SPD sucht Konsens - „Schulfrieden gibt es nur mit der CDU“
14.06.2011 | 18:27 Uhr 2011-06-14T18:27:00+0200
Düsseldorf.Nach dem Stopp der Gemeinschaftsschule Finnentrop vor Gericht geht die SPD im Landtag auf die CDU zu und wirbt um einen Schulkonsens. „Schulfrieden gibt es nur mit der CDU“, sagte SPD-Bildungsexpertin Renate Hendricks. Sie drängte darauf, vor der Sommerpause die Eckpunkte für ein neues Schulgesetz dem Landtag vorzulegen, damit es rechtzeitig zu den Anmeldungen für das Schuljahr 2012/13 in Kraft treten könne.
Die SPD sendet deutliche Signale aus, dass die rot-grüne Koalition das Gymnasium nicht in Frage stellen wolle. „Man darf Schulentwicklung nicht gegen die Menschen machen“, forderte Hendricks. Neben „bewährten Schulformen“ wie dem Gymnasium müsse die Gemeinschaftsschule gleichberechtigt im Gesetz verankert werden. Kritik übte Hendricks an dem von Sylvia Löhrmann (Grünen) geführten Schulministerium.
Weitere Verbundschulen
Dass der Schulversuch laut Gericht nicht ausreichend begründet war, habe sie „persönlich schockiert“. Für die Gemeinschaftsschule gebe es in NRW rund 100 Anfragen, davon etwa die Hälfte aus CDU-Kommunen. Mehrere Städte wie Münster wollen laut Hendricks auch Gemeinschaftsschulen für die Klassen 1 bis 10 gründen. Dies müsse gesetzlich ebenso ermöglicht werden wie weitere Verbundschulen als Kombination aus Haupt- und Realschulen. Dafür tritt die CDU ein.
Zehn Jahre
Die SPD-Politikerin verlangte Gespräche auf Spitzenebene, um in der Schulpolitik zu einer Einigung zu kommen. Die Parteien sollten politisch vereinbaren, in den nächsten zehn Jahren keine Schulform mehr in Frage zu stellen.

14:55
@5 von comptur
Es ist ja wohl eher so, dass jetzt endlich ein Dialog statfinden kann, weil die CDU von ihrem ideologischen Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem endlich Abstand genommen hat.
Wenn die Regierung Rüttgers den (übrigens CDU-regierten) Kreisen die beantragten Schulzusammenlegungen gestattet hätte, wären wir schon einen Schritt weiter.
12:57
Es gibt ja sowieso keinen Unterschied zwischen CDU/SPD.
09:52
Na endlich, die SPD scheint Vernunft anzunehmen.
09:21
Das Nebeneinander von Gesamtschule, Gemeinschaftsschule und Gymnasium ist vernünftig. Die CDU NRW wollte (wie unter anderen Vorzeichen die DDR damals) Kindern und Eltern vorschreiben, in welche Schule sie gehen sollen. Das sollte nun abgeschafft werden. Angeblich sind die Schwarzen für Konkurrenz, warum nicht auch im Schulsystem. Das setzt natürlich voraus, dass es in allen drei Schulformen die Möglichkeit gibt, Abitur zu machen. Dass es weiterhin Hauptschulabschlüsse geben wird, ist klar, denn nicht jeder schafft einen Realschulabschluss. Aber es sollte nicht schon 10jährige ausgesondert werden. Man wird sehen, ob die CDU diese Chance wahrnimmt, ansonsten muss man sich mit den Linken einigen.
08:58
Die Gemeinschaftsschule soll gleichberechtigt im Gesetz verankert werden? Ist dass jetzt der Abgesang auf die Gesamtschule?
Es ist ja interessant, dass die SPD jetzt erst verstanden hat, dass Rot-Grün es nicht im Alleingang ohne die CDU machen kann. Doch das hätten sie auch vor über einem Jahr haben können. Dann hätten es die *********** allerdings nicht im Wahlkampf benutzen können. Ein Schelm der Böses dabei denkt!
Aber zurück zur Gemeinschaftsschule. Dann haben wir ein Schulsystem in NRW mit Real-Schulen, Gymnasien, Gesamtschulen (???), Integrierten Haupt- und Realschulen und Gemeinschaftsschulen? Die Hauptschule hat anscheinend fertig oder erleben wir hier wieder einen roten Etikettenschwindel?
Erinnern wir uns, aus der Berufsschule wurde ein Berufskolleg, hat sich außer dem Namen etwas geändert? Nein!
Glaubt hier noch einer, dass mit der Abschaffung der Hauptschule es den Hauptschüler nicht mehr gibt?
Also alle an die Hände fassen und wir machen einen schönen Schulringelpietz, mit Anfassen natürlich (Vorsicht, IRONIE!).
23:18
Was will die schule mit der Politik? Die stört nur!!!
23:16
Barbara Hendricks ist Schatzmeisterin der SPD. Renate Hendricks ist die Bildungsexpertin. Auf dem Bild ist Barbara Hendricks zu sehen.