Das aktuelle Wetter NRW 0°C
Politik

Spender-Lohn

23.07.2007 | 06:16 Uhr
Funktionen

Blutkonserve und Kommerz

Beim Blutspenden ist das Deutsche Rote Kreuz klar im Vorteil. Es bezahlt den Spendern keine Aufwandsentschädigung und vermittelt ihnen damit zugleich, Gutes getan zu haben. Und weil der Großteil der spendenden Bevölkerung sich nicht nachsagen lassen will, verwerflich zu handeln, rennen fast alle weiter zum DRK.

Dabei ist Blutspenden auch für diese Organisation vor allem ein Millionen-Geschäft. Das DRK verdient gut am Verkauf. Es hält auch mit diesem Geld sein System aufrecht, also sollte es die Spender teilhaben lassen. So machen es private Anbieter und Universitäten. Sie entlohnen den Spender dafür, dass er ein (überschaubares) Risiko eingeht, dass er sich Zeit nimmt und mit seinem Blut anderen möglicherweise das Leben rettet. Entscheiden soll am Ende der Spender selbst, bei wem er sich anzapfen lassen will. Er sollte nur nicht schon im Vorhinein beeinflusst werden.

Im Übrigen will sogar die Politik einen funktionierenden Blutspendemarkt mit gleichberechtigten Teilnehmern. Sie tut nur viel zu wenig, um die Vormacht des DRK einzuschränken.

Von Wolfgang Pott

Kommentare
Aus dem Ressort
Wie Griechenlands Premier Tsipras die EU-Oberen brüskiert
Europa-Politik
Die neue griechische Regierung irritiert die EU mit offener Widerspenstigkeit in der Wirtschafts- und Außenpolitik. Droht der Frontalzusammenstoß?
Lehrer nach fragwürdigem Auschwitz-Vergleich suspendiert
Holocaust-Gedenken
Ein Dortmunder Lehrer darf nach einer rechtsextremen Äußerung nicht länger unterrichten. Das gab jetzt Regierungspräsident Bollmann bekannt.
Kraft will digitalen Aufbruch - CDU wirft ihr Ablenkung vor
IT-Technik
Die Landesregierung will über 700 Millionen Euro in modernste Informationstechnologie stecken. Die Opposition moniert: Das klingt bloß schick.
Große Mehrheit für umstrittenen Irak-Einsatz im Bundestag
Bundeswehr
Die Bundesregierung schickt neben Waffen 100 Militärausbilder für den Kampf gegen die Terrormiliz IS in den Nordirak. Das ist rechtlich umstritten.
Kögida gibt auf - Demos in Köln sollen abgesagt werden
Demos
In Köln wird es vorerst keine weiteren Kögida-Demos geben. Stattdessen wollen sich die Organisatoren auf Demos in Düsseldorf konzentrieren.
Fotos und Videos
article
2050185
Spender-Lohn
Spender-Lohn
$description$
http://www.derwesten.de/politik/spender-lohn-id2050185.html
2007-07-23 06:16
Politik