Spaniens neue Linke setzt auf Syriza-Effekt

Madrid..  Pablo Iglesias sieht Spaniens neue Linkspartei Podemos (Wir können) im Aufwind. „Ticktack, ticktack, die Uhr von Ministerpräsident Mariano Rajoy läuft ab“, witzelt der Parteichef. Der 36-jährige Politik-Dozent will bei den Wahlen im Herbst in Spanien wiederholen, was Alexis Tsipras mit dem Linksbündnis Syriza in Griechenland gelang, und die Konservativen von der Macht verdrängen. „Erst Syriza, dann Podemos – wir werden siegen“, rief er seinen Anhängern zu.

Die Linke auf der Iberischen Halbinsel sieht im Machtwechsel in Griechenland den Beginn einer Abkehr von der Sparpolitik und eines Wandels in ganz Südeuropa. „Griechenland wird jetzt von Griechen regiert und nicht mehr von einem Beauftragten der deutschen Bundeskanzlerin Merkel“, meinte Iglesias.

Viel hängt von Tsirpras’ Erfolg ab

Allerdings ist fraglich, ob die Griechenland-Wahl direkte Auswirkungen auf die Wahl im Herbst in Spanien haben wird. „Wenn die Spanier wählen, wird die Abstimmung in Griechenland weit zurückliegen“, betonte der spanische Politologe Antón Losada. Viel dürfte dann auch davon abhängen, ob die Amtsführung der Tsipras-Regierung sich als ein Erfolg erweist. „Der Syriza-Effekt und die Reaktion der Kapitalmärkte können sich als ein zweischneidiges Schwert erweisen“, warnte die Zeitung „El País“.

Im Gegensatz zu Podemos reagierten Spaniens Sozialisten (PSOE) zurückhaltend auf den Syriza-Erfolg. Sie begrüßten zwar, dass die Strategie der drastischen Einsparungen bei den Griechen eine Abfuhr erhielt, hatten aber angesichts des Debakels ihrer Schwesterpartei Pasok wenig Grund zur Freude.