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Erpressung

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst

07.09.2013 | 12:01 Uhr
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
Peer Steinbrück und seine Ehefrau Gertrud: "Steinbrücks sind nicht erpressbar!"Foto: dpa

Bonn.  Ein Unbekannter hat versucht, den Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück zu erpressen - und so zu einem Rücktritt zu zwingen. Einem Medienbericht zufolge drohte der Täter, öffentlich zu machen, dass die Steinbrücks eine illegale Putzfrau beschäftigten. Steinbrücks Ehefrau wies den Vorwurf zurück.

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl sieht sich SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit einem Erpressungsversuch konfrontiert. Er sagte am Samstag in Erfurt, dass er Anzeige gegen Unbekannt gestellt und den Erpressungsversuch offengelegt habe. Polizei und Staatsanwaltschaft Bonn ermitteln seit Samstag wegen Nötigung.

Der Erpresser wirft Steinbrück und seiner Frau vor, vor 14 Jahren eine Putzfrau illegal beschäftigt zu haben. Der Täter drohte damit, dies öffentlich zu machen, falls Steinbrück nicht auf seine Kandidatur verzichte. Steinbrück bestritt die anonymen Anschuldigungen, die SPD-Spitze reagierte empört. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung über den Erpressungsversuch berichtet.

Steinbrück hat Anzeige erstattet

Steinbrück sagte nach einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt, er habe Anzeige erstattet, da es sich um einen strafrechtlich relevanten Vorgang handele. Was er und seine Familie bislang im Wahlkampf erlebt hätten, "geht weit über die Belastungen und Auseinandersetzungen hinaus, was man üblicherweise wird wohl akzeptieren müssen. Dass dazu ein Erpressungsversuch gehört, ist jenseits meiner Vorstellungskraft gewesen." Diese Attacke werde ihn in seinem Wahlkampf aber nicht beeinflussen.

Emotionen
Wie Gertrud Steinbrück den Kanzlerkandidaten zu Tränen rührt

Peer Steinbrück zeigt Emotionen, als seine Ehefrau schildert, wie schwer der Wahlkampf die Familie belastet. Überschattet wird der erste gemeinsame Wahlkampfauftritt der Beiden von Zweifeln des Kanzlerkandidaten an der Loyalität des SPD-Vorsitzenden Gabriel.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sprach von einer Schmutzkampagne. "Dieser Erpressungsversuch ist bisher der absolute Tiefpunkt in diesem Wahlkampf", sagte er der "Bild am Sonntag". Gabriel betonte: "Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen für diese Schmutzkampagne dingfest gemacht und vor Gericht gestellt werden. Die ganze SPD steht hinter Peer Steinbrück und seiner Familie."

Gertrud Steinbrück erklärt den Sachverhalt

Steinbrücks Ehefrau Gertrud wies die Vorwürfe in der "Bild"-Zeitung ausführlich zurück. Sie und ihr Mann seien Ende der 90er Jahre nach Bonn gezogen. Da sie im Jahr 1999 durch ihren Beruf und den Umzug stark belastet gewesen sei, habe ihre ebenfalls in der Stadt lebende Mutter ihr "zum Einzug geschenkt, dass ihre Putzhilfe für ein halbes Jahr einmal in der Woche bei uns saubermachen sollte", wird Gertrud Steinbrück zitiert. "Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab", hieß es weiter.

Wahlkampf
Gertrud Steinbrück über die kuschelige Seite von Peer

Im Doppel-Interwiew mit ihrem Mann gibt Gertrud Steinbrück Privates preis. So plaudert sie über seine "kuschelige Seite" und Meinungsverschiedenheiten, was die Möbelauswahl angeht. Dabei drängt sich die Vermutung auf, dass diese Einblicke die Umfragewerte ihres Mannes im Wahlkampf aufbessern sollen.

Nach Ablauf des vereinbarten halben Jahres wollte Gertrud Steinbrück die Putzhilfe selbst übernehmen. Den angebotenen Arbeitsvertrag lehnte die Frau aber ab, weil ihr Mann seinen Job und die Familie damit den Aufenthaltsstatus verloren hätte. Sie habe nur schwarz arbeiten können, wollte aber wegen ihrer sehbehinderten Tochter in Deutschland bleiben, sagte die Steinbrück-Gattin. Sie fügte hinzu: "Das hat mich sehr berührt. Dennoch habe ich ihr sagen müssen, dass ich sie natürlich nicht "schwarz" beschäftigen könne. Als Trost habe ich ihr 500 DM geschenkt."

"Die Erpressung ist infam und macht mich fassungslos"

Sie sei sich sicher, "damals sowohl für mich und meine Familie als auch für sie und ihre Familie das Richtige" getan zu haben. "Dass mein Mann nach 14 Jahren deswegen erpresst wird, ist infam und macht mich fassungslos", sagte Gertrud Steinbrück weiter.

Steinbrück bestätigte in Erfurt die Darstellungen seiner Ehefrau. Er sagte außerdem, dass in seinem Haushalt in Bonn nach der Ablehnung der Frau, ein festes Arbeitsverhältnis einzugehen, eine bei der Bundesknappschaft angemeldete und sozialversicherte Haushaltsunterstützung beschäftigt sei. (dpa)



Kommentare
09.09.2013
16:09
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von buntspecht2 | #53

Bessere Werbung kann Steinbrück doch gar nicht bekommen wie das ewige herumnörgele an Ihm und das schon seit Monaten das wird sich schon am 22.09 bemerkbar machen.

08.09.2013
20:39
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von Klug22 | #52

Alles gezeter hilft nicht! Es ist Schwarzarbeit!

1 Antwort
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von Rike57 | #52-1

Woran machen Sie das ab? Haben Sie eine Glaskugel, waren Sie dabei?
Ich hab noch von keinem gesehen oder gehört, der etwas Öffendlich macht, an dem er Schuldig war!
Ich freu mich jetzt schon, wenn dies Zeitung dementiert! Aber das machen die bestimmt nicht so groß!

08.09.2013
18:44
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von Rike57 | #51

Seit Herr Steinbrück zum Kanzlerkandidaten angetreten ist, frage ich mich:
"Was ist noch Pressefreiheit und wo fängt Mobbing an"?!
Da aber Frau Merkel in Nichtstun versunken ist, was soll man da Berichten?!
Mir fällt immer wieder ein Spruch ein, den ich früher mal an einer Wand meiner Gewerkschaft gelesen habe:
Menschen die Arbeiten, machen Fehler.
Wer wenig arbeitet, macht wenig Fehler.
Wer viel arbeitet macht viele Fehler.
Wer keine Fehler macht, ist eine faule S** !

08.09.2013
17:24
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von Bembl | #50

Gehts schon wieder los. Warum lässt man den Mann nicht in Ruhe seinen Wahlkampf machen. Ich zweifle so langsam an unserer Pressefreiheit, noch nie kam mir die Berichterstattung so unobjektiv vor wie bei diesem Wahlkampf.

08.09.2013
17:13
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von Loriazo | #49

ich kenn nicht feststellen, dass über Frau Merkel weniger hergezogen wird. Gibt es da eine Strichelliste. Der unterschied ist ja nur der, dass Herr Steinrück seine Steilvorlagen selbst liefert.

08.09.2013
14:56
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von soenneken1 | #48

Ich beobachte schon seit einigen Wochen/Monaten, dass über Herrn Steinbrück nur negativ berichtet wird, ob von den Öffentlich Rechtlichen oder von der WAZ oder Der Spiegel. Was Herr Steinbrück vor einigen Monaten von sich gegeben hat, war bestimmt
nicht korrekt, aber immer wieder darauf rumzureiten, finde ich mehr als schlimm. Auf der einen Seite beschweren sich viele über Frau Merkel, die alles von sich abprallen lässt,
auf der anderen Seite können viele nicht damit umgehen, wenn wie Herr Steinbrück auch mal was negatives über z. B. andere Politiker (siehe Italien) sagt. Im Grunde denken wir doch alle nicht positiv über die italienischen Politiker, nur wenn es mal einer ausspricht, ist das Geschrei groß.
Vielleicht sollte die WAZ die anderen Parteien mehr unter die Lupe nehmen. Was die Regierung in 4 Jahren Amtszeit abgeliefert hat, ist kaum der Rede wert, aber hierüber wird so gut wie gar nicht mehr berichtet.

08.09.2013
14:32
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von Broncezeit | #47

Sensiebelchen auf Mitleidstripp!

08.09.2013
14:00
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von superwiser | #46

Erpressung? Das Strafgesetzbuch gibt da ganz klare Auskunft! Herr Steinbrück wird möglicherweise zu Unterlassung genötig, aber nicht erpresst! Kuckst Du hier: http://dejure.org/gesetze/StGB/253.html

08.09.2013
13:49
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von superwiser | #45

Möglicherweise hat die liebe Schwiegermama bei Steinbrücks die Putzfrau bezahlt! Wäre nur noch zu fragen, ob schwarz! Spielt aber, da ja Verjährung eingetreten ist, auch schon keine Rolle mehr! Und auch, ob Herr oder Frau Steinbrück dieses "Geschenk" der Schwiegermama und Mutter bei der Steuerklärung den geldwerten Vorteil versteuert haben, braucht, da verjährt, keine Rolle mehr zu spielen.
Nur, bezeichnend, wie schon im Falle Wulf, immer sind es diese Schwiegermütter! Und dann diese anscheinend so sehr knausrigen Schwiefersöhnlein die wohl immer einen kleinen Igel in der Tasche mit sich herum tragen. Nö, Herr Steinbrück, ebensowenig wie einen knausrigen Präsidenten, möchte ich auch keinen knausrigen Kanzler. Den wohlmein. Vorkomm. sei noch dahin geworfen: Stellt ein öff. Amt nicht auch eine ganz besonders ehrliche Bereitschaft zur Pflichterfüllung voraus? Warum fliegt ein Beamter hochkantig raus, wenn er es nur wagt, sich seinen Privat-Bleistift mit einem Behörden-Spitzer zu spitzen?

08.09.2013
13:17
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wird erpresst
von Broncezeit | #44

Da schreibt jemand einen Brief und die SPD hält den Atem an. So eine Gesellschaft will die Regierung übernehmen.
Lauter Mimosen und Besserwisser.

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