Spuren im Sand

Am Strand kann man tolle Dinge finden. Gummi­platten zum Beispiel mit der Aufschrift „Tjepetir“. Seit Jahren werden diese Matten an die Küsten Nordeuropas geschwemmt. An den Atlantikküsten und Nordseestränden tauchen sie auf, in Frankreich, Belgien, Deutschland und Dänemark. Eine Familie aus Borkum fand eine, ein Niederländer hat bereits acht Stück. Aber wo kommen die Matten her? „Tjepetir“ ist der Name einer Fabrik im indonesischen West-Java. Dort wurde
vor Jahrzehnten ein kautschukartiges Material für alle möglichen Zwecke verarbeitet. Möglich, dass ein japa­nisches Schiff, das 1917 von einem deutschen U-Boot versenkt wurde, die Platten geladen hatte. Jetzt tauchen sie wieder auf, denn das Zeug verrottet nicht. Es kann 400 Jahre dauern, bis sich Kunststoff zersetzt. Das Meer vergisst nichts. So besteht gute Hoffnung, dass unsere Nachfahren am Strand Unmengen Plastikflaschen, ­Tüten, Schnüre, Einmalrasierer und Joghurtbecher einsammeln können. Müll, das wissen Anthropo­logen, erzählt die Geschichte unserer Zivilisation.