführt wird. Im konkreten Fall bei Herrn Steinbrück ist es jedoch versäumt worden, Herrn Steinbrück davon in Kenntnis zu setzen“.

Grund dafür seien „Kommunikationsschwierigkeiten“ mit der Bochumer Medienagentur von Sascha Hellen, die mit der Organisation der Veranstaltung beauftragt war. Zwar wollen die Stadtwerke auch weiter an „Kundenveranstaltungen“ festhalten, doch werde das „Konzept überarbeitet“. Die Erklärung der Stadtwerke wurde nach einem Krisengespräch veröffentlicht, an dem auch Bochums Oberbürgermeisterin und Stadtwerke-Aufsichtsratschefin Ottilie Scholz (SPD) und Agenturchef Hellen teilnahmen.

Unmut in der SPD wächst

Auslöser für den Streit war die Offenlegung der Honorare für seine Nebentätigkeiten durch Steinbrück vorige Woche. In der Auflistung von rund 90 Posten machten die 25.000 Euro von den Bochumer Stadtwerken den größten Einzelposten aus.

Gleichzeitig wächst in der SPD der Unmut über die lukrativen Ne­bentätigkeiten Steinbrücks. Mehrere Sozialdemokraten äußerten Kritik an Menge und Höhe der Honorare.



Kommentare
05.11.2012
19:45
Stadtwerke entlasten Steinbrück - Spende war nie vereinbart
von rally88 | #2

Steinbrück ein Honorarspendenhinterzieher?
Nicht zu fassen, aber er will doch Kanzlerkandidat sein? -
Unwählbar!

1 Antwort
Stadtwerke entlasten Steinbrück - Spende war nie vereinbart
von marwang | #2-1

wer richtig lesen kann ist im vorteil

05.11.2012
17:48
Stadtwerke entlasten Steinbrück - Spende war nie vereinbart
von woelly | #1

Jetzt wird es merkwürdig! In der Warth & Klein Grant Thornton Zusammenstellung wird Hellen Medien als Rechnungsadressant (Auftraggeber) also auch Vertragspartner genannt! Nicht die Stadtwerke Bochum! Das vertraglich vereinbarte Honorar und die Nebenbedingungen (Absprachen) konnten also nur rechtsverbindlich zwischen Hellen und Steinbrück vereinbart werden und mit sonst keinem! Es ist also schon merkwürdig, dass jetzt die Stadtwerke Bochum Steinbrück entlasten und sich selbst belasten. Das ist Augenwischerei, sonst nichts! Wer das ernst nimmt, kann das tun. Die Rechnung von Hellen (mit allem Drum und Drann) an die Stadtwerke, wurde anscheinend als allgemeine Werbungskosten verbucht. Vom Vertagspartner der Stadwerke, Herr Hellen, wurde noch keine Frage beantwortet. Hat der eigentlich Redeverbot? Wurden etwa die Anwaltskosten auch von den Stadtwerke Bochum bezahlt? Das würde mich nicht wundern!

Aus dem Ressort
Der Kompromiss zur Beamtenbesoldung war hart erkämpft
Beamtenbesoldung
Die Beamten in NRW sollen nun doch alle mehr Geld bekommen - nicht nur die unteren Gruppen. Für die Landesregierung eine hohe Belastung. Nicht alle sind einverstanden mit dem Kompromiss, die Richter sprechen gar von Taschenspielertricks. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Pentagonchef sieht IS-Miliz als extreme Bedrohung für USA
IS-Miliz
Die USA nehmen die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak immer ernster. Sei sei weit mehr als eine Terrorgruppe, sagte Verteidigungsminister Hagel. Keine Gruppe sei so hoch entwickelt, wie IS. Selbst Luftschläge gegen IS-Stellungen in Syrien seien möglich.
SPD kann über "schießendes Personal"-Witz nicht lachen
Von der Leyen
Ein Witz von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sorgt für Kopfschütteln bei SPD und Linkspartei. Die CDU-Politikern hatte in einem Interview scherzhaft behauptet, Deutschland werde zu den Fußball-Weltmeisterschaften in Katar und Russland auf jeden Fall "schießendes Personal" schicken.
Gabriel will Pflegekräfte-Mangel mit Einwanderern mindern
Pflege
Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ist der Meinung, dass der Mangel an Fachkräften in der Altenpflege nur mithilfe von Drittstaaten aufgefangen werden kann. Bis zum Jahr 2030 würde die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,3 auf 3,4 Millionen steigen. Im Fokus stehen Staaten wie Vietnam.
Viele Tote bei Angriff auf sunnitische Moschee im Irak
Gewalt
Bewaffnete Kämpfer haben im Irak eine sunnitische Moschee angegriffen und dabei viele Menschen verletzt und getötet. Medien berichten, bei der Attacke handle es sich um einen Rache-Akt wegen eines Autobombenanschlags. Nach dem Angriff auf die Moschee sei es zu weiteren Zusammenstößen gekommen.
Umfrage
Das Warten hat ein Ende: Die Bundesliga startet in die neue Saison. Besonders im Ruhrgebiet ist die Fan-Kultur sehr ausgeprägt. Was bedeutet Ihnen der Fußball?

Das Warten hat ein Ende: Die Bundesliga startet in die neue Saison. Besonders im Ruhrgebiet ist die Fan-Kultur sehr ausgeprägt. Was bedeutet Ihnen der Fußball?

 
Fotos und Videos