SPD hält an Grundschule fest
31.05.2010 | 17:49 Uhr 2010-05-31T17:49:00+0200
Düsseldorf.In Sachen Schule versteht die SPD keinen Spaß: Die Sozialdemokraten wollen die Politik der schwarz-gelben Landesregierung gründlich korrigieren, halten aber an der vierjährigen Grundschule fest.
Vor fünf Jahren krempelten CDU und FDP das NRW-Schulgesetz nach der gewonnenen Wahl in nur drei Wochen völlig um: Lehrern wurde mit der „verbindlichen Grundschulempfehlung” das letzte Wort zugesprochen, welche weiterführende Schule ein Kind besuchen darf. Kopfnoten wurden eingeführt, Grundschulbezirke abgeschafft, in der Schulkonferenz erhielten Lehrer Stimmenmehrheit vor Eltern und Schülern. All das und noch mehr will die SPD jetzt korrigieren. Als gravierendste Reform strebt sie aber die Einführung der Gemeinschaftsschule an.
Die vierjährige Grundschule wird demnach nicht angetastet. Anschließend ist in der Gemeinschaftsschule das gemeinsame Lernen für alle bis Klasse 6 verpflichtend. Ab Klasse 7 können die Kinder auf die Bildungsgänge Gymnasium, Real- oder Hauptschule aufgeteilt werden. Wahlweise kann in Absprache mit Schulträgern und Eltern der gemeinsame Unterricht bis Klasse 10 fortgesetzt werden. Danach ist ein Wechsel in die gymnasiale Oberstufe möglich.
Klassen mit maximal 25 Klassen
„Wir wollen die Gemeinschaftsschule flächendeckend ermöglichen”, sagt SPD-Schulexpertin Ute Schäfer. Sie solle „mit den Menschen entwickelt” werden. Ein SPD-Parteitag hatte noch die „verbindliche” Einführung beschlossen. Ziel der Grünen ist es, pro Jahr zehn Prozent der Schulen aus der Sekundarstufe I auf den Weg zur „Einen Schule für alle Kinder” zu bringen.
Dabei setzen sie auf Anreize: Klassen mit maximal 25 Kindern, gute Ganztagsangebote und Lehrerfortbildung. „Letztlich gibt es keine Unterschiede”, vergleicht Fraktionschefin Sylvia Löhrmann die Modelle von Rot und Grün.
Für die SPD ist die Gemeinschaftsschule eine Frage der Glaubwürdigkeit. „An diesem Punkt haben wir am deutlichsten Vergangenheitsbewältigung betrieben”, sagt ein Genosse. Für Schäfer wäre es „sinnvoll”, den Verfassungsrang, den die Hauptschule in NRW genießt, abzuschaffen: „Das würde die Einführung der Gemeinschaftsschule erleichtern.” Dafür wäre allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag nötig.

13:20
Ich möchte eigentlich mal anders herum fragen, wieso ist es nicht sinnvoll jedem Kind die selben Bildungschancen zu geben? Weil das sortieren in Deutschland in mancher Leuts Kopf so wichtig ist wie das Sortieren von Eiern, nach Güteklass s,m, x oder xl?,
12:59
Bevor das Geschrei wieder groß wird. Ich will damit draufhinweisen, dass ein weniger differenziertes Bildungssystem nicht der Untergang des Abendlandes ist...
12:54
Haha, ja genau. Wie im schwarz-gelben Sachsen mit Mittelschule und Gymnasium, die bei PISA zum Teil weit vorne standen. Schade aber auch.
Es gibt keinen Grund für eine Trennung in Haupt- Realschule (und Gymnasium). Jedes Kind hat ganz unterschiedliche Fähigkeiten und Schwächen, die nur in einer Gemeinschaftsschule optimal gefördert werden können.
12:45
@ banana
Komischerweise schneiden die Bundesländer, in denen die SPD bisher keine Gelegenheit zum Experimentiern hatte, bei PISA immer am besten ab.
Den Sachverhalt hätten sie auch selber erkennen können....
19:59
@#1! Einfache Antwort: Wenn wir endlich ein gutes Bildungssystem haben, welches nicht im Mittelfeld von Pisa liegt und nicht jedes Jahr von der OECD einen drauf bekommt, weil es keine Chancengleichheit zulässt.
Aber auf die Antwort hätten selbst Sie kommen können....
18:22
SPD-Experimentieren am Schulsystem.
Wann hört das endlich auf ?