Stadt hält an KZ-Standort für Flüchtlinge fest

Schwerte..  Die Ruhrgebiets-Stadt Schwerte will ungeachtet heftiger Kritik Flüchtlinge auf dem Gelände einer ehemaligen Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald unterbringen. Dort hatten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter im Reichs-Eisenbahnausbesserungswerk Schwerte Ost Lokomotiven reparieren müssen. 21 Asylbewerber sollen jetzt in einer alten Baracke unterkommen, die vor Jahren schon einmal Flüchtlingen und zuletzt Künstlern als Domizil diente.

Die Baracke sei aber erst in den fünfziger Jahren entstanden, betonten Vertreter der Stadt gestern. Das habe die Auswertung von Luftbildaufnahmen in den vergangenen Tagen ergeben. Die Gebäude des Lagers wurden vor langer Zeit abgerissen. Zunächst war der Eindruck entstanden, die Flüchtlinge sollten in einer ehemaligen Wachbaracke der KZ-Außenlagers wohnen.

„Die Entscheidung ist sachgemäß“, sagte Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr (CDU) gestern. „Rat und Verwaltung der Stadt Schwerte halten an ihrer Entscheidung aus Überzeugung fest.“ Das Gebäude mit wechselvoller Geschichte werde einer sinnvollen Nutzung zugeführt.

Schwerte ist nicht die einzige Stadt, die Flüchtlinge in einer KZ-Außenstelle unterbringen will. Augsburg verfolgt ähnliche Pläne.